
Der Zara-Mutterkonzern Inditex ist mit deutlich steigenden Verkäufen in die Herbstsaison gestartet. Zwischen dem 1. August und dem 7. September 2026 legten die Umsätze in den Filialen und im Onlinegeschäft währungsbereinigt um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Damit hält der spanische Modekonzern sein hohes Wachstumstempo auch nach dem Ende des ersten Geschäftshalbjahres. Inditex startet mit 9 Prozent Umsatzplus in die für den Modehandel wichtige Herbst- und Wintersaison.
Auch die am Mittwoch veröffentlichten Halbjahreszahlen zeigen weiteres Wachstum. Vom 1. Februar bis zum 31. Juli 2026 stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,6 Prozent auf rund 19,8 Milliarden Euro. Zu konstanten Wechselkursen lag das Plus bei 9,2 Prozent. Wechselkursbewegungen bremsen damit weiterhin das in Euro ausgewiesene Wachstum des international tätigen Konzerns.
Der Nettogewinn erhöhte sich um 6,8 Prozent auf rund 3,0 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg um 7,6 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Der Bruttogewinn wuchs um 8,3 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro, die Bruttomarge verbesserte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 58,7 Prozent. Gleichzeitig nahmen die operativen Kosten um 8,3 Prozent zu.
Den größten Teil der Erlöse erwirtschaftet Inditex weiterhin mit Zara und den gemeinsam ausgewiesenen Geschäften von Zara Home und Lefties. Diese Marken kamen im ersten Halbjahr zusammen auf rund 13,8 Milliarden Euro Umsatz nach rund 13,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
Auch mehrere kleinere Konzernmarken wuchsen deutlich. Bershka steigerte seinen Halbjahresumsatz von rund 1,44 auf 1,68 Milliarden Euro, Stradivarius von 1,33 auf 1,57 Milliarden Euro. Pull&Bear kam auf rund 1,26 Milliarden Euro und Massimo Dutti auf knapp eine Milliarde Euro. Ende Juli verfügte Inditex weltweit über 5.444 Geschäfte.
Europa außerhalb Spaniens bleibt dabei die wichtigste Absatzregion. Auf diese Märkte entfielen im ersten Halbjahr 51,5 Prozent des Konzernumsatzes. Die amerikanischen Märkte standen für 17,9 Prozent, Spanien für 15,6 Prozent und Asien sowie die übrigen Regionen zusammen für 15 Prozent.
Die Zahlen zeigen zugleich, warum bei Inditex zwischen tatsächlicher Geschäftsentwicklung und den in Euro ausgewiesenen Erlösen unterschieden werden muss. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen bei den aktuellen Wechselkursen mit einem negativen Währungseffekt von rund einem Prozentpunkt auf den Umsatz. Die Bruttomarge soll nach der derzeitigen Planung gegenüber 2025 weitgehend stabil bleiben, wobei Inditex eine Schwankungsbreite von 0,5 Prozentpunkten nach oben oder unten nennt.
Für neue und modernisierte Verkaufsflächen, Technologie sowie die Weiterentwicklung der Onlineplattformen plant der Konzern 2026 reguläre Investitionen von rund 2,3 Milliarden Euro. Hinzu kommen knapp 200 Millionen Euro für die Modernisierung eigener Unternehmensstandorte. Die Verkaufsfläche soll im laufenden Jahr brutto um etwa 5 Prozent wachsen.
Die Entwicklung seit Anfang August ist für Inditex vor allem deshalb relevant, weil sie bereits in die zweite Hälfte des Geschäftsjahres fällt. Das Unternehmen bezeichnet die Resonanz auf seine Herbst- und Winterkollektionen als positiv. Mit dem währungsbereinigten Plus von 9 Prozent vom 1. August bis 7. September liegt das Wachstum nahezu auf dem Niveau des gesamten ersten Halbjahres.
Das Umfeld bleibt zugleich anspruchsvoll. Internationale Modehändler konkurrieren sowohl mit klassischen Filialketten als auch mit stark online ausgerichteten Anbietern. Zudem können Transportkosten, Rohstoffpreise, Wechselkurse und geopolitische Entwicklungen die Kosten und Margen beeinflussen. Reuters berichtete am Mittwoch, dass höhere Transport- und Beschaffungskosten zuletzt auf einzelne Ergebniskennzahlen gedrückt hätten.
Inditex hält dennoch an seinem Investitionskurs fest. Der Konzern setzt dabei auf größere und modernisierte Filialen, die stärkere Verzahnung von stationärem Handel und Onlinegeschäft sowie den Ausbau seiner internationalen Präsenz. Im August eröffnete Bershka unter anderem sein erstes Geschäft in den USA.
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