Traditionsreicher Fahrzeugbauer aus Biberach in Insolvenz

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Symbolbild: Evan Wise

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Die Karosseriefabrik Biberach GmbH, ein traditionsreicher Fahrzeugbauer aus Baden-Württemberg, befindet sich im Insolvenzeröffnungsverfahren. Das Amtsgericht Ravensburg ordnete am 10. September 2026 Sicherungsmaßnahmen an. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 111 IN 653/26 geführt. Damit ist die wirtschaftliche Zukunft eines Unternehmens offen, dessen Geschichte bis ins Jahr 1868 zurückreicht.

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Die Insolvenz der Karosseriefabrik Biberach betrifft einen spezialisierten Mittelständler, der heute vor allem Fahrerhäuser, Kabinen, Fahrzeugaufbauten sowie Anhänger entwickelt und fertigt. Eine endgültige Eröffnung des Insolvenzverfahrens war zunächst nicht bestätigt. Ebenso gab es zunächst keine gesicherten Angaben dazu, welche unmittelbaren Folgen das Eröffnungsverfahren für die Beschäftigten und die Produktion am Standort Biberach an der Riß hat.

Gericht ordnet Sicherungsmaßnahmen an

Mit der Entscheidung des Amtsgerichts Ravensburg befindet sich die Karosseriefabrik Biberach zunächst im sogenannten Insolvenzeröffnungsverfahren. In dieser Phase wird geprüft, ob die rechtlichen Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vorliegen. Zugleich können gerichtliche Maßnahmen dazu dienen, das vorhandene Vermögen des Unternehmens bis zu einer weiteren Entscheidung zu sichern.

Eine solche gerichtliche Anordnung bedeutet nicht automatisch, dass der Geschäftsbetrieb eingestellt wird. Auch eine mögliche Schließung des Standorts lässt sich daraus nicht ableiten. Zu konkreten Sanierungsschritten, einer möglichen Investorensuche oder Veränderungen in der Produktion gab es zunächst keine gesicherten Angaben.

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Offen blieb ebenfalls, wie viele Arbeitsplätze unmittelbar von dem Verfahren betroffen sind. Öffentlich verfügbare Unternehmensdarstellungen nennen zwar zahlreiche Bereiche von Konstruktion und Einkauf über Schlosserei und Lackiererei bis hin zu Arbeitsvorbereitung, Personal und Buchhaltung. Eine belastbar bestätigte aktuelle Gesamtzahl der Beschäftigten lag zunächst jedoch nicht vor.

Auch zu den Ursachen der wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurden zunächst keine näheren Angaben veröffentlicht. Aussagen darüber, ob beispielsweise eine schwächere Nachfrage, gestiegene Kosten, einzelne Kundenbeziehungen oder andere Faktoren eine Rolle gespielt haben, wären deshalb derzeit spekulativ.

Unternehmensgeschichte reicht bis 1868 zurück

Die Karosseriefabrik gehört zu den traditionsreichen Unternehmen des deutschen Fahrzeugbaus. Ihren Ursprung führt die Firma auf das Jahr 1868 zurück. Damals gründeten die Brüder Ottenbacher einen Betrieb zur Herstellung von Kutschwagen.

Mit der Entwicklung des Automobils veränderte sich auch die Produktion. Um 1900 entstanden erste Aufbauten für Motorfahrzeuge. In den folgenden Jahrzehnten kamen weitere Bereiche hinzu. Ab 1920 fertigte das Unternehmen nach eigener Darstellung auch Omnibusse. Später firmierte der Betrieb als Karosseriefabrik Gebrüder Ottenbacher.

In den 1950er und 1960er Jahren wurde die Fertigung an den heutigen Standort in der Freiburger Straße in Biberach verlagert. Das Unternehmen durchlief allerdings bereits früher wirtschaftlich schwierige Phasen. In den 1970er Jahren kam es nach Angaben der Firmenchronik zu finanziellen Engpässen, die Omnibusfertigung wurde eingestellt.

