
Vor 25 Jahren veränderten die Terroranschläge vom 11. September 2001 die USA und die internationale Politik grundlegend. An diesem Freitag erinnern die Vereinigten Staaten an die 2.977 Menschen, die bei den von Al-Qaida verübten Anschlägen in New York, am Pentagon und in Pennsylvania getötet wurden. Der 25. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 wird mit zentralen Gedenkfeiern an allen drei Anschlagsorten begangen. Im Mittelpunkt stehen erneut die Namen der Getöteten, Schweigeminuten und die Erinnerung an Einsatzkräfte, Überlebende und Menschen, die später an den gesundheitlichen Folgen des 11. September erkrankten.
Am National September 11 Memorial in Lower Manhattan beginnt die offizielle Gedenkzeremonie um 8.30 Uhr Ortszeit. Angehörige lesen die Namen der Menschen vor, die bei den Anschlägen vom 11. September sowie beim Bombenanschlag auf das World Trade Center von 1993 ums Leben kamen. Die erste Schweigeminute ist für 8.46 Uhr vorgesehen. Zu diesem Zeitpunkt schlug am 11. September 2001 American-Airlines-Flug 11 in den Nordturm des World Trade Centers ein.
Weitere Momente des stillen Gedenkens markieren um 9.03 Uhr den Einschlag von United-Airlines-Flug 175 in den Südturm, um 9.37 Uhr den Angriff auf das Pentagon, um 9.59 Uhr den Einsturz des Südturms, um 10.03 Uhr den Absturz von United-Airlines-Flug 93 in Pennsylvania und um 10.28 Uhr den Einsturz des Nordturms. Eine siebte Schweigeminute wird 2026 erstmals dauerhaft in die jährliche Zeremonie aufgenommen. Sie erinnert nach Abschluss der Namensverlesung an Menschen, die infolge von Krankheiten und Verletzungen starben, die mit den Anschlägen und den anschließenden Rettungs- und Bergungsarbeiten in Verbindung stehen.
US-Präsident Donald Trump will den Jahrestag bei der Gedenkveranstaltung am Pentagon in Arlington bei Washington begehen. Dort starben am 11. September 2001 insgesamt 184 Menschen, darunter 125 Menschen im Pentagon sowie 59 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord von American-Airlines-Flug 77. Das entführte Flugzeug schlug um 9.37 Uhr in das Gebäude ein.
Vizepräsident JD Vance wird zur zentralen Zeremonie am früheren Standort des World Trade Centers in New York erwartet. Bei dieser Veranstaltung stehen traditionell die Angehörigen und die Verlesung der Namen im Mittelpunkt. Politische Reden gehören nicht zum Kern des Programms. Präsident Trump hatte den 11. September 2026 zuvor offiziell als Patriot Day ausgerufen. Der Jahrestag ist in den USA kein regulärer bundesweiter Feiertag, wird aber zugleich als National Day of Service and Remembrance begangen. In zahlreichen Städten finden deshalb neben Gedenkveranstaltungen auch freiwillige Hilfs- und Gemeinschaftsaktionen statt.
Auch am Flight 93 National Memorial nahe Shanksville in Pennsylvania ist ein umfangreiches Programm vorgesehen. Die morgendliche Gedenkveranstaltung beginnt um 8.30 Uhr am Wall of Names. Dort werden die Namen der 40 Passagiere und Besatzungsmitglieder von United-Airlines-Flug 93 verlesen und die Bells of Remembrance geläutet. Eine weitere öffentliche Zeremonie ist am Nachmittag mit Redebeiträgen, Musik und einer Kranzniederlegung geplant.
Flight 93 war das vierte am 11. September 2001 entführte Passagierflugzeug. Nachdem Menschen an Bord von den vorherigen Anschlägen erfahren hatten, versuchten Passagiere und Besatzungsmitglieder, die Kontrolle über das Flugzeug zurückzugewinnen. Die Maschine stürzte schließlich nahe Shanksville ab. Ermittler kamen später zu dem Ergebnis, dass die Entführer ein Ziel in Washington ansteuern wollten. Am Abend soll am National Memorial erneut eine Lichtsäule als Zeichen des Gedenkens in den Himmel leuchten.
Die Anschläge begannen am Morgen des 11. September 2001. Insgesamt 19 Mitglieder des Terrornetzwerks Al-Qaida hatten vier Linienflugzeuge entführt. Zwei Maschinen wurden in die Zwillingstürme des World Trade Centers gesteuert, eine weitere in das Pentagon. Das vierte Flugzeug stürzte in Pennsylvania ab. Insgesamt kamen 2.977 Menschen durch die Anschläge ums Leben, die 19 Entführer nicht mitgerechnet.
Allein in New York starben 2.753 Menschen. Unter den Toten waren Beschäftigte in