Mario Vuskovic steht beim HSV vor der Rückkehr ins Teamtraining

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Mario Vuskovic steht kurz vor einem wichtigen Schritt zurück in den Trainingsalltag des Hamburger SV. Der 24 Jahre alte kroatische Innenverteidiger darf ab dem 15. September 2026 wieder gemeinsam mit der Profimannschaft trainieren. Damit endet allerdings nicht seine vierjährige Dopingsperre. Diese läuft noch bis zum 15. November 2026. Erst danach darf Vuskovic wieder an Pflichtspielen teilnehmen.

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Über die konkrete Planung für den 15. September berichteten am Dienstag, 8. September 2026, unter anderem die Hamburger Morgenpost sowie Bild. Nach Angaben der Hamburger Morgenpost soll Vuskovic an diesem Tag erstmals seit fast vier Jahren wieder mit den HSV Profis auf dem Platz stehen. Wegen des erwarteten Zuschauerinteresses könnte die Einheit sogar im Volksparkstadion stattfinden. Auch eine Öffnung der Nordtribüne steht dem Bericht zufolge im Raum. Offiziell bestätigt hatte der HSV diesen besonderen Trainingsort zunächst nicht. Der veröffentlichte Trainingsplan des Clubs reicht derzeit nur bis zum Bundesliga Auswärtsspiel bei RB Leipzig am 13. September.

Sperre endet erst am 15. November

Der Unterschied zwischen Trainingsrückkehr und Sperrende ist in diesem Fall wesentlich. Der Internationale Sportgerichtshof CAS verhängte am 27. August 2024 eine vierjährige Sperre gegen Vuskovic. Sie begann rückwirkend am 15. November 2022, dem Zeitpunkt seiner vorläufigen Sperre, und läuft bis zum 15. November 2026.

Der CAS bestätigte eine Verletzung von Artikel 6 des FIFA Anti Doping Reglements wegen des festgestellten Vorhandenseins von rekombinantem Erythropoetin, kurz rEPO. Zuvor hatte das DFB Sportgericht am 30. März 2023 eine zweijährige Sperre ausgesprochen. Vuskovic legte gegen diese Entscheidung Berufung ein. Auch die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland und die Welt Anti Doping Agentur WADA gingen vor den CAS und verlangten eine längere Sanktion. Der CAS erhöhte die Sperre schließlich auf vier Jahre.

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Eine Beschwerde gegen den CAS Entscheid wurde im Februar 2025 vom Schweizerischen Bundesgericht abgewiesen. Der DFB hielt später in seinem Jahresbericht ebenfalls fest, dass die vierjährige Sperre durch das Schweizerische Bundesgericht bestätigt worden sei.

Dass Vuskovic bereits zwei Monate vor dem Ende der Sperre wieder trainieren kann, beruht auf einer Ausnahme im internationalen Anti Doping Regelwerk. Der WADA Code ermöglicht Athleten gegen Ende einer Sperre die Rückkehr ins Mannschaftstraining. Maßgeblich ist dabei der kürzere Zeitraum aus den letzten zwei Monaten der Sperre oder dem letzten Viertel der gesamten Sperrdauer. Bei Vuskovic sind dies die letzten zwei Monate. Die FIFA richtet ihre Anti Doping Regeln am WADA Code aus.

HSV bereitete die Rückkehr schon länger vor

Dass Vuskovic im September 2026 wieder in das Teamtraining integriert werden soll, ist keine kurzfristige Entscheidung. Der HSV hatte bereits am 9. September 2024 offiziell erklärt, dass der Kroate ab Mitte September 2026 wieder mit der Mannschaft trainieren dürfe. Gleichzeitig regelten Club und Spieler ihre vertragliche Zukunft neu.

Der ursprünglich bis zum 30. Juni 2025 laufende Vertrag wurde damals im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. Zugleich vereinbarten beide Seiten einen neuen, nach Angaben des HSV stark leistungsbezogenen Lizenzspielervertrag für die Zeit ab 2026. Eine konkrete Laufzeit beziehungsweise ein öffentlich bestätigtes Enddatum dieses neuen Vertrags nannte der Verein nicht. Der HSV erklärte lediglich, die sportliche Zusammenarbeit nach der Sperre fortsetzen zu wollen.

Der damalige HSV Vorstand Stefan Kuntz erklärte dazu, der Club biete Mario damit eine Perspektive und dem HSV eine Chance. Eine Rückkehr in den Profifußball nach vier Jahren sei keine Selbstverständlichkeit. Der Club sei jedoch überzeugt, dass Vuskovic die sportlichen Voraussetzungen für ein Comeback besitze.

