
Das Bundeskartellamt hat die geplante Übernahme von sechs Baumarktstandorten der insolventen Hellweg-Gruppe durch Hornbach genehmigt. Die Wettbewerbsbehörde gab das Vorhaben am Donnerstag, 22. Oktober 2026, im Vorprüfverfahren frei. Damit ist eine wichtige Voraussetzung für die Expansion des Baumarktbetreibers erfüllt. Die betroffenen Filialen sollen im Frühjahr 2027 unter der Marke Hornbach neu eröffnen.
Die Übernahme betrifft sechs bisherige Standorte der Hellweg-Gruppe in mehreren Bundesländern. Konkret handelt es sich um die Baumärkte in Ahrensfelde in Brandenburg, Berlin-Köpenick, Dortmund-Kley, Essen-Borbeck, Freiberg in Sachsen und Sankt Augustin.
Hornbach hatte bereits im September Vereinbarungen über die Übernahme dieser Märkte bekannt gegeben. Nach den damaligen Planungen sollen die Standorte zum 1. Dezember 2026 auf den neuen Betreiber übergehen. Anschließend will das Unternehmen die Verkaufsflächen umgestalten und als reguläre Hornbach Bau- und Gartenmärkte wiedereröffnen.
Als Zeitpunkt für die Neueröffnungen nennt Hornbach das Frühjahr 2027. Konkrete Eröffnungstage für die einzelnen Filialen wurden bislang nicht veröffentlicht.
Das Bundeskartellamt hat gegen die Übernahme keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken. Ausschlaggebend ist, dass Verbraucher in den betroffenen Regionen weiterhin zwischen verschiedenen Baumärkten und Fachgeschäften wählen können.
Die Behörde untersuchte dafür die Wettbewerbsverhältnisse in den jeweiligen Einzugsgebieten. Berücksichtigt wurden unter anderem Kundenkartendaten und Kundenbefragungen. Dabei spielen die Größe der Märkte, die Bevölkerungsdichte und die Verkehrsanbindung eine Rolle.
Die Untersuchung ergab, dass sich die regionalen Einzugsgebiete nicht einheitlich anhand fester Entfernungen bestimmen lassen. Entscheidend ist vielmehr, welche Einkaufsmöglichkeiten Kunden tatsächlich nutzen können.
Mit der Entscheidung entfällt für Hornbach die kartellrechtliche Hürde. Die Freigabe bedeutet allerdings nicht, dass die Übertragung der Filialen bereits abgeschlossen ist. Hornbach hatte zuvor auch auf die notwendige gerichtliche Bestätigung des Insolvenzplans hingewiesen.
Hintergrund der Übernahme ist die Insolvenz der Hellweg-Gruppe. Die Gesellschaften hinter den Marken Hellweg und BayWa Bau & Garten hatten im Juni 2026 Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt.
Zuletzt umfasste das deutsche Filialnetz nach Angaben des Bundeskartellamtes 113 Bau- und Gartenmärkte. Schwerpunkte lagen im Rhein-Ruhr-Gebiet, im Großraum Berlin und in Süddeutschland.
Nachdem sich keine Gesamtlösung für die insolvente Unternehmensgruppe gefunden hatte, wurden einzelne Standorte anderen Baumarktbetreibern angeboten. Neben Hornbach beteiligen sich unter anderem Bauhaus und Obi an der Übernahme bisheriger Hellweg- beziehungsweise BayWa-Standorte.
Bereits Anfang Oktober hatte das Bundeskartellamt die Übernahme von acht Standortmietverträgen durch Bauhaus freigegeben. Diese Freigabe umfasste ursprünglich auch Berlin-Köpenick. Bauhaus hatte sein Interesse an diesem Markt jedoch zurückgezogen. Der Standort gehört nun zu den sechs geplanten Hornbach-Übernahmen.
Die Aufteilung des bisherigen Filialnetzes bedeutet zugleich, dass nicht sämtliche Märkte unter einem neuen gemeinsamen Betreiber fortgeführt werden.
Für Hornbach ist die Übernahme Teil einer größeren Wachstumsstrategie. Das Unternehmen betreibt bereits rund 100 Baumärkte in Deutschland und ist auch in mehreren europäischen Ländern vertreten.
Nach Unternehmensangaben umfasste das Netz im September insgesamt 178 großflächige Bau- und Gartenmärkte einschließlich Fachmärkten in neun europäischen Ländern. Weitere Eröffnungen sind unter anderem in Serbien geplant.
Auch wirtschaftlich konnte Hornbach zuletzt zulegen. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026/27 stieg der Nettoumsatz der Gruppe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf rund 3,8 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis erreichte 285,6 Millionen Euro.
Mit den zusätzlichen deutschen Standorten will Hornbach seine Marktpräsenz ausbauen. Die sechs ehemaligen Hellweg-Märkte sollen nach den geplanten Umbauten im kommenden Frühjahr Teil des regulären Filialnetzes werden.
Wie viele Beschäftigte an den einzelnen Standorten übernommen werden und wie hoch der Kaufpreis ausfällt, ist bislang nicht offiziell beziffert worden.
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