Heizölpreise ziehen wieder an und erhöhen den politischen Druck

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Zum Start der Heizsaison bleibt Heizöl für viele Haushalte in Deutschland deutlich teurer als noch vor wenigen Monaten. Am Montag zogen die Preise erneut an, nachdem auch Rohöl auf den internationalen Märkten wieder teurer geworden war. Hintergrund ist die anhaltende Unsicherheit um die Straße von Hormus und die jüngste Absage von US Präsident Donald Trump an einen iranischen Vorschlag zur Wiederöffnung der wichtigen Schifffahrtsroute. Gleichzeitig wächst in Deutschland der politische Druck, nach dem beschlossenen Tankrabatt für Benzin und Diesel auch Haushalte mit Ölheizung zu entlasten.

Beim Vergleichsportal HeizOel24 lag der bundesweite Durchschnittspreis am Montagmittag bei rund 169 Euro je 100 Liter bei einer Abnahmemenge von 3.000 Litern. Anfang September hatte der Wert noch bei knapp 150 Euro gelegen. Andere Anbieter weisen wegen unterschiedlicher Berechnungsgrundlagen und regionaler Angebote abweichende Durchschnittspreise aus. TotalEnergies bezifferte den bundesweiten Durchschnitt am Montag beispielsweise auf knapp 181 Euro je 100 Liter. Beide Preisreihen zeigen aber einen deutlichen Anstieg innerhalb weniger Wochen.

Ölpreis steigt nach Absage an iranischen Vorschlag

Der jüngste Preisschub kommt erneut vom internationalen Ölmarkt. Brent Rohöl verteuerte sich am Montag zeitweise um rund zwei Prozent. Reuters meldete am Nachmittag einen Preis von 106,60 US Dollar je Barrel. Die US Sorte WTI lag bei 94,11 Dollar. Zuvor hatte Trump einen iranischen Vorschlag zur Beendigung der Kämpfe und zur Wiederöffnung der Straße von Hormus abgelehnt.

Iran hatte nach Angaben aus Teheran einen Sieben Tage Plan vorgelegt. Dieser sah eine Wiederöffnung der Meerenge sowie die Wiederaufnahme von Gesprächen über das iranische Atomprogramm vor. Als Bedingungen verlangte Iran unter anderem ein Ende der Kampfhandlungen, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte, Erleichterungen beim Verkauf iranischen Öls und ein Ende der Hafenblockade. Trump bezeichnete das Angebot als nicht annehmbar. Weitere Gespräche über Vermittler blieben jedoch im Gespräch.

Die Straße von Hormus ist für den weltweiten Ölhandel von zentraler Bedeutung. Vor Beginn des aktuellen Konflikts wurden nach Reuters Angaben rund 20 Millionen Barrel Öl pro Tag durch die Meerenge transportiert. Das entsprach ungefähr einem Fünftel des weltweiten Angebots. Die Liefermengen aus dem Nahen Osten haben sich inzwischen teilweise erholt, liegen aber weiterhin unter dem Niveau vor dem Konflikt.

Tankrabatt gilt nicht für Heizöl

Während Autofahrer ab Oktober steuerlich entlastet werden sollen, ist für Heizöl keine vergleichbare Regelung beschlossen. Der Bundestag verabschiedete am Freitag eine befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent je Liter. Durch die entsprechend niedrigere Mehrwertsteuer ergibt sich nach Angaben des Bundestags eine Entlastung von rund 17 Cent je Liter. Die Regelung soll vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026 gelten.

Heizöl fällt ausdrücklich nicht unter diese Steuersenkung. Für leichtes Heizöl gilt bereits ein deutlich niedrigerer Energiesteuersatz als für Kraftstoffe. Das Bundesfinanzministerium nennt für schwefelarmes leichtes Heizöl einen Satz von 61,35 Euro je 1.000 Liter. Das entspricht gut sechs Cent je Liter. Eine Senkung nach demselben Muster wie beim Tankrabatt könnte deshalb nur einen wesentlich kleineren Betrag ausmachen.

Die Bundesregierung hatte das Kraftstoffpaket mit den hohen Belastungen für private Haushalte und Unternehmen begründet. Bund und Länder rechnen mit einem Entlastungsvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro. Darüber hinaus will der Bund mit der Mineralölwirtschaft über einen zeitlich begrenzten Spritpreisdeckel ab Anfang 2027 sprechen.

Schwesig und Voigt fordern Hilfen beim Heizen

In den Ländern gibt es inzwischen Forderungen, die Entlastung nicht auf Autofahrer zu begrenzen. Mecklenburg Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sprach sich im Bundesrat für zusätzliche Unterstützung für Haushalte mit Ölheizung aus. Sie verwies darauf, dass Familien ihren Heizöltank vor dem Winter teilweise nur noch mit erheblichen finanziellen Belastungen füllen könnten. Die Staatskanzlei Mecklenburg Vorpommern bestätigte zugleich ihre Unterstützung für den Tankrabatt und einen späteren Preisdeckel bei Kraftstoffen.

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt forderte eine befristete Aussetzung der CO₂ Bepreisung für Kraft und Brennstoffe. Damit würden nach seiner Darstellung nicht nur Autofahrer, sondern auch Haushalte beim Heizen entlastet. Eine entsprechende bundesweite Regelung ist bislang nicht beschlossen.

Die Debatte betrifft einen erheblichen Teil des Wohnungsbestands. Nach dem Zensus 2022 wurden 19 Prozent der Wohnungen in Deutschland überwiegend mit Öl beheizt. Bei Gebäuden mit Wohnraum lag der Anteil sogar bei 24,7 Prozent. Besonders verbreitet sind Ölheizungen in Teilen Süd und Westdeutschlands.

Hohe Kosten treffen Haushalte kurz vor dem Winter

Die politischen Forderungen fallen damit in eine Phase, in der viele Verbraucher ihre Vorräte für die Heizperiode auffüllen. Bei einem Preis von rund 169 Euro je 100 Liter kostet eine Lieferung von 3.000 Litern rechnerisch mehr als 5.000 Euro. Tatsächliche Angebote können je nach Region, Bestellmenge und Lieferzeit deutlich davon abweichen.

Ob es neben dem Tankrabatt noch zu einer eigenen Entlastung für Heizölkunden kommt, war am Montag nicht entschieden. Offiziell beschlossen ist bislang nur die Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Forderungen nach zusätzlichen Maßnahmen liegen auf dem Tisch, konkrete gesetzliche Regelungen für Heizöl gibt es derzeit jedoch nicht.

Für die weitere Preisentwicklung bleibt vor allem der internationale Ölmarkt entscheidend. Schon die Reaktion auf den abgelehnten Hormus Vorschlag zeigt, wie empfindlich die Preise derzeit auf diplomatische und militärische Entwicklungen im Nahen Osten reagieren. Solange die Lieferungen durch die Region eingeschränkt bleiben und eine dauerhafte Vereinbarung aussteht, können sich Veränderungen am Rohölmarkt auch kurzfristig auf Heizölpreise in Deutschland auswirken.

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