Homeoffice bleibt in Deutschland fest im Arbeitsalltag verankert

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Grzegorz Walczak

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Homeoffice gehört für einen großen Teil der Beschäftigten in Deutschland weiterhin zum Arbeitsalltag. Besonders verbreitet ist das Arbeiten von zu Hause im Dienstleistungssektor. Dort arbeiteten im August 2026 nach Angaben des ifo Instituts 35,1 Prozent der Beschäftigten zumindest teilweise im Homeoffice. Über alle Wirtschaftsbereiche hinweg lag der Anteil bei 24,9 Prozent. Damit arbeitet weiterhin ungefähr jeder vierte Beschäftigte zumindest zeitweise außerhalb des betrieblichen Arbeitsplatzes.

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Die aktuellen Daten zum Homeoffice in Deutschland im August 2026 bestätigen damit vor allem eine Entwicklung, die sich bereits seit mehreren Jahren abzeichnet: Nach dem starken Anstieg während der Corona-Pandemie hat sich der Anteil der Beschäftigten mit Homeoffice weitgehend stabilisiert. Das ifo Institut sieht seit Jahren weder in der Gesamtwirtschaft noch innerhalb der großen Wirtschaftsbereiche nennenswerte Verschiebungen.

Dienstleistungen liegen beim Homeoffice klar vorn

Mit einem Anteil von 35,1 Prozent bleibt der Dienstleistungssektor deutlich vor den anderen großen Wirtschaftsbereichen. Das liegt auch daran, dass dort besonders viele Tätigkeiten am Computer oder unabhängig von einem festen Produktionsort ausgeübt werden können.

Schon im Februar 2026 hatte das ifo Institut für den Dienstleistungssektor einen Homeoffice-Anteil von 34,9 Prozent gemessen. Besonders hoch waren die Werte damals bei IT-Dienstleistern mit 76,4 Prozent sowie bei Unternehmensberatungen mit 67,6 Prozent. Die August-Daten zeigen somit keinen grundlegenden Richtungswechsel, sondern eine Fortsetzung des bereits erreichten Niveaus.

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Auch Stellenanzeigen spiegeln diese Entwicklung wider. Nach einer früheren ifo-Auswertung enthielt rund jede fünfte untersuchte Stellenausschreibung in Deutschland eine Homeoffice-Option. Bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen lag der entsprechende Anteil bei 42 Prozent. Grundlage waren mehr als 93 Millionen Stellenanzeigen aus dem Zeitraum von Januar 2014 bis Juni 2025.

Industrie deutlich unter dem Dienstleistungssektor

In der Industrie arbeiteten im August 2026 laut ifo 16,4 Prozent der Beschäftigten zumindest teilweise von zu Hause. Damit hat sich der Anteil gegenüber früheren Erhebungen nur leicht verändert. Im Februar 2026 waren es 15,4 Prozent, im August 2025 lag der Wert bei 15,7 Prozent.

Die niedrigere Quote erklärt sich vor allem durch die Art vieler industrieller Tätigkeiten. Produktion, Montage, Maschinenbedienung und andere Arbeiten an Anlagen setzen in der Regel Anwesenheit vor Ort voraus. Homeoffice konzentriert sich deshalb stärker auf Verwaltung, Entwicklung, Planung oder andere Bürotätigkeiten innerhalb der Industrie.

Die amtliche Statistik zeigt diesen Zusammenhang ebenfalls. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes arbeiteten 2024 nur 1,6 Prozent der Anlagen- und Maschinenbediener zumindest zeitweise von zu Hause. Bei Wissenschaftlern lag der Anteil dagegen bei 49,0 Prozent, bei Führungskräften bei 41,6 Prozent.

Große Unterschiede zwischen Großhandel und Einzelhandel

Auch innerhalb des Handels gehen die Werte deutlich auseinander. Im Großhandel arbeiteten im August 2026 nach ifo-Angaben 17,7 Prozent der Beschäftigten zumindest teilweise im Homeoffice. Im Einzelhandel waren es dagegen lediglich 6,2 Prozent.

Im August 2025 hatte der Großhandel noch bei 17 Prozent gelegen, der Einzelhandel bei 4,6 Prozent. Im Februar 2026 waren es 17,3 beziehungsweise 5,9 Prozent. Die Zahlen bewegen sich damit in einem vergleichsweise engen Bereich.

Der Unterschied zwischen beiden Handelsbereichen ist strukturell nachvollziehbar. Im Einzelhandel sind Verkauf, Warenpräsentation und Kundenkontakt meist unmittelbar an Geschäfte oder andere Betriebsstätten gebunden. Im Großhandel lassen sich dagegen Verwaltungs-, Einkaufs- oder Vertriebsaufgaben häufiger digital erledigen.

Baugewerbe weiterhin mit niedrigstem Anteil

Am seltensten wird Homeoffice im Baugewerbe genutzt. Dort arbeiteten im August 2026 laut ifo 5,1 Prozent der Beschäftigten zumindest teilweise von zu Hause. Im Februar hatte der Anteil bei 4,5 Prozent gelegen, im August 2025 bei 4,4 Prozent.

Auch hier ist die Tätigkeit entscheidend. Ein großer Teil der Arbeit wird auf Baustellen oder an konkreten Einsatzorten ausgeführt. Möglichkeiten für Homeoffice bestehen vor allem in Planung, Projektsteuerung, Kalkulation oder Verwaltung.

Damit zeigt sich über alle Branchen hinweg ein klares Muster: Je stärker eine Tätigkeit an Maschinen, Kundenverkehr, Baustellen oder andere physische Arbeitsorte gebunden ist, desto geringer fällt die Homeoffice-Quote aus.

Deutschland liegt beim Homeoffice über dem EU-Durchschnitt

Die ifo-Zahlen fügen sich auch in die amtlichen Daten des Statistischen Bundesamtes ein. Für das Jahr 2025 meldete Destatis, dass 25 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland zumindest gelegentlich von zu Hause arbeiteten. 2024 waren es 24 Prozent und 2023 rund 23 Prozent. Vor der Corona-Pandemie lag der Anteil 2019 noch bei 13 Prozent.

Für 2024 wies Destatis zudem einen EU-Durchschnitt von 23 Prozent aus. Deutschland lag damit leicht darüber. Besonders hohe Homeoffice-Anteile gab es damals in den Niederlanden mit 52 Prozent, in Schweden mit 46 Prozent und in Luxemburg mit 43 Prozent. Am anderen Ende der Skala lagen Bulgarien mit 3 Prozent, Rumänien mit 4 Prozent und Griechenland mit 8 Prozent.

International gehört Deutschland damit zu den Ländern, in denen mobiles Arbeiten dauerhaft eine vergleichsweise große Rolle spielt. Die Unterschiede zwischen den Staaten bleiben allerdings erheblich und hängen unter anderem von Wirtschaftsstruktur, Berufsprofilen und betrieblichen Arbeitsmodellen ab.

Die neuen ifo-Daten sprechen zugleich gegen einen flächendeckenden Rückzug aus dem Homeoffice. Trotz einzelner Unternehmen, die ihre Präsenzregeln verschärft haben, liegt der gesamtwirtschaftliche Anteil weiterhin ungefähr bei einem Viertel der Beschäftigten. Entscheidend ist weniger eine einheitliche Entwicklung zurück ins Büro als die Frage, welche Tätigkeiten überhaupt außerhalb eines festen Arbeitsplatzes ausgeübt werden können.

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