Infineon stärkt mit C2i die Stromversorgung für KI-Chips

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Infineon plant die Übernahme von C2i Semiconductors aus Bangalore und baut damit sein Geschäft mit Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren weiter aus. Der indische Halbleiterspezialist entwickelt digitale Steuerungen und Leistungselektronik, die den Strombedarf leistungsstarker KI-Prozessoren möglichst schnell und effizient regeln sollen. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2026 erwartet. Einen Kaufpreis nannte Infineon nicht.

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C2i entwickelt Technik für die Stromversorgung von KI-Prozessoren

C2i Semiconductors hat seinen Sitz in Bangalore und konzentriert sich auf sogenanntes softwaredefiniertes Energiemanagement. Dazu gehören Mehrphasen-Controller und intelligente Power Stages. Diese Bauteile und Steuerungen regeln, wie elektrische Energie innerhalb eines Servers bis zum eigentlichen Prozessor weitergeleitet und umgewandelt wird.

Gerade bei modernen KI-Beschleunigern wird diese Aufgabe anspruchsvoller. Die Prozessoren können ihre Leistungsaufnahme innerhalb kurzer Zeit stark verändern. Die Stromversorgung muss auf solche Lastwechsel reagieren, ohne unnötige Verluste zu erzeugen oder die Stabilität des Systems zu beeinträchtigen. Softwaregestützte Regelungssysteme sollen Spannung und Leistung deshalb laufend anpassen. Infineon will die Technik von C2i mit dem eigenen Portfolio aus Silizium, Siliziumkarbid und Galliumnitrid verbinden.

C2i verfolgt dabei einen Ansatz, der nicht nur einzelne Komponenten betrachtet. Nach Angaben von Infineon umfasst die Technik größere Teile der Stromversorgungskette von der Einspeisung bis zum Prozessorkern. Dazu gehören auch Konzepte für die vertikale Stromversorgung und sogenannte Substrate Integrated Voltage Regulators, kurz SIVR. Solche Architekturen sollen Spannungsregler näher an den Prozessor bringen und damit die Wege verkürzen, über die große Ströme übertragen werden müssen.

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Strom wird zum entscheidenden Faktor in KI-Rechenzentren

Der Zukauf fällt in eine Phase, in der der Energiebedarf von KI-Infrastruktur stark wächst. Neue Generationen von Grafikprozessoren und spezialisierten KI-Beschleunigern benötigen erheblich mehr elektrische Leistung als klassische Server. Gleichzeitig steigt die Leistungsdichte innerhalb einzelner Racks.

Infineon beschreibt bereits Systeme, bei denen die Leistungsaufnahme eines Serverracks künftig in Richtung eines Megawatts oder darüber steigen kann. Damit wachsen die Anforderungen an Stromverteilung, Spannungswandlung, Kühlung und Ausfallsicherheit. Jede zusätzliche Umwandlungsstufe verursacht Verluste, die sich bei großen Rechenzentren zu einem erheblichen Energiebedarf summieren können.

Die Strategie des Unternehmens setzt deshalb nicht nur am Chip selbst an. Infineon entwickelt Komponenten für mehrere Stufen zwischen Stromnetz und Prozessor, darunter Netzteile, Batteriesysteme, Zwischenwandler und Spannungsregler direkt für Rechenchips. C2i soll vor allem die digitale Steuerung dieser Systeme ergänzen.

KI-Geschäft ist bereits ein wichtiger Wachstumstreiber für Infineon

Die Bedeutung des Geschäfts zeigt sich auch in den jüngsten Unternehmenszahlen. Infineon erzielte im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Rekordumsatz von 4,172 Milliarden Euro. Das Segmentergebnis lag bei 797 Millionen Euro, die Segmentergebnis-Marge bei 19,1 Prozent. Das Unternehmen bezeichnete Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren Anfang August ausdrücklich als wichtigsten Wachstumstreiber.

Zudem hat Infineon nach eigenen Angaben mehrjährige Kapazitätsreservierungen mit führenden KI-Kunden abgeschlossen oder verhandelt darüber. Das kumulierte Umsatzvolumen dieser Vereinbarungen liegt laut Unternehmen im hohen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich. Damit ist die geplante C2i-Übernahme nicht nur eine technologische Ergänzung, sondern Teil eines Geschäftsbereichs, auf den Infineon bereits erhebliche Produktionskapazitäten ausrichtet.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 erwartet Infineon inzwischen einen Umsatz von rund 16,3 Milliarden Euro. Im Geschäftsjahr 2025 hatte der Konzern rund 14,7 Milliarden Euro umgesetzt.

Infineon baut Forschung und Entwicklung in Indien aus

Mit der geplanten Übernahme stärkt Infineon zugleich seine Entwicklungsaktivitäten in Indien. Der Konzern beschäftigt dort derzeit rund 2.800 Menschen. In Verbindung mit C2i soll in Indien ein neues Kompetenzzentrum für digitale Energietechnologien entstehen.

C2i ist ein vergleichsweise junges Unternehmen. Nach Angaben der indischen Regierung wurde die Firma im Juni 2024 in Bengaluru gegründet. Das Unternehmen erhielt anschließend Unterstützung im Rahmen des indischen Design Linked Incentive Programms für Halbleiterentwicklung. Anfang 2026 umfasste das Entwicklungsteam nach Regierungsangaben rund 65 Ingenieurinnen und Ingenieure.

Im Februar hatte C2i zudem eine Finanzierungsrunde über 15 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Damit stieg die bis dahin eingeworbene Finanzierung auf insgesamt 19 Millionen US-Dollar.

Kaufpreis bleibt offen

Infineon erwartet den Abschluss der Übernahme noch im dritten Quartal des Kalenderjahres 2026. Finanzielle Einzelheiten wurden bei der Ankündigung nicht veröffentlicht. Damit ist derzeit nicht bekannt, welchen Unternehmenswert Infineon C2i beimisst.

Klar ist dagegen die technologische Stoßrichtung. Infineon will stärker komplette Stromversorgungssysteme anbieten, die Hardware, Leistungshalbleiter und digitale Steuerung miteinander verbinden. Mit zunehmender Leistungsaufnahme von KI-Prozessoren wird die effiziente Verteilung elektrischer Energie innerhalb von Rechenzentren zu einem immer wichtigeren Teil der technischen Infrastruktur. C2i liefert dafür Technologien, die näher an der eigentlichen Stromregelung der Prozessoren ansetzen.

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