IFA 2026 öffnet in Berlin: Technikbranche setzt auf KI und Robotik

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Grzegorz Walczak

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Die IFA 2026 hat am Freitag in Berlin offiziell begonnen. Bis Dienstag präsentieren auf dem Messegelände unter dem Funkturm mehr als 1.900 Marken neue Produkte aus Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräten, Computertechnik, Smart Home, Mobilität und weiteren Technologiebereichen. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 220.000 Besucherinnen und Besuchern. Besonders deutlich zeichnet sich in diesem Jahr ein Trend ab: Künstliche Intelligenz soll nicht mehr nur in Software stattfinden, sondern zunehmend in Geräten, Haushalten und Robotern Einzug halten.

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Digitalminister Wildberger eröffnet die IFA 2026

Der traditionelle Eröffnungsrundgang begann am Freitagmorgen. Zu den Teilnehmern gehörten Bundesdigitalminister Karsten Wildberger, die Parlamentarische Staatssekretärin Silke Launert, Berlins Bürgermeister und Finanzsenator Stefan Evers sowie Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey. Bereits am Vorabend hatte die IFA mit einer Veranstaltung im Internationalen Congress Centrum begonnen, das dafür erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt wieder geöffnet wurde.

Für Fachbesucher öffneten die Messehallen am Freitag um 9.30 Uhr, das allgemeine Publikum erhielt ab 12 Uhr Zutritt. Von Samstag bis Dienstag sind die Hallen für Privatbesucher jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Künstliche Intelligenz wandert in Geräte und Haushalte

KI ist zwar schon seit mehreren Jahren ein beherrschendes Thema der Elektronikbranche, auf der IFA 2026 wird ihre Integration in physische Produkte jedoch besonders sichtbar. Die Messe nennt Künstliche Intelligenz und Robotik selbst als zentrale Technologiefelder. Zu sehen sind unter anderem Anwendungen für vernetzte Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, Computer und humanoide Roboter.

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Auch das Konferenzprogramm greift diese Entwicklung auf. AMD stellt persönliche KI-Anwendungen in den Mittelpunkt seiner Eröffnungs-Keynote. Der deutsche Robotikhersteller Neura Robotics präsentiert Konzepte für sogenannte Physical AI, bei denen KI-Systeme ihre Umgebung erfassen und mit ihr interagieren sollen. Im Bereich IFA Next treten zudem autonome Roboter beim RoboCup an. Rund 300 Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen sollen allein in diesem Innovationsbereich vertreten sein.

Damit verschiebt sich der Schwerpunkt der Messe weiter von einzelnen Geräten hin zu vernetzten Systemen. Fernseher, Haushaltsgeräte, Computer und mobile Technik sollen zunehmend Daten austauschen und Funktionen automatisiert anpassen. Auch im Home-Entertainment-Bereich nennt die IFA KI, Vernetzung und intelligente Integration als zentrale Entwicklungsfelder.

Humanoide Roboter werden sichtbarer

Eine besonders auffällige Rolle spielt 2026 die Robotik. Neben industriellen Anwendungen zeigen Aussteller Systeme, die sich perspektivisch auch für private Haushalte oder Dienstleistungen eignen sollen. Die IFA hat ihre Präsentationsflächen und Live-Formate rund um humanoide Roboter ausgebaut. Dabei handelt es sich teilweise noch um Demonstratoren oder Zukunftskonzepte. Wie schnell sich solche Systeme im Massenmarkt durchsetzen, lässt sich daraus nicht ableiten.

Zugleich wächst die Verbindung zwischen Unterhaltungselektronik, Mobilität und Software. Volkswagen ist 2026 erstmals als Marke auf der IFA vertreten. Auch chinesische Technologieunternehmen wie Xiaomi und Xpeng zeigen neben klassischen Elektronikprodukten Mobilitätslösungen. Die Messe erweitert damit ihr traditionelles Spektrum über Fernseher, Computer und Haushaltsgeräte hinaus.

Smart Home und Haushaltsgeräte bleiben Kerngeschäft

Trotz der starken KI-Präsenz bleiben Haushaltsgeräte ein zentraler Bestandteil der IFA. Hersteller wie Bosch, Siemens, Miele, AEG und Liebherr haben bereits während der vorgeschalteten Medientage neue Geräte und Funktionen vorgestellt. Dabei geht es unter anderem um vernetzte Küchen, automatisierte Reinigung, Energieeffizienz und digital unterstützte Bedienkonzepte.

Hinzu kommen Unterhaltungselektronik, Audio, Computer, Gaming und zunehmend Wellness- und Beauty-Technik. Die IFA baut außerdem ihre Bereiche für Content-Produktion und Creator aus. Die entsprechende Ausstellungsfläche wächst nach Angaben der Veranstalter 2026 um 70 Prozent und verteilt sich erstmals auf zwei Hallen.

IFA trifft auf schwächeren deutschen Technikmarkt

Für die Branche fällt die Messe in eine wirtschaftlich schwierige Phase. Der deutsche Markt für technische Konsumgüter erreichte im ersten Halbjahr 2026 nach Angaben der Branchenorganisation GFU ein Umsatzvolumen von 20,6 Milliarden Euro. Das waren 2,5 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Als Belastungsfaktoren nennt die GFU unter anderem eine anhaltende Zurückhaltung der Verbraucher und wirtschaftliche Unsicherheit.

Nicht alle Produktgruppen entwickeln sich dabei gleich. Geräte mit erkennbaren zusätzlichen Funktionen und höherem Alltagsnutzen konnten laut GFU teilweise deutlich zulegen. Für Hersteller ist die IFA deshalb auch ein Test, ob neue KI-Funktionen, Automatisierung und vernetzte Systeme genügend Mehrwert schaffen, um Kaufentscheidungen auszulösen.

Mehr als eine Verbrauchermesse

Die wirtschaftliche Bedeutung der IFA reicht über den direkten Verkauf von Geräten hinaus. Die Messe ist zugleich Treffpunkt für Hersteller, Händler, Zulieferer und Distributoren. Nach Angaben der Veranstalter kommen mehr als 1.900 Aussteller aus 49 Ländern nach Berlin. Die Messe verbindet Produktpräsentationen mit Geschäftsanbahnung und internationalem Einkauf.

Der Bereich IFA Global Markets bringt vom 5. bis 7. September zusätzlich Hersteller und Zulieferer aus mehr als 20 Ländern zusammen. Dort stehen Komponenten, Fertigung, Sensorik und Lieferketten im Vordergrund. Der Reseller Park soll nach Angaben der IFA mehr als 200 Aussteller und rund 15.000 Fachbesucher erreichen.

Auch für den Standort Berlin ist die Veranstaltung von Bedeutung. Die IFA bleibt langfristig an die Hauptstadt gebunden und zieht neben Messegästen auch internationale Unternehmensvertreter, Medien und Handelspartner an. Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben der Veranstalter rund 220.000 Besucher aus 140 Ländern nach Berlin.

Technikmesse verändert ihr Profil

Die IFA versucht zugleich, ihr Profil als klassische Elektronikmesse zu erweitern. Neben Produktneuheiten gehören Live-Podcasts, Creator-Angebote und Veranstaltungen im Sommergarten zum Programm. Damit richtet sich die Messe stärker an ein breites Publikum und insbesondere an jüngere Besuchergruppen.

Der Kern bleibt jedoch die Präsentation neuer Technik. 2026 zeigt sich besonders deutlich, dass sich die Elektronikbranche von einzelnen vernetzten Geräten hin zu umfassenderen digitalen Ökosystemen bewegt. KI soll Fernseher, Computer, Haushaltsgeräte und Roboter stärker miteinander verbinden und Funktionen automatisieren. Ob daraus tatsächlich ein neuer Wachstumsschub für die Branche entsteht, hängt vor allem davon ab, ob Verbraucher den zusätzlichen Nutzen der neuen Technik auch im Alltag erkennen.

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