Inflation steigt auf 3,3 Prozent und belastet die Börsenstimmung

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Inflation in Deutschland hat im September 2026 deutlich angezogen. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes lagen die Verbraucherpreise 3,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im August hatte die Inflationsrate noch 2,9 Prozent betragen. Besonders stark verteuerte sich erneut Energie. Gleichzeitig verlor der DAX am Mittwoch seine anfänglichen Gewinne und rutschte im Tagesverlauf ins Minus.

Die Inflationsrate in Deutschland erreichte damit den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Gegenüber August stiegen die Verbraucherpreise nach der ersten Schätzung um 0,6 Prozent. Die endgültigen Ergebnisse für September will das Statistische Bundesamt am 13. Oktober veröffentlichen.

Energiepreise steigen um 14,9 Prozent

Der stärkste Preisdruck kam im September erneut aus dem Energiebereich. Energie kostete nach den vorläufigen Angaben 14,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im August hatte der Anstieg noch 10,5 Prozent betragen, im Juli 8,3 Prozent.

Damit hat sich die Verteuerung innerhalb weniger Monate erheblich beschleunigt. Ein wichtiger Hintergrund sind die hohen internationalen Energiepreise. Die Entwicklung betrifft nicht nur Deutschland, sondern auch andere große Volkswirtschaften der Eurozone.

Weniger stark fällt dagegen die sogenannte Kerninflation aus. Werden Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet, lag die Teuerungsrate im September nach Angaben von Destatis bei 2,4 Prozent. Dieser Wert blieb damit zum dritten Mal in Folge stabil.

Auch der für europäische Vergleiche wichtige Harmonisierte Verbraucherpreisindex stieg im September um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und um 0,6 Prozent gegenüber August.

Teuerung liegt etwas über den Erwartungen

Die neuen Zahlen fielen etwas höher aus als zuvor von vielen Ökonomen erwartet. In einer Reuters-Umfrage war für den harmonisierten Verbraucherpreisindex im Mittel mit einem Anstieg um 3,2 Prozent gerechnet worden.

Schon vor Veröffentlichung der bundesweiten Daten hatten mehrere Bundesländer höhere Inflationsraten gemeldet. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen stieg die Teuerung beispielsweise auf jeweils 3,3 Prozent. In Bayern wurden 3,2 Prozent und in Hessen 3,4 Prozent gemeldet.

Damit zeichnet sich auch für die Eurozone insgesamt ein stärkerer Preisauftrieb ab. Die entsprechenden September-Daten für den gemeinsamen Währungsraum werden am Freitag veröffentlicht. Die Entwicklung ist für die Europäische Zentralbank relevant, weil anhaltend hohe Inflationsraten die Erwartungen an die weitere Zinspolitik beeinflussen.

DAX dreht am Nachmittag ins Minus

Am deutschen Aktienmarkt begann der Mittwoch zunächst freundlich. Kurz nach Handelsstart lag der DAX rund 0,4 Prozent im Plus und erreichte etwa 25.500 Punkte. Unterstützung kam unter anderem von Technologiewerten und einer insgesamt positiven Stimmung in Teilen des internationalen Aktienmarktes.

Im weiteren Tagesverlauf änderte sich das Bild. Nach Veröffentlichung der deutschen Inflationszahlen rutschte der Leitindex ins Minus. Gegen 14 Uhr notierte der DAX nach Angaben des Handelsblatts bei rund 25.215 Punkten und damit etwa 0,7 Prozent unter seinem Vortagesschluss.

Der Rückgang fiel damit in die Zeit unmittelbar nach Veröffentlichung der Inflationsdaten. Die Bewegung lässt sich jedoch nicht ausschließlich auf die deutsche Teuerungsrate zurückführen. Bereits zuvor hatten hohe Ölpreise, gestiegene Anleiherenditen und Erwartungen an weitere Zinsschritte der Zentralbanken die Finanzmärkte beschäftigt.

Höhere Inflation erhöht den Druck auf die Zinspolitik

Für Anleger sind Inflationsdaten vor allem deshalb wichtig, weil sie Einfluss auf die Geldpolitik haben können. Steigende Verbraucherpreise können die Europäische Zentralbank dazu bewegen, Leitzinsen länger hoch zu halten oder weiter anzuheben. Höhere Zinsen verteuern Kredite und können zugleich Anleihen gegenüber Aktien attraktiver machen.

An den internationalen Anleihemärkten waren die Renditen im September bereits deutlich gestiegen. Die Entwicklung spiegelte Sorgen über anhaltende Inflation, hohe Energiepreise und eine straffere Geldpolitik wider. Auch europäische Staatsanleihen standen deshalb zuletzt unter Druck.

Gleichzeitig zeigt die stabile Kerninflation von 2,4 Prozent, dass der jüngste Anstieg der Gesamtinflation stark durch Energie geprägt ist. Das unterscheidet die aktuelle Entwicklung von Phasen, in denen Preissteigerungen besonders breit über zahlreiche Güter und Dienstleistungen verteilt waren.

September beendet Phase niedrigerer Teuerung

Für Verbraucher bedeutet die Inflationsrate von 3,3 Prozent, dass Waren und Dienstleistungen im Durchschnitt erneut spürbar teurer waren als ein Jahr zuvor. Wie stark einzelne Haushalte tatsächlich betroffen sind, hängt allerdings von ihren jeweiligen Ausgaben ab. Besonders hohe Energieausgaben können derzeit zu einer deutlich überdurchschnittlichen persönlichen Teuerungsrate führen.

Die endgültigen September-Daten werden Mitte Oktober zeigen, ob die vorläufigen Werte bestätigt werden. Für die Finanzmärkte dürfte daneben entscheidend sein, wie sich die Inflation in der gesamten Eurozone entwickelt und welche Konsequenzen die Europäische Zentralbank daraus für ihre kommenden Zinsentscheidungen zieht.

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