Habermaass baut erneut Personal ab: 58 Stellen betroffen

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Symbolbild: Evan Wise

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Die Habermaass Firmenfamilie mit Sitz im oberfränkischen Bad Rodach baut erneut Personal ab. Im Geschäftsbereich Wehrfritz sollen 58 Stellen wegfallen. Betroffen sind nahezu vollständig kaufmännische Funktionen. Das Unternehmen reagiert damit nach eigenen Angaben auf eine schwächere Entwicklung im Bildungsmarkt und auf steigende Kosten.

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Der aktuelle Stellenabbau bei Habermaass konzentriert sich auf Wehrfritz, den Anbieter von Möbeln, Ausstattung und Raumkonzepten für Kindertagesstätten, Schulen und andere Bildungseinrichtungen. Die Spielwarenmarke HABA ist von dieser Personalmaßnahme nach Angaben des Unternehmens nicht betroffen.

58 Stellen bei Wehrfritz fallen weg

Die betroffenen Beschäftigten wurden über die geplanten Einschnitte informiert. Der Abbau betrifft vor allem Einkauf, Produktmanagement, Marketing sowie den Innen- und Außendienst im Vertrieb. Produktionsbereiche stehen bei der aktuellen Maßnahme dagegen nicht im Mittelpunkt.

Nach Abschluss der Umstrukturierung soll die Habermaass Firmenfamilie insgesamt noch rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Das Unternehmen bezeichnet die Anpassung seiner Organisations- und Personalstruktur als notwendig, um wirtschaftliche Stabilität und Investitionsfähigkeit langfristig zu sichern.

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Wehrfritz ist auf den Bildungsbereich spezialisiert. Das Unternehmen stattet unter anderem Krippen, Kindergärten und Schulen aus und entwickelt neben einzelnen Möbeln und Produkten auch vollständige Raumkonzepte. Ein erheblicher Teil der Kundschaft kommt damit aus einem Bereich, der stark von öffentlichen und kommunalen Ausgaben abhängig ist.

Kommunale Sparzwänge belasten das Geschäft

Als einen wesentlichen Grund für die Veränderungen nennt die Habermaass Firmenfamilie die angespannte Finanzlage vieler Kommunen. Wenn Städte und Gemeinden Investitionen zurückstellen oder Budgets für Einrichtungen kürzen, kann sich dies unmittelbar auf Anbieter von Kita- und Schulausstattung auswirken.

Hinzu kommt nach Darstellung des Unternehmens der demografische Wandel. Die Zahl der Geburten in Deutschland sinkt seit mehreren Jahren. 2025 kamen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 654.000 Kinder zur Welt. Das waren 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr und so wenige wie seit 1946 nicht mehr. Auch in den ersten Monaten des Jahres 2026 setzte sich der Rückgang fort.

Für Unternehmen, deren Geschäft direkt oder indirekt an Kinderzahlen, Krippenplätze und neue Betreuungseinrichtungen gekoppelt ist, verändert diese Entwicklung die langfristige Nachfrage. Die Habermaass Firmenfamilie verweist zudem auf steigende Kosten und einen intensiven Wettbewerb. Höhere Aufwendungen könnten demnach nicht vollständig über Preiserhöhungen an Kunden weitergegeben werden.

Das unterscheidet die Situation bei Wehrfritz teilweise vom klassischen Spielwarenmarkt. Dieser entwickelte sich zuletzt nicht ausschließlich negativ. Der deutsche Spielwarenhandel hatte für 2025 wieder steigende Umsätze gemeldet. Gleichzeitig blieb die wirtschaftliche Lage für Hersteller und Händler angespannt, unter anderem wegen höherer Betriebskosten und zurückhaltender Konsumenten.

Unternehmen hatte bereits eine tiefgreifende Sanierung hinter sich

Die neuen Einschnitte treffen die Habermaass Firmenfamilie wenige Jahre nach einer umfassenden Restrukturierung. 2023 war die damalige HABA Familygroup in eine schwere wirtschaftliche Krise geraten. Gesellschaften des Unternehmens beantragten ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

Im Zuge der damaligen Sanierung wurde das Unternehmen deutlich verkleinert. Hunderte Arbeitsplätze fielen weg, Geschäftsbereiche wurden neu geordnet und das Sortiment konzentriert. Gleichzeitig wurde die frühere Marke JAKO-O eingestellt. Der Schwerpunkt sollte anschließend auf HABA und dem Geschäft für Bildungseinrichtungen liegen.

Ende Februar 2024 konnten die HABA Group B.V. & Co. KG und die HABA Sales GmbH & Co. KG das Eigenverwaltungsverfahren beenden. Der Sanierungsplan sah eine stärkere Konzentration auf die Kernbereiche Spielwaren, Holzprodukte sowie Möbel und Ausstattung für Bildungseinrichtungen vor.

Seit Anfang 2026 tritt die Unternehmensgruppe wieder unter dem Namen Habermaass Firmenfamilie auf. Auch der Bereich HABA Pro kehrte zu seinem traditionellen Namen Wehrfritz zurück. Damit verband das Unternehmen eine stärkere Abgrenzung der beiden zentralen Geschäftsbereiche HABA und Wehrfritz.

HABA bleibt von der aktuellen Maßnahme unberührt

Der jetzige Personalabbau bedeutet damit nicht, dass die gesamte Unternehmensgruppe erneut in gleichem Umfang umgebaut wird wie während der Sanierung 2023. Bestätigt ist derzeit ein Abbau von 58 Stellen ausschließlich bei Wehrfritz. Für HABA wurde im Zusammenhang mit dieser Maßnahme kein vergleichbarer Stellenabbau angekündigt.

Noch im Juni hatte Geschäftsführer Mario Wilhelm bei einem Unternehmensbesuch des Landkreises Coburg erklärt, die Firmenfamilie stehe stabil und passe sich den Veränderungen des Marktes an. Für Wehrfritz wurde dabei zugleich betont, dass die Möbelproduktion weiterhin in Bad Rodach bleiben solle.

Die aktuelle Entscheidung zeigt dennoch, dass die wirtschaftliche Neuordnung der Firmenfamilie nicht abgeschlossen ist. Insbesondere das Geschäft mit öffentlichen Bildungseinrichtungen steht unter Druck, wenn Kommunen Investitionen begrenzen und gleichzeitig die Zahl kleiner Kinder sinkt.

Für den Standort Bad Rodach ist die Entwicklung auch deshalb von Bedeutung, weil Habermaass seit Jahrzehnten zu den prägenden Arbeitgebern der Region gehört. Mit künftig rund 700 Beschäftigten bleibt die Firmenfamilie ein bedeutendes Unternehmen vor Ort, liegt personell aber deutlich unter den Größenordnungen früherer Jahre.

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