Irak meldet Abzug der letzten US-Soldaten

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Das US-Militär hat nach Angaben aus Bagdad seine verbliebenen Truppen aus dem Irak abgezogen. Ein irakischer Regierungsvertreter erklärte am Sonntag, alle amerikanischen Kampftruppen und Kräfte zur logistischen Unterstützung hätten das Land verlassen. Eine aktuelle offizielle Bestätigung der US-Regierung oder des Pentagons, dass der Abzug bereits vollständig abgeschlossen ist, lag zunächst nicht vor. Washington hatte allerdings mehrfach bestätigt, dass die internationale Militärmission im Irak spätestens am 30. September 2026 enden soll.

Damit nähert sich eine militärische Präsenz ihrem formellen Ende, deren jüngste Phase 2014 mit dem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat begann. US-Truppen waren zuvor bereits von 2003 bis Ende 2011 in großer Zahl im Irak stationiert gewesen. Nach dem Vormarsch des IS kehrten amerikanische Kräfte 2014 auf Bitte der irakischen Regierung in das Land zurück und bildeten den wichtigsten militärischen Bestandteil der internationalen Anti-IS-Koalition.

Hauptquartier der internationalen Koalition schließt am 30. September

Die irakische Führung hatte zuletzt wiederholt erklärt, dass der 30. September der endgültige Termin für das Ende der internationalen Militärmission sei. Abdul Amir al-Shammari, Leiter des Büros des Oberbefehlshabers der irakischen Streitkräfte, erklärte am 26. September, das Hauptquartier der internationalen Koalition werde an diesem Tag geschlossen. Auf irakischem Boden gebe es anschließend keine ausländischen Militärbasen mehr.

Al-Shammari bezeichnete die Sicherheitslage im Land als stabil und erklärte, die irakischen Streitkräfte hätten die Kontrolle über das gesamte Staatsgebiet. Bereits Mitte September hatte das Büro der irakischen Führung betont, dass der Abzug auch die Autonome Region Kurdistan im Norden des Landes einschließt.

Die USA hatten den Zeitplan im Juli noch einmal öffentlich bestätigt. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums bekräftigte Verteidigungsminister Pete Hegseth bei einem Treffen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Ali al-Zaidi die Verpflichtung zur Umsetzung der zwischen beiden Ländern vereinbarten Regelung. Die Mission Operation Inherent Resolve im Irak solle demnach bis zum 30. September beendet werden.

Abkommen von 2024 sah einen zweistufigen Rückzug vor

Grundlage des Abzugs ist eine im September 2024 veröffentlichte Vereinbarung zwischen Washington und Bagdad. Ursprünglich sollte die militärische Mission der internationalen Koalition im Irak innerhalb von zwölf Monaten, spätestens bis Ende September 2025, auslaufen. Gleichzeitig vereinbarten beide Seiten eine zweite Übergangsphase.

Diese ermöglichte es der Koalition, von irakischem Gebiet aus noch bis September 2026 Operationen gegen den IS in Syrien zu unterstützen. Hintergrund waren Sorgen vor einem Wiedererstarken der Organisation insbesondere im Nordosten Syriens. Die Fortsetzung dieser Mission war ausdrücklich von der Sicherheitslage und weiteren Konsultationen zwischen dem Irak, den USA und den anderen Koalitionsstaaten abhängig.

Der erste Teil des Rückzugs verzögerte sich teilweise. Anfang 2026 übernahmen irakische Streitkräfte unter anderem den Luftwaffenstützpunkt Ain al-Asad in der westlichen Provinz Anbar. Danach konzentrierte sich die verbliebene internationale Präsenz vor allem auf den Norden des Irak.

Erbil war letzter wichtiger Standort der US-Präsenz

Besondere Bedeutung hatte zuletzt die Region Kurdistan. Dort waren amerikanische und andere internationale Kräfte unter anderem in und um Erbil stationiert. Von dort aus unterstützte die Koalition Aktivitäten gegen den IS sowie zeitweise Operationen im benachbarten Syrien.

Die Präsenz in Erbil war deshalb kein Widerspruch zum zunächst für 2025 angekündigten Ende der eigentlichen Koalitionsmission im Irak. Sie gehörte zur zweiten Phase der 2024 vereinbarten Übergangsregelung, die ausdrücklich bis September 2026 reichen konnte. Das damalige US-Außenministerium hatte klargestellt, dass die Koalition während dieser Phase weiterhin von einem Standort im Irak aus den Kampf gegen den IS in Syrien unterstützen sollte.

Noch in den vergangenen Jahren hatte das Pentagon die Zahl der im Irak stationierten amerikanischen Soldaten mit rund 2.500 angegeben. Mit dem schrittweisen Rückzug wurden zahlreiche Standorte an irakische Sicherheitskräfte übergeben.

Der Abzug beendet jedoch nicht sämtliche Beziehungen zwischen den Streitkräften beider Länder. Bagdad und Washington wollen ihre Zusammenarbeit auf eine bilaterale Grundlage stellen. Genannt wurden unter anderem Ausbildung, Rüstungskooperation, Informationsaustausch und die weitere Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung. Bereits die Vereinbarung von 2024 bezeichnete den Übergang ausdrücklich als Schritt zu bilateralen Sicherheitspartnerschaften.

Islamischer Staat im Irak stark geschwächt

Der IS kontrolliert im Irak heute keine größeren Gebiete mehr. Die irakische Regierung erklärte bereits Ende 2017 den territorialen Sieg über die Organisation. Zellen und einzelne Kämpfer blieben jedoch aktiv, vor allem in schwer zugänglichen Gebieten und entlang der Grenze zu Syrien.

Nach dem jüngsten Bericht des UN-Generalsekretärs zur Bedrohung durch den IS befindet sich die Organisation im Irak auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in früheren Jahren. Für den Irak ging die UN im Sommer 2026 von einer Stärke im niedrigen dreistelligen Bereich aus. International bewertet die Organisation den IS und seine regionalen Ableger dennoch weiterhin als anhaltende Sicherheitsgefahr.

Gerade die Entwicklung in Syrien bleibt deshalb für Bagdad sicherheitspolitisch relevant. Die Vereinbarung mit Washington war 2024 ausdrücklich damit begründet worden, eine Rückkehr des IS aus dem Nordosten Syriens zu verhindern. Der irakische Sicherheitsapparat soll diese Aufgabe nach dem Ende der internationalen Militärmission weitgehend selbst übernehmen.

US-Militär zieht ab, diplomatische Beziehungen bleiben

Mit dem militärischen Rückzug endet nicht die amerikanische Präsenz im Irak insgesamt. Die USA unterhalten weiterhin diplomatische Vertretungen, darunter die Botschaft in Bagdad und ein Generalkonsulat in Erbil. Das US-Außenministerium führt das Generalkonsulat in Erbil weiterhin als diplomatische Einrichtung.

Die Zäsur betrifft damit in erster Linie die reguläre militärische Präsenz und die seit 2014 bestehende internationale Anti-IS-Mission. Das Hauptquartier der Koalition soll nach irakischen Angaben am Mittwoch, 30. September 2026, endgültig schließen.

Offiziell bestätigt war am Montagmorgen aus Bagdad bereits der Abzug der US-Kampf- und Unterstützungskräfte. Eine entsprechende abschließende Mitteilung der US-Regierung zum bereits vollständig vollzogenen Abzug lag zunächst nicht vor.

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