Polzin stimmt Trainingsinhalte mit Personal Trainer ab

In den Wochen vor der möglichen Rückkehr hat auch Trainer Merlin Polzin die sportliche Vorbereitung intensiviert. Mitte August berichtete Polzin von einem ausführlichen Videogespräch, in dem sich das HSV Trainerteam über Vuskovics aktuellen Leistungsstand informiert habe.

Man habe zum Ende der Woche einen ausführlichen Videocall gehabt, um seinen Stand zu erfragen, sagte Polzin. Der HSV stehe zudem im Austausch mit Vuskovics Personal Trainer Josko Vlasic. Inhaltlich gehe es bereits um Anforderungen für die Rolle als zentraler oder halber Innenverteidiger. Welche sportlichen Anweisungen während der noch laufenden Sperre zulässig sind, wurde nach Angaben aus dem Umfeld des Trainerteams mit der Rechtsabteilung des HSV abgestimmt.

Der Verein hielt während der Sperre auf verschiedene Weise Kontakt zu Vuskovic. Er trainierte individuell und bereitete sich mit persönlicher Betreuung auf eine Rückkehr vor. Im August schickten Trainerteam, Staff und Mannschaft dem Kroaten außerdem ein Trikot sowie eine persönliche Videobotschaft.

Das habe ihn sehr berührt und sollte zeigen, dass er Teil der Mannschaft sei, sagte Polzin dazu. Vuskovic blieb zudem dem Umfeld des Clubs verbunden und besuchte wiederholt HSV Spiele. Schon 2024 hatte der Verein erklärt, dass der Spieler seinen Wohnsitz in Hamburg behalten und sich gezielt auf eine Rückkehr vorbereiten wolle.

47 Pflichtspiele für den Hamburger SV

Vuskovic wurde am 16. November 2001 in Split geboren und ist kroatischer Staatsbürger. Der Rechtsfuß kam im Sommer 2021 zunächst auf Leihbasis von Hajduk Split nach Hamburg. Im März 2022 verpflichtete der HSV den Innenverteidiger fest.

Bis zum Beginn seiner Sperre absolvierte er nach den offiziellen Daten des DFB insgesamt 47 Pflichtspiele für den Hamburger SV. Davon entfielen 40 Partien auf die 2. Bundesliga, fünf auf den DFB Pokal und zwei auf die Bundesliga Relegation. In diesen Begegnungen erzielte er drei Tore. Sein bislang letztes Pflichtspiel für Hamburg bestritt er am 9. November 2022 beim Auswärtsspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth.

Zum Zeitpunkt seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining ist Vuskovic 24 Jahre alt. Sein jüngerer Bruder Luka spielte in der Saison 2025/26 ebenfalls als Innenverteidiger für den HSV, kehrte nach dem Ende seiner Leihe jedoch zu seinem Stammverein zurück. Bereits im Mai hatte die Bundesliga darauf verwiesen, dass in der Saison 2026/27 wieder Mario Vuskovic für Hamburg zur Verfügung stehen soll.

Für Pflichtspiele muss Vuskovic weiter warten

Für die aktuelle Kaderplanung des Bundesligisten bedeutet der 15. September deshalb zunächst nur eine zusätzliche Option im Trainingsbetrieb. Vuskovic kann sich wieder unter regulären Mannschaftsbedingungen an Tempo, Abläufe und Zweikämpfe gewöhnen. Einen Platz im Spieltagskader kann er vor Mitte November noch nicht einnehmen.

Gerade diese zweimonatige Phase soll den Übergang zurück in den Profifußball ermöglichen. Der HSV hatte seine langfristige Planung bereits 2024 ausdrücklich auf eine sportliche Rückkehr in der Saison 2026/27 ausgerichtet. Wie schnell Vuskovic nach dem Ende der Sperre tatsächlich wieder für Pflichtspiele infrage kommt, hängt von seiner sportlichen Entwicklung im Mannschaftstraining ab.

Am 15. September soll damit zunächst der erste Schritt erfolgen. Ob dieser tatsächlich vor einer größeren Zahl von Fans im Volksparkstadion stattfindet, war am Dienstag noch nicht abschließend vom Verein bestätigt. Sicher ist hingegen, dass Vuskovic an diesem Tag nach den für ihn geltenden Anti Doping Bestimmungen wieder mit seiner Mannschaft trainieren darf. Seine Spielberechtigung folgt erst zwei Monate später.

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