Nach mehreren Bränden in Hann. Münden: 17-Jähriger in U-Haft

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Nach mehreren Bränden in Hann. Münden und der näheren Umgebung befindet sich ein 17-Jähriger in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Polizeiinspektion Göttingen würden dem Jugendlichen mehrere Branddelikte zur Last gelegt. Dazu zähle insbesondere der Großbrand auf einem ehemaligen Fabrikgelände an der Wilhelmshäuser Straße. Gegen einen 15-Jährigen werde ebenfalls ermittelt. Beide Jugendlichen gelten als unschuldig, solange keine rechtskräftige Verurteilung erfolgt ist.

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Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr erlassen

Nach Angaben der Polizei sei der 17-Jährige am Montag, 17. August, festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft Göttingen habe anschließend beim zuständigen Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Hann. Münden einen Haftbefehl beantragt.

Der Richter habe Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr erlassen und Untersuchungshaft angeordnet. Damit ist keine Entscheidung über eine mögliche Schuld verbunden. Die Untersuchungshaft dient der Sicherung des weiteren Strafverfahrens. Welche einzelnen Vorwürfe dem Haftbefehl konkret zugrunde liegen und wie viele Brandgeschehen darin erfasst sind, teilten die Behörden bislang nicht mit.

Polizei und Staatsanwaltschaft sprechen lediglich von mehreren Branddelikten. Eine konkrete Zahl der Feuer, die dem Jugendlichen derzeit zugerechnet werden, ist damit nicht öffentlich bestätigt.

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Fabrikbrand soll zu den untersuchten Fällen gehören

Zu den Vorwürfen gegen den 17-Jährigen gehöre nach Polizeiangaben der Großbrand auf einem ehemaligen Fabrikkomplex an der Wilhelmshäuser Straße in Hann. Münden. Das Feuer war am Abend des 9. August ausgebrochen und hatte einen umfangreichen Feuerwehreinsatz ausgelöst.

Nach damaligen Einsatzangaben mussten mehr als 40 Menschen ihre Wohnungen beziehungsweise Häuser vorübergehend verlassen. Die B3 war zeitweise gesperrt. Teile der betroffenen Gebäude wurden später wegen Einsturzgefahr abgerissen.

Die Polizei beziffert den Sachschaden inzwischen auf rund eine Million Euro. Ob und in welchem Umfang sich diese Summe im weiteren Ermittlungsverfahren noch verändern könnte, wurde bislang nicht mitgeteilt.

Ermittlungsgruppe untersuchte mögliche Zusammenhänge

Zur Aufklärung der verschiedenen Brandgeschehen hätten das Polizeikommissariat Hann. Münden und der Zentrale Kriminaldienst der Polizeiinspektion Göttingen eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Dabei seien einzelne Brände und mögliche Zusammenhänge zwischen den Ereignissen untersucht worden.

Nach Darstellung der Polizei habe sich der Verdacht gegen den 17-Jährigen im Verlauf dieser Ermittlungen erheblich verdichtet. Welche Beweismittel dazu geführt hätten, machten die Behörden nicht öffentlich. Auch zu möglichen Tatabläufen oder Hintergründen veröffentlichten Polizei und Staatsanwaltschaft bislang keine näheren Angaben.

Die Ermittlungen seien weiterhin nicht abgeschlossen. Insbesondere mögliche weitere Branddelikte und die Frage, ob zwischen einzelnen Ereignissen Verbindungen bestehen, würden weiter geprüft.

Auch 15-Jähriger wird als Beschuldigter geführt

Im Zuge dieser Ermittlungen hätten sich nach Polizeiangaben auch Hinweise auf einen 15-Jährigen ergeben. Er stehe unter dem Verdacht, mit weiteren Branddelikten in Verbindung zu stehen. Welche konkreten Tatbeiträge ihm vorgeworfen werden, ist bislang nicht öffentlich bekannt.

Zivilfahnder hätten den Jugendlichen am Dienstagnachmittag, 18. August, vorläufig festgenommen. Nach Angaben der Polizei habe er sich zur Sache nicht geäußert. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen sei er auf Weisung der Staatsanwaltschaft wieder entlassen worden.

Gegen ihn besteht damit nach dem bislang veröffentlichten Stand keine Untersuchungshaft. Seine mögliche Beteiligung und die genaue rechtliche Einordnung etwaiger Tatbeiträge sind weiterhin Gegenstand des Ermittlungsverfahrens.

Ermittlungen zu weiteren Bränden dauern an

Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen weiterhin, welche Brandereignisse miteinander zusammenhängen könnten und welche möglichen Tatbeiträge den beiden Jugendlichen zugeordnet werden können. Eine abschließende Bewertung liegt bislang nicht vor.

Auch eine vollständige Schadenssumme für sämtliche untersuchten Brände wurde nicht veröffentlicht. Belastbar beziffert ist derzeit der Schaden des Feuers auf dem ehemaligen Fabrikgelände mit rund einer Million Euro.

Ob weitere Fälle zu einem späteren Zeitpunkt einem oder beiden Beschuldigten zugerechnet werden können, ist offen. Über Anklagen oder einen möglichen späteren Prozess ist mit dem aktuellen Ermittlungsstand noch nicht entschieden.

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