Husqvarna schreibt Verlust und verlagert Produktion nach Asien

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der schwedische Gartengerätehersteller Husqvarna hat im dritten Quartal 2026 einen deutlichen Ergebnisrückgang verzeichnet und ist operativ in die Verlustzone gerutscht. Gleichzeitig kündigte der Konzern am Mittwoch, 21. Oktober, an, die Produktion ausgewählter akkubetriebener Handgeräte von Europa nach Asien zu verlagern. Hintergrund sind eine schwache Nachfrage in wichtigen europäischen Märkten und steigende Kosten. Die zum Konzern gehörende Marke Gardena konnte ihren Umsatz dagegen steigern, schrieb im Quartal allerdings ebenfalls rote Zahlen.

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Die Husqvarna Quartalszahlen zeigen einen operativen Verlust von 334 Millionen schwedischen Kronen. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Betriebsgewinn von 141 Millionen Kronen erzielt. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf rund 9,01 Milliarden Kronen. Bereinigt um Währungseinflüsse und andere Veränderungen lag der Rückgang bei fünf Prozent.

Schwache Nachfrage in Europa belastet Husqvarna

Besonders deutlich zeigte sich die schwierige Geschäftslage in der Sparte Husqvarna Forest & Garden. Dort gingen die organischen Umsätze im dritten Quartal um zehn Prozent zurück. Das Unternehmen verwies auf die verbreitete Trockenheit in weiten Teilen Europas und eine weiterhin zurückhaltende Nachfrage, insbesondere in Deutschland und Frankreich. Betroffen waren unter anderem Rasenmäher, handgeführte Gartengeräte und Mähroboter für private Grundstücke. In der Baumaschinensparte Husqvarna Construction blieb der organische Umsatz hingegen stabil.

Zusätzlich belasteten höhere Rohstoffpreise, gestiegene Logistikkosten und eine ungünstigere Zusammensetzung der verkauften Produkte das Ergebnis. Ohne Sondereffekte erreichte der operative Verlust 246 Millionen Kronen, nachdem ein Jahr zuvor ein bereinigter Gewinn von 140 Millionen Kronen erzielt worden war. Unter dem Strich verzeichnete Husqvarna einen Quartalsverlust von 404 Millionen Kronen. Trotz des schwachen dritten Quartals blieb der Konzern über die ersten neun Monate des Jahres profitabel. Das operative Ergebnis von Januar bis September erreichte knapp 2,98 Milliarden Kronen, lag damit aber rund 20 Prozent unter dem Vorjahreswert.

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Produktion von Akku-Handgeräten soll nach Asien wechseln

Als Reaktion auf die wirtschaftliche Entwicklung treibt Husqvarna die Neuorganisation seiner Fertigung voran. Künftig sollen ausgewählte akkubetriebene Handgeräte der Marke Husqvarna nicht mehr in Europa, sondern in Asien hergestellt werden. Dafür will das Unternehmen sowohl eigene Produktionsanlagen als auch externe Fertigungspartner nutzen. Der Konzern verfolgt damit das Ziel, seine Kostenstruktur zu verbessern und die Abhängigkeit von eigenen Produktionskapazitäten zu verringern. Welche europäischen Werke unmittelbar betroffen sind, welche Produkte konkret verlagert werden und wie viele Arbeitsplätze dadurch entfallen könnten, geht aus der aktuellen Mitteilung nicht hervor.

Parallel läuft ein umfangreiches Sparprogramm. Bis Ende 2028 strebt Husqvarna jährliche Bruttoeinsparungen von drei Milliarden schwedischen Kronen an. Im bisherigen Jahresverlauf wurden nach Unternehmensangaben Einsparungen von rund 935 Millionen Kronen erreicht, davon etwa 305 Millionen im dritten Quartal. Dazu trugen unter anderem Änderungen beim Einkauf und Personalreduzierungen bei. Ergänzend setzt der Konzern auf gezielte Preiserhöhungen und Anpassungen seiner Lieferketten.

Auch die europäischen Produktionsstandorte der Marke Gardena werden neu organisiert. Bereits im Sommer hatte Husqvarna angekündigt, Teile der deutschen Fertigung in bestehende Werke in Tschechien zu verlagern. Gardena stoppte außerdem die ursprünglich geplante Erweiterung seines Standorts Heuchlingen in Baden-Württemberg. Nach Angaben des europäischen Restrukturierungsmonitors Eurofound ist bis Ende 2028 der Abbau von rund 250 Stellen an den deutschen Standorten Ulm, Niederstotzingen und Heuchlingen vorgesehen. Die Veränderungen sollen schrittweise erfolgen.

Gardena steigert Umsatz trotz Problemen bei Mährobotern

Anders als die übrige Gartengerätesparte entwickelte sich Gardena beim Umsatz im dritten Quartal positiv. Die Erlöse der Gardena-Division stiegen um 13 Prozent auf rund 2,04 Milliarden schwedische Kronen. Organisch erreichte das Wachstum acht Prozent. Wesentlicher Treiber war das Geschäft mit Bewässerungssystemen, das sowohl in Europa als auch in Nordamerika zulegte. Im zweiten Quartal hatte Gardena noch einen organischen Umsatzrückgang von elf Prozent hinnehmen müssen.

Der Umsatzanstieg bedeutete allerdings noch keine Rückkehr in die Gewinnzone. Gardena verzeichnete im dritten Quartal einen operativen Verlust von 141 Millionen Kronen, nach 161 Millionen Kronen im Vorjahreszeitraum. Über die ersten neun Monate hinweg ging der Umsatz der Sparte organisch um vier Prozent zurück. Das operative Ergebnis erreichte in diesem Zeitraum 726 Millionen Kronen, verglichen mit rund 1,11 Milliarden Kronen ein Jahr zuvor.

Probleme bereitet dem gesamten Konzern weiterhin das Geschäft mit Mährobotern. Husqvarna verwies auf schwierige Wetterbedingungen, stärkeren Wettbewerb und hohe Lagerbestände bei europäischen Handelspartnern. Davon waren sowohl Geräte der Marke Husqvarna als auch Gardena-Produkte betroffen. Die strategische Überprüfung des Gardena-Geschäftsbereichs Powered Garden, zu dem motorisierte Gartengeräte gehören, läuft weiter. Anfang 2027 will der Konzern dazu neue Informationen vorlegen.

Für Husqvarna bleibt die Entwicklung des europäischen Marktes damit eine zentrale Herausforderung. Während das Unternehmen seine Produktionsstruktur verändert und Kosten reduziert, zeigen die unterschiedlichen Ergebnisse der Geschäftsbereiche, dass sich die Nachfrage nach klassischen Gartengeräten, Bewässerungstechnik und automatisierter Rasenpflege derzeit deutlich auseinanderentwickelt.

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