
Brajan Gruda hat wenige Tage nach seiner Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft einen verletzungsbedingten Rückschlag hinnehmen müssen. Der Offensivspieler von RB Leipzig wurde am Sonntag beim Bundesliga-Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen bereits in der ersten Halbzeit ausgewechselt. Trainer Martín Demichelis gab anschließend allerdings eine erste Entwarnung. Eine genaue Diagnose und eine mögliche Ausfalldauer standen zunächst noch nicht fest.
Gruda hatte beim 0:2 der Leipziger in der BayArena nach 26 Minuten den Platz verlassen. Während der Partie griff sich der 22-Jährige in den Bereich der rechten Hüfte beziehungsweise der seitlichen Bauchmuskulatur. Sky Sport berichtete unter Berufung auf dpa zunächst von Beschwerden in diesem Bereich. Eine konkrete Muskelverletzung wurde vom Verein jedoch nicht bestätigt.
Nach dem Spiel konkretisierte Leipzigs Trainer die Ursache der Beschwerden. „Brajan hat einen Schlag abbekommen gegen das Becken. Wir müssen einfach warten“, sagte Demichelis. Anschließend fügte der Argentinier hinzu: „Ich glaube, es ist keine schwierige Verletzung.“
Auch bei DAZN erklärte der RB-Coach, Gruda habe einen Schlag gegen die Hüfte bekommen und sich anschließend zunehmend schlechter gefühlt. Damit deutete zunächst vieles eher auf die Folgen eines Kontakts als auf eine ohne Fremdeinwirkung entstandene Muskelverletzung hin. Eine medizinisch bestätigte Diagnose lag am Montagmorgen allerdings noch nicht vor.
Nach Angaben von AFP verließ Gruda die Gästekabine nach der Partie humpelnd. Daraus lässt sich jedoch keine belastbare Aussage über die Schwere der Verletzung ableiten. RB Leipzig bestätigte in seinem offiziellen Spielbericht lediglich, dass der Offensivspieler frühzeitig verletzt ausgewechselt werden musste.
Besondere Bedeutung erhält die Verletzung durch Grudas erstmalige Berufung in den Kreis der deutschen A-Nationalmannschaft. Bundestrainer Jürgen Klopp hatte am Donnerstag sein erstes Aufgebot seit seinem Amtsantritt vorgestellt. Insgesamt nominierte er für vier Nations-League-Partien 44 Spieler, aufgeteilt auf zwei Kader.
Gruda gehört zur zweiten Gruppe. Er soll nach dem Spiel gegen Griechenland am 27. September gemeinsam mit weiteren Spielern zum DFB-Team stoßen. Vorgesehen ist er für die Nations-League-Partie gegen Serbien am 1. Oktober in München sowie für das Rückspiel gegen Griechenland am 4. Oktober in Thessaloniki.
Ob der Leipziger bis dahin einsatzfähig sein wird, war am Montag noch offen. Die vergleichsweise späte Anreise zur Nationalmannschaft verschafft ihm allerdings mehrere zusätzliche Tage zur Erholung. Eine Absage durch den DFB oder RB Leipzig gab es zunächst nicht.
Für Gruda wäre ein Einsatz zugleich das Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft. Bereits vor der Heim-EM 2024 hatte er als Perspektivspieler zeitweise mit dem damaligen DFB-Team trainiert. Beim Testspiel gegen die Ukraine gehörte er zum Kader, wurde aber nicht eingesetzt.
Der am 31. Mai 2004 geborene Gruda ist 22 Jahre alt und offensiv flexibel einsetzbar. Er kann auf den Außenpositionen und im offensiven Zentrum spielen. Seine Profikarriere führte ihn zunächst beim 1. FSV Mainz 05 in die Bundesliga. Im Sommer 2024 wechselte er zum englischen Premier-League-Klub Brighton & Hove Albion.
Im Februar 2026 lieh RB Leipzig den Linksfuß zunächst für die zweite Hälfte der Saison 2025/26 aus. Nach überzeugenden Monaten verständigten sich Leipzig und Brighton im Juli auf eine Verlängerung der Leihe für die komplette Spielzeit 2026/27.
In seiner ersten Leipziger Phase kam Gruda nach Angaben der Bundesliga in 14 Pflichtspielen auf drei Tore und drei Vorlagen. In der Bundesliga waren es 13 Einsätze mit ebenfalls drei Treffern und drei Assists. Leipzig qualifizierte sich am Ende der Saison wieder für die Champions League.
Bei der Verlängerung der Leihe hatte RB-Geschäftsführer Sport Marcel Schäfer die Rolle des jungen Offensivspielers ausdrücklich hervorgehoben. Gruda sei technisch stark, kreativ und schnell und könne der Mannschaft insbesondere im letzten Drittel helfen. Schäfer verwies zudem auf die Erfahrung, die Gruda trotz seines Alters bereits in Bundesliga und Premier League gesammelt habe.
Damit ist der 22-Jährige ein wichtiger Bestandteil der offensiven Kaderplanung. Leipzig ist in dieser Saison neben Bundesliga und DFB-Pokal wieder in der Champions League vertreten. Entsprechend groß ist der Bedarf an variabel einsetzbaren Offensivspielern.
Gruda hatte bei seiner Rückkehr nach Leipzig selbst erklärt, dass der Spielstil gut zu seinen Fähigkeiten passe und er sich bei RB weiterentwickeln wolle. Die erneute Leihe bietet ihm regelmäßige Einsatzmöglichkeiten auf Bundesliga- und Champions-League-Niveau.
Sportlich verlief der Nachmittag für RB ebenfalls enttäuschend. Bayer Leverkusen gewann die Partie mit 2:0. Patrik Schick erzielte kurz vor der Pause die Führung, Miguel Gutiérrez erhöhte nach dem Seitenwechsel. Ein Treffer von Christopher Nkunku für Leipzig wurde zuvor wegen einer Abseitsposition aberkannt.
Für Gruda steht nun zunächst die weitere medizinische Untersuchung im Mittelpunkt. Bestätigt war am Montagmorgen lediglich der Schlag gegen den Hüft- beziehungsweise Beckenbereich. Eine konkrete Verletzungsdiagnose oder eine voraussichtliche Ausfallzeit hatte RB Leipzig noch nicht bekanntgegeben.
Damit bleibt auch offen, ob der 22-Jährige Anfang Oktober tatsächlich erstmals für die deutsche A-Nationalmannschaft auflaufen kann. Die erste Einschätzung von Demichelis spricht zumindest gegen eine unmittelbar erkennbare schwere Verletzung.






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