1983 beteiligte sich Roland Denz am Unternehmen. Ein Jahr später übernahm die Familie Denz die damalige Karosseriefabrik Ottenbacher GmbH. Seitdem trägt das Unternehmen den Namen Karosseriefabrik Biberach GmbH. Nach eigener Darstellung entwickelte sich der Betrieb anschließend stärker in Richtung Nutzfahrzeugbau sowie Fahrerhäuser und Kabinen.

Geschäftsführer und geschäftsführender Gesellschafter ist nach den aktuellen Unternehmensangaben Frank Denz. Damit wird der Betrieb weiterhin als Familienunternehmen geführt.

Spezialist für individuelle Nutzfahrzeuglösungen

Anders als große Automobilhersteller konzentriert sich die Karosseriefabrik Biberach auf spezialisierte Fahrzeuglösungen. Zum Angebot gehören individuell entwickelte Fahrerhäuser und Kabinen, Aufbauten für Nutzfahrzeuge sowie Lkw-Anhänger und Sattelanhänger.

Hinzu kommt die Metallbearbeitung. Das Unternehmen nennt unter anderem Lasern, Stanzen, Umformen, Abkanten, Sägen, Schweißen und Schleifen als eigene Fertigungsmöglichkeiten. Gerade bei kleineren Serien und speziell auf Kunden zugeschnittenen Fahrzeugen übernimmt ein solcher Betrieb Aufgaben, die sich von der hochstandardisierten Großserienproduktion der Autoindustrie unterscheiden.

Die Karosseriefabrik stellt nach eigenen Angaben sowohl Einzelanfertigungen als auch Serien her. Der Schwerpunkt auf individuellen Lösungen bedeutet, dass Konstruktion, Metallbearbeitung, Lackierung und Fahrzeugbau eng miteinander verbunden sind.

Damit gehört das Unternehmen zu jenem Teil der deutschen Fahrzeugindustrie, der weniger sichtbar ist als die großen Pkw-Marken, für industrielle Wertschöpfung und Spezialanwendungen aber eine wichtige Rolle spielt. Kunden solcher Betriebe kommen beispielsweise aus Bereichen, in denen Standardfahrzeuge oder serienmäßige Fahrerhäuser nicht ausreichen.

Zukunft von Betrieb und Standort noch offen

Welche Perspektive sich aus dem Insolvenzeröffnungsverfahren ergibt, war zunächst offen. Gerichtliche Sicherungsmaßnahmen schaffen zunächst einen rechtlichen Rahmen, entscheiden aber noch nicht darüber, ob und in welcher Form ein Unternehmen langfristig fortgeführt werden kann.

Für die Beschäftigten ist deshalb insbesondere entscheidend, ob der laufende Geschäftsbetrieb fortgesetzt werden kann und welche wirtschaftliche Grundlage für eine weitere Produktion vorhanden ist. Belastbare Angaben zu möglichen Personalmaßnahmen lagen zunächst nicht vor.

Auch eine Aufgabe des Standorts in der Freiburger Straße war nicht bestätigt. Ebenso gab es zunächst keine gesicherten Angaben zu einem möglichen Verkauf des Unternehmens oder einzelner Geschäftsbereiche.

Für Biberach betrifft das Verfahren einen Betrieb mit ungewöhnlich langer industrieller Geschichte. Von den ersten Kutschwagen des 19. Jahrhunderts über Omnibusse und Fahrzeugkarosserien bis zu heutigen Spezialkabinen und Nutzfahrzeugaufbauten hat sich das Unternehmen mehrfach an technische und wirtschaftliche Veränderungen angepasst.

Ob eine weitere Neuaufstellung gelingt, hängt nun vom Verlauf des Insolvenzeröffnungsverfahrens und der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens ab. Offiziell bestätigt war zunächst, dass das Amtsgericht Ravensburg am 10. September Sicherungsmaßnahmen angeordnet hat. Eine endgültige Entscheidung über die weitere Zukunft der Karosseriefabrik Biberach stand damit zunächst noch aus.

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