
ITA Airways wird Teil des Europe-Japan-Joint-Ventures von Lufthansa Group und All Nippon Airways. Der entsprechende Vertrag wurde am 7. Juni 2026 auf der Hauptversammlung des Airline-Weltverbands IATA in Rio de Janeiro unterzeichnet. Die Partnerschaft soll ab Herbst 2026 erweitert werden.
Damit wächst das bestehende Bündnis auf fünf Fluggesellschaften. Neben Lufthansa und ANA gehören bereits SWISS und Austrian Airlines dazu. Mit ITA Airways kommt nun die italienische Netzwerkairline hinzu, die seit dem Einstieg der Lufthansa Group immer stärker in deren Verbund eingebunden wird.
Für Reisende zwischen Europa und Japan bedeutet die Erweiterung vor allem mehr Kombinationsmöglichkeiten. Im Mittelpunkt steht der Flughafen Rom-Fiumicino, der künftig stärker in die Verbindungen nach Japan eingebunden wird.
Kern der Erweiterung ist die Langstreckenverbindung von ITA Airways zwischen Rom-Fiumicino und Tokio-Haneda. Diese Strecke soll ab Herbst 2026 in das gemeinsame Angebot einbezogen werden. Kunden von Lufthansa, ANA, SWISS und Austrian Airlines sollen die Verbindung künftig mit eigenen Flügen der Partner kombinieren können.
Das betrifft nicht nur Direktreisende zwischen Italien und Japan. Auch Anschlussflüge innerhalb Italiens, in Richtung Südeuropa, in den Mittelmeerraum und nach Nordafrika werden wichtiger. Rom-Fiumicino erhält dadurch eine zusätzliche Rolle als südliches Drehkreuz im Japan-Verkehr.
Gerade für Reisende aus Regionen, die nicht optimal über Frankfurt, München, Zürich oder Wien angebunden sind, kann Rom künftig eine kürzere oder passendere Verbindung ermöglichen. Zusätzlich bleibt Tokio-Haneda auf japanischer Seite ein wichtiger Umsteigepunkt für weitere innerjapanische Verbindungen mit ANA.
Joint Ventures in der Luftfahrt gehen deutlich weiter als einfache Codeshare-Abkommen. Die beteiligten Airlines können Angebote, Flugpläne und Verbindungen enger koordinieren. Für Kunden soll dadurch ein zusammenhängenderes Angebot entstehen, bei dem Hin- und Rückflüge flexibler über unterschiedliche Airlines kombiniert werden können.
Die Lufthansa Group nennt für das Europe-Japan-Joint-Venture künftig 160 wöchentliche Langstreckenflüge zwischen Europa und Japan. Eingebunden sind mehrere europäische Drehkreuze sowie die jeweiligen Anschlussnetze der Partner.
Auch Vielfliegerprogramme und Lounges spielen eine Rolle. Passagiere sollen die jeweiligen Lounges in Rom und Tokio nutzen können. Zudem werden Tickets und Loyalitätsprogramme der Partner gegenseitig anerkannt. Die konkrete Verfügbarkeit gemeinsamer Angebote soll schrittweise ab Herbst 2026 eingeführt werden.
Für die vertiefte Zusammenarbeit war eine kartellrechtliche Genehmigung nötig. Die erforderliche Antitrust Immunity wurde von japanischen Behörden bereits erteilt. Damit dürfen die Partner im definierten Rahmen enger zusammenarbeiten, etwa bei Flugplänen und Produktplanung.
Das Europe-Japan-Joint-Venture besteht seit 2012. Es wurde zunächst von Lufthansa und ANA gegründet. Später kamen SWISS und Austrian Airlines hinzu. Mit ITA Airways erweitert sich das Bündnis nun um eine Airline mit starkem Schwerpunkt auf dem italienischen Markt und dem südlichen Europa.
Die Ausweitung passt in eine Phase, in der große europäische Airline-Gruppen ihre Netzwerke stärker bündeln. Für Lufthansa ist ITA dabei ein zentraler Baustein. Die deutsche Airline-Gruppe hält bereits 41 Prozent an ITA Airways und will ihren Anteil auf 90 Prozent erhöhen. Der Abschluss dieser Mehrheitsübernahme wird für das erste Quartal 2027 erwartet, sofern die erforderlichen Genehmigungen vorliegen.
Für die Lufthansa Group ist Rom-Fiumicino mehr als ein zusätzlicher Flughafen im Netz. Der Standort ergänzt die bestehenden Drehkreuze Frankfurt, München, Zürich und Wien. Im Japan-Verkehr kann Rom vor allem für Südeuropa, den Mittelmeerraum und Nordafrika eine stärkere Rolle übernehmen.
Damit erhält die Gruppe eine breitere geografische Aufstellung. Während Frankfurt und München traditionell stark im mitteleuropäischen Verkehr sind, bietet Rom eine südliche Achse. Für ITA Airways ist der Schritt zugleich ein weiterer Baustein, um sich als italienische Netzwerkairline stärker international zu positionieren.
Für ANA wiederum erweitert sich der Zugang zum europäischen Markt. Über Rom entstehen neue Anschlussoptionen in Regionen, die bislang vor allem über andere europäische Hubs erreicht wurden. Das stärkt die Präsenz der japanischen Airline im europäischen Partnernetz.
Die Erweiterung des Joint Ventures ist auch ein Zeichen für den Fortschritt der ITA-Integration in die Lufthansa Group. ITA soll im Konzernverbund als fünfte Netzwerkairline eine feste Rolle übernehmen. Neben der operativen Einbindung geht es dabei vor allem um gemeinsame Vertriebsstrukturen, abgestimmte Streckenangebote und internationale Partnerschaften.
Für Anleger ist die Nachricht vor allem als strategisches Signal relevant. Sie zeigt, dass Lufthansa ITA nicht nur als Beteiligung betrachtet, sondern stärker in zentrale internationale Kooperationen einbindet. Eine unmittelbare Bewertung der Lufthansa-Aktie hängt jedoch von weiteren Faktoren ab, darunter Treibstoffkosten, Nachfrageentwicklung, Wettbewerb und regulatorische Genehmigungen.
Die Erweiterung im Japan-Verkehr verändert deshalb nicht allein einzelne Flugpläne. Sie fügt ITA Airways in ein bestehendes Langstreckenbündnis ein und stärkt zugleich die Rolle Roms im internationalen Netz der Lufthansa Group.
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