Neue Häuser auf Höchststand, Bestandsimmobilien werden günstiger

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Auf dem deutschen Immobilienmarkt entwickeln sich die Preise zunehmend unterschiedlich. Während neue Ein- und Zweifamilienhäuser im September einen Höchststand im Europace-Hauspreisindex erreichten, wurden Eigentumswohnungen und bestehende Häuser zuletzt günstiger. Die amtliche Statistik weist für das zweite Quartal insgesamt noch einen leichten Anstieg aus. Hohe Bauzinsen und steigende Baukosten erschweren zugleich die Finanzierung von Wohneigentum.

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Wohnimmobilienpreise steigen im Quartal nur noch leicht

Die Wohnimmobilienpreise in Deutschland lagen nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im zweiten Quartal 2026 um 0,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gegenüber dem ersten Quartal stiegen sie um 0,3 Prozent. Damit setzte sich der Preisanstieg auf Bundesebene zwar fort, fiel aber geringer aus als zuvor. Für das erste Quartal wurde der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr nachträglich auf 1,2 Prozent korrigiert.

Zwischen den Regionen bestehen deutliche Unterschiede. In den sieben größten deutschen Städten gingen die Preise für Eigentumswohnungen im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 0,4 Prozent zurück. In anderen kreisfreien Großstädten verteuerten sich Wohnungen dagegen um 2,0 Prozent. Ein bundesweiter Durchschnitt sagt daher wenig darüber aus, wie sich ein bestimmter Standort oder eine einzelne Immobilie entwickelt.

Bestandsimmobilien verlieren im September an Wert

Aktuellere Monatsdaten deuten auf eine weitere Abschwächung hin. Der Europace-Hauspreisindex sank im September gegenüber August um 0,35 Prozent. Im Vergleich zum September 2025 lag der Gesamtindex allerdings noch 0,84 Prozent höher.

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Bei Eigentumswohnungen gingen die erfassten Kaufpreise binnen eines Monats um 0,66 Prozent zurück. Im Jahresvergleich ergab sich ein Minus von 0,53 Prozent. Bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser verbilligten sich gegenüber August um 0,69 Prozent und lagen 0,12 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Der Index basiert auf Finanzierungsdaten und unterscheidet sich damit in Erhebung und Berichtszeitraum vom amtlichen Häuserpreisindex. Die verschiedenen Ergebnisse lassen sich deshalb nicht unmittelbar gleichsetzen.

Neue Häuser erreichen einen Rekordwert

Anders entwickelte sich der Neubau. Für neue Ein- und Zweifamilienhäuser meldete Europace im September einen Anstieg um 0,22 Prozent zum Vormonat. Gegenüber September 2025 lag das Plus bei 2,92 Prozent. Der entsprechende Teilindex erreichte mit 245,80 Punkten seinen bisherigen Höchststand.

Zugleich steigen die Kosten des Bauens. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren Bauleistungen für neue Wohngebäude im August 2026 um 5,5 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Besonders deutlich verteuerten sich Dachdeckungsarbeiten mit 7,6 Prozent. Die Preise für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden lagen um 6,0 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Die Baupreisstatistik misst allerdings die Preise bestimmter Bauleistungen und nicht die Verkaufspreise fertiger Häuser.

Baukredite bleiben teuer und das Kreditgeschäft schwankt

Die Finanzierung bildet eine weitere Belastung. Nach Daten der Deutschen Bundesbank lag der durchschnittliche Zinssatz für neu vereinbarte Wohnungsbaukredite mit einer anfänglichen Zinsbindung von mehr als zehn Jahren im August bei 4,04 Prozent. Im Juli lag er bei 3,92 Prozent, im August 2025 bei 3,73 Prozent. Der tatsächliche Zinssatz hängt unter anderem von Eigenkapital, Laufzeit und individueller Bonität ab.

Auch beim Kreditgeschäft zeigen sich schwächere Zahlen. Das Neugeschäftsvolumen für Wohnungsbaukredite an private Haushalte lag im August 2026 bei rund 17,9 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es rund 18,7 Milliarden Euro.

Daraus lässt sich jedoch keine allgemeine Abnahme der Wohnraumnachfrage ableiten. In der Statistik sind neben Immobilienkäufen auch Kredite für Bauvorhaben und Modernisierungen enthalten. Zudem bildet das Finanzierungsvolumen nicht direkt die Zahl der Kaufinteressenten ab.

Mehr Baugenehmigungen trotz gestiegener Kosten

Bei den Baugenehmigungen zeigte sich zuletzt eine Erholung. Von Januar bis Juli 2026 wurde nach Angaben des Statistischen Bundesamtes der Bau von insgesamt 148.800 Wohnungen in neuen und bestehenden Gebäuden genehmigt. Das waren 12,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Besonders bei Mehrfamilienhäusern nahm die Zahl der genehmigten Neubauwohnungen zu. Hier lag der Anstieg in den ersten sieben Monaten bei 15,1 Prozent. Eine Baugenehmigung bedeutet allerdings noch nicht, dass eine Wohnung bereits gebaut oder bezugsfertig ist.

Deutschland liegt deutlich unter dem europäischen Durchschnitt

Im europäischen Vergleich fällt die deutsche Preisentwicklung verhalten aus. Laut Eurostat stiegen die Wohnimmobilienpreise im zweiten Quartal 2026 in der Europäischen Union gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Prozent, im Euroraum um 4,0 Prozent. Deutschland blieb mit einem Plus von 0,6 Prozent deutlich darunter.

Damit zeigt sich ein uneinheitlicher Immobilienmarkt: Während neue Häuser weiter teurer werden, geben die Preise für Bestandsobjekte teilweise nach. Gleichzeitig bleiben Finanzierung und Bauleistungen kostspielig. Wie viel Käufer tatsächlich zahlen müssen, hängt daher wesentlich von der Immobilienart, dem Standort, dem baulichen Zustand und den individuellen Finanzierungsbedingungen ab.

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