IG Metall und Arbeitgeber ringen um Löhne und Industriearbeitsplätze

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Im Streit um höhere Löhne und sichere Arbeitsplätze setzt die Metall- und Elektroindustrie ihre Tarifverhandlungen fort. Für Montag, 12. Oktober 2026, sind erste Gesprächsrunden in Thüringen und Berlin-Brandenburg angesetzt. In Erfurt und Berlin sollen Gewerkschaft und regionale Arbeitgeberverbände aufeinandertreffen. Die IG Metall verlangt fünf Prozent mehr Geld. Zuvor hatten mehrere erste Verhandlungsrunden ohne Annäherung geendet. Ein Ergebnis der heutigen Gespräche war am Montagmorgen noch nicht bekannt.

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IG Metall fordert höhere Löhne und sichere Arbeitsplätze

Die Tarifrunde betrifft bundesweit rund 3,7 Millionen Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie. Dazu gehören Beschäftigte im Maschinenbau, in der Automobilindustrie und in der Elektrotechnik. Die Gespräche werden nicht zentral für ganz Deutschland geführt, sondern von den Gewerkschaftsbezirken und Arbeitgeberverbänden in insgesamt 15 Tarifgebieten.

Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zusätzlich soll es Verbesserungen für Beschäftigte in den unteren Entgeltgruppen geben. Für wirtschaftlich besonders erfolgreiche Unternehmen strebt sie eine tariflich geregelte Gewinnbeteiligung an. In wirtschaftlich angeschlagenen Betrieben will sie über Maßnahmen zur Sicherung von Standorten und Arbeitsplätzen sprechen.

Damit geht es in den Verhandlungen nicht allein um die Höhe der monatlichen Einkommen. Auch die Frage, wie die Industrie Beschäftigung während ihres wirtschaftlichen Umbaus erhalten kann, gehört zu den zentralen Streitpunkten.

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Erste Verhandlungsrunden ohne Annäherung

Bereits seit dem 7. Oktober laufen Gespräche in verschiedenen Regionen. In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen begannen die Verhandlungen am Mittwoch vergangener Woche. Weitere Treffen folgten unter anderem in Bayern, Niedersachsen und im Norden Deutschlands. Nach Angaben der Gewerkschaft blieben diese ersten Runden ohne Annäherung. Die Arbeitgeber legten dort zunächst kein eigenes Entgeltangebot vor.

Die Arbeitgeberverbände weisen die Forderung nach fünf Prozent mehr Geld zurück. Gesamtmetall begründet die ablehnende Haltung mit schwacher Produktion, hohen Kosten und internationalen Wettbewerbsnachteilen. Nach Angaben des Arbeitgeberverbandes sind seit 2019 rund 350.000 Arbeitsplätze in der Metall- und Elektroindustrie weggefallen.

Die IG Metall argumentiert dagegen, dass sich nicht alle Unternehmen in derselben schwierigen Lage befinden. Während Betriebe mit Auftragsrückgängen kämpfen, verzeichnen andere eine hohe Auslastung. Deshalb will die Gewerkschaft unterschiedliche wirtschaftliche Situationen bei den Tarifregelungen berücksichtigen.

Unterschiedliche Lage zwischen Autoindustrie und Elektrotechnik

Wie ungleich die Entwicklung verläuft, zeigt auch eine Betriebsrätebefragung der IG Metall aus dem Sommer. An ihr beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben 2.457 Betriebe mit zusammen mehr als 1,3 Millionen Beschäftigten. 63 Prozent der befragten Betriebsräte berichteten von einer guten oder sehr guten Kapazitätsauslastung. 58 Prozent sahen günstige Aussichten für die kommenden drei bis sechs Monate.

Besonders positiv bewertet die Gewerkschaft die Entwicklung unter anderem in der Elektrotechnik und im sonstigen Fahrzeugbau. In der Automobilindustrie fällt das Bild deutlich uneinheitlicher aus. Auch der Stahlsektor steht nach der Befragung weiter unter Druck. Die Ergebnisse spiegeln die Einschätzungen der befragten Betriebsräte wider und belegen noch keine allgemeine Erholung der deutschen Industrie.

Für die Beschäftigten schafft diese unterschiedliche Entwicklung Unsicherheit. Eine Lohnerhöhung kann die Kaufkraft stützen. Arbeitgeber befürchten dagegen, dass zusätzliche Personalkosten die Wettbewerbsfähigkeit wirtschaftlich schwacher Standorte beeinträchtigen. Beide Positionen prägen die laufenden Gespräche.

Metallindustrie steht unter internationalem Wettbewerbsdruck

Der Tarifkonflikt findet vor dem Hintergrund erheblicher Veränderungen in der deutschen Industrie statt. Besonders die Automobilhersteller und ihre Zulieferer müssen sich an neue Technologien, veränderte Absatzmärkte und den Wettbewerb internationaler Hersteller anpassen. Gleichzeitig benötigen Unternehmen Investitionen in moderne Produktionsanlagen und neue Produkte.

Auch im Maschinenbau und in der Elektrotechnik spielen Exportmärkte eine wichtige Rolle. Die Entwicklung der Arbeitskosten beeinflusst deshalb nicht nur die Situation einzelner Betriebe, sondern auch deren Position im internationalen Wettbewerb.

Für die IG Metall steht dem die Bedeutung stabiler Einkommen gegenüber. Die Gewerkschaft sieht höhere Löhne als Beitrag zur Stärkung der Kaufkraft. Die Arbeitgeber halten dagegen eine Begrenzung zusätzlicher Kosten für notwendig, um Investitionen und Beschäftigung in Deutschland zu sichern.

Ab November sind Warnstreiks möglich

Am Mittwoch, 14. Oktober, steht die erste Verhandlungsrunde im Tarifgebiet Sachsen in Chemnitz an. In mehreren anderen Regionen sollen die Gespräche Ende Oktober fortgesetzt werden, unter anderem am 27. Oktober in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober 2026. Sollten bis dahin keine Einigungen zustande kommen, sind vom 1. November an Warnstreiks möglich. Das bedeutet allerdings nicht, dass bereits flächendeckende Arbeitsniederlegungen beschlossen wären. Wann und wo es gegebenenfalls zu Aktionen kommt, hängt vom Fortgang der jeweiligen regionalen Verhandlungen ab.

Die Tarifrunde hat damit eine Bedeutung, die über einzelne Unternehmen hinausgeht. Sie verbindet die Einkommensentwicklung von Millionen Beschäftigten mit der Zukunft von Industriearbeitsplätzen in Deutschland.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu