
Prinz Harry und Herzogin Meghan kehren nach Großbritannien zurück. Sechs Jahre nach ihrem Rückzug aus dem engeren Kreis der britischen Royals wollen der Herzog und die Herzogin von Sussex mit ihren Kindern Archie und Lilibet wieder für längere Zeit in Großbritannien leben. Nach übereinstimmenden Berichten soll der Wechsel noch im August erfolgen, die Kinder sollen im September eine Schule in Großbritannien besuchen. An ihrem Status innerhalb des Königshauses ändert sich dadurch nichts: Harry und Meghan bleiben nicht arbeitende Mitglieder der Royal Family und übernehmen keine offiziellen Aufgaben für die Krone.
Bei der Nachricht über die Rückkehr ist zwischen bestätigten Angaben und Berichten aus dem Umfeld des Paares zu unterscheiden. Eine förmliche Bekanntgabe des Buckingham-Palasts zum Umzug gab es zunächst nicht. Auch Harrys Sprecher äußerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters zunächst nicht. Reuters zufolge bestätigte jedoch eine dem Paar nahestehende Quelle die Berichte über den geplanten Wechsel nach Großbritannien.
ITV News berichtete ebenfalls, Harry und Meghan wollten noch im August aus Kalifornien zurückkehren. Demnach soll sich ihr Status als Privatpersonen und nicht arbeitende Royals nicht ändern. Eine Rückkehr in offizielle Funktionen des Königshauses wurde nicht angekündigt. Auch Berichte über einen möglichen neuen Status zwischen privatem Leben und offiziellen Aufgaben sind damit nicht bestätigt.
Nach den bisherigen Angaben soll die Familie nicht in einer königlichen Residenz wohnen. Details zum künftigen Wohnort wurden zunächst nicht offiziell veröffentlicht. Ebenso sind Berichte über persönliche Beweggründe des Paares, wirtschaftliche Erwägungen oder angebliche Absprachen mit einzelnen Mitgliedern der Royal Family nicht als bestätigte Tatsachen anzusehen, sofern sie lediglich auf anonymen Insidern oder Kommentatoren beruhen.
Beim Verhältnis zwischen Harry und seinem Vater gibt es dagegen eine konkrete Entwicklung, die vom Palast bestätigt wurde. König Charles III. und Königin Camilla empfingen Harry, Meghan sowie Archie und Lilibet im Juli in Highgrove House. Buckingham Palace bezeichnete das Treffen als privaten familiären Anlass. Für Charles war es das erste persönliche Wiedersehen mit seinen Enkelkindern seit 2022.
Das Treffen war besonders deshalb bemerkenswert, weil Harry noch im Mai 2025 öffentlich erklärt hatte, sein Vater spreche wegen des Streits um seine Sicherheitsvorkehrungen nicht mit ihm. Zugleich hatte Harry damals erklärt, er wünsche sich eine Versöhnung mit seiner Familie. Bereits im September 2025 hatten sich Vater und Sohn bei einem privaten Treffen in London wieder persönlich gesehen.
Aus diesen Begegnungen lässt sich eine Wiederaufnahme des persönlichen Kontakts ableiten. Ob damit sämtliche Konflikte zwischen Harry und Charles beigelegt sind, ist jedoch nicht bekannt. Der Buckingham-Palast hat keine entsprechende Erklärung abgegeben. Aussagen von Royal-Kommentatoren, wonach Charles die Rückkehr seines Sohnes ausdrücklich als Schritt zu einer umfassenden familiären Aussöhnung betrachte, gehen über die offiziell bestätigten Angaben hinaus.
Deutlich weniger konkrete Hinweise gibt es auf eine Annäherung zwischen Harry und seinem älteren Bruder Prinz William. Öffentlich dokumentiert sind seit Jahren erhebliche Spannungen. Harry schilderte das schwierige Verhältnis unter anderem in seiner 2023 erschienenen Autobiografie. Eine aktuelle gemeinsame Erklärung der Brüder zu ihrem Verhältnis gibt es nicht.
Bei Harrys Familienbesuch in Großbritannien im Juli kam es nach den öffentlich bekannten Angaben nicht zu einem Treffen mit William. Berichte, wonach die Brüder derzeit überhaupt keinen Kontakt hätten oder William eine Aussöhnung ablehne, stützen sich auf Quellen aus dem Umfeld beziehungsweise auf Royal-Berichterstattung. Eine unabhängige Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor. Auch der Kensington-Palast äußerte sich nicht öffentlich zu einer möglichen Versöhnung.
Damit ist auch nicht bestätigt, dass Harrys Rückkehr zwangsläufig zu einem Treffen mit William führen wird. Einschätzungen von Kommentatoren, die den Umzug als neue Chance für eine Aussöhnung bezeichnen, sind als Bewertungen zu verstehen und nicht als angekündigte Entwicklung innerhalb der königlichen Familie.
Die Rückkehr fällt in eine Phase, in der Harry und Meghan in Großbritannien deutlich schlechtere Zustimmungswerte haben als William, Catherine und König Charles. Der YouGov-Royal-Tracker vom Juli 2026 ergab für Harry einen positiven Wert von 33 Prozent, während 58 Prozent eine negative Meinung von ihm hatten. Meghan wurde von 22 Prozent positiv und von 65 Prozent negativ bewertet. William und Catherine kamen in derselben Erhebung auf Zustimmungswerte von rund drei Vierteln der Befragten. Charles wurde von 62 Prozent positiv gesehen.
Eine neuere YouGov-Erhebung, über die die Times am 24. August berichtete, zeigt zugleich, dass viele Briten eine Annäherung der Brüder begrüßen würden. Eine Mehrheit sprach sich demnach grundsätzlich für eine Versöhnung zwischen William und Harry aus. 35 Prozent hielten eine solche Versöhnung allerdings für unrealistisch.
Die Rückkehr der Sussexes selbst wird zurückhaltender beurteilt. Nach den veröffentlichten Ergebnissen stehen 21 Prozent dem Umzug positiv gegenüber, während 33 Prozent ihn ablehnen. In einer weiteren Fragestellung äußerten 46 Prozent eine negative Haltung zur Rückkehr. Besonders deutlich fällt die Meinung bei der Finanzierung des Personenschutzes aus: 71 Prozent sprachen sich laut der Erhebung dagegen aus, die Sicherheitskosten der Sussexes aus Steuermitteln zu übernehmen. Eine Wiederaufnahme offizieller royaler Aufgaben durch Harry und Meghan lehnten 46 Prozent ab.
Harry und Meghan hatten sich Anfang 2020 aus ihren Rollen als arbeitende Mitglieder des Königshauses zurückgezogen und anschließend ihren Lebensmittelpunkt in die USA verlegt. Seitdem finanzierten sie sich unabhängig von der Krone und bauten eigene Medien-, Produktions- und Wohltätigkeitsprojekte auf. Harry reiste mehrfach für Gerichtsverfahren, Wohltätigkeitsveranstaltungen und familiäre Termine nach Großbritannien, Meghan war dort wesentlich seltener öffentlich zu sehen.
Die nun geplante Rückkehr verändert vor allem den Wohn- und Lebensmittelpunkt der Familie. Eine institutionelle Rückkehr in die erste Reihe des britischen Königshauses wurde nicht angekündigt. Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass Harry und Meghan weiterhin keine arbeitenden Royals sein werden. Ob ihre stärkere Präsenz in Großbritannien langfristig auch das persönliche Verhältnis zu William verändert, blieb zunächst unklar.
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