HelloFresh kappt Jahresziele nach schwachem dritten Quartal

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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HelloFresh hat seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026 deutlich gesenkt. Der Berliner Kochboxenversender rechnet nach einer schwächer als erwarteten Neukundengewinnung mit einem stärkeren Umsatzrückgang und einem niedrigeren bereinigten operativen Ergebnis. Die HelloFresh Prognose 2026 belastete die Aktie am Donnerstagabend zusätzlich.

Umsatz soll 2026 um bis zu elf Prozent sinken

Für das Gesamtjahr erwartet HelloFresh nun einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von neun bis elf Prozent. Zuvor hatte der Konzern einen Rückgang am unteren Ende einer Spanne von drei bis sechs Prozent in Aussicht gestellt. Der von HelloFresh ermittelte Analystenkonsens hatte zuletzt bei einem Minus von 6,9 Prozent gelegen.

Auch die Prognose für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wurde reduziert. Das währungsbereinigte AEBITDA soll nun zwischen 350 und 370 Millionen Euro liegen. Bislang hatte HelloFresh 375 bis 425 Millionen Euro erwartet. Der Analystenkonsens lag nach Unternehmensangaben bei 375,6 Millionen Euro.

Neukundengewinnung bleibt hinter den Erwartungen zurück

Auslöser für die Anpassung ist vor allem die Entwicklung während der sogenannten Back-to-School-Periode. Diese Phase ist für HelloFresh traditionell wichtig, um neue Kunden zu gewinnen. Das Unternehmen erklärte, dass dabei nicht genügend Neukunden gewonnen worden seien, um die bisherige Jahresprognose und die Markterwartungen zu erreichen.

HelloFresh führt die schwächere Neukundengewinnung überwiegend auf die deutlich reduzierten Marketingausgaben im dritten Quartal zurück. Die Kürzung fiel im Jahresvergleich stärker aus als noch im ersten Halbjahr.

Bereits bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal hatte der Konzern seine Marketingausgaben bewusst zurückgefahren. Damals lagen die Ausgaben bei 14,9 Prozent des Umsatzes nach 16,3 Prozent ein Jahr zuvor. Die Zahl der Bestellungen war im zweiten Quartal um 13,7 Prozent auf 21,84 Millionen gesunken. Der Umsatz ging währungsbereinigt um 7,8 Prozent auf rund 1,57 Milliarden Euro zurück.

Drittes Quartal schwächer als vom Markt erwartet

Für das dritte Quartal 2026 erwartet HelloFresh inzwischen einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von elf bis zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal 2025 hatte das Minus 9,3 Prozent betragen. Analysten hatten nach Angaben des Unternehmens zuletzt lediglich mit einem Rückgang von 6,8 Prozent gerechnet.

Das bereinigte EBITDA dürfte im dritten Quartal zwischen 45 und 55 Millionen Euro liegen. Damit würde der Wert zwar über den 40 Millionen Euro aus dem Vorjahresquartal liegen, aber unter dem Analystenkonsens von 57,2 Millionen Euro. Die Angaben beruhen noch auf vorläufigen und ungeprüften Zahlen. Die vollständigen Ergebnisse für das dritte Quartal will HelloFresh am 5. November veröffentlichen.

HelloFresh-Aktie weitet Verluste nach Mitteilung aus

Die Ad-hoc-Mitteilung wurde am Donnerstag um 20.29 Uhr veröffentlicht und damit nach dem Ende des regulären Xetra-Handels. Dort hatte die HelloFresh-Aktie den Tag bereits bei 2,534 Euro mit einem Minus von 6,15 Prozent beendet.

Im anschließenden Handel verstärkten sich die Verluste. Gegen 21 Uhr wurde die Aktie bei rund 2,40 Euro gehandelt. Das entsprach auf Tagesbasis einem Minus von etwas mehr als elf Prozent. Einzelne Kursquellen wiesen zu diesem Zeitpunkt 2,3975 Euro und einen Abschlag von 11,14 Prozent aus. Die Kurse können sich im außerbörslichen Handel laufend verändern.

Konzern setzt weiter auf Profitabilität statt Wachstum

HelloFresh befindet sich seit längerem in einer Phase sinkender Bestellzahlen. Das Unternehmen versucht, diesem Rückgang unter anderem mit geringeren Marketingausgaben, höheren durchschnittlichen Bestellwerten und Effizienzmaßnahmen zu begegnen. Im zweiten Quartal stieg der durchschnittliche Bestellwert währungsbereinigt um 6,5 Prozent auf 71 Euro. Gleichzeitig sank das bereinigte EBITDA des Konzerns von 158,5 Millionen auf 120,6 Millionen Euro.

Im Gesamtjahr 2025 hatte HelloFresh einen Umsatz von rund 6,76 Milliarden Euro erzielt. Währungsbereinigt bedeutete das bereits einen Rückgang von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBITDA lag damals bei rund 423 Millionen Euro.

Mit der erneuten Prognosesenkung wird deutlich, wie stark das Geschäftsmodell derzeit von der Balance zwischen Marketingkosten, Neukundengewinnung und Profitabilität abhängt. Die endgültigen Zahlen für das dritte Quartal werden zeigen, wie stark sich die niedrigeren Bestellvolumina auf Umsatz und Ergebnis ausgewirkt haben.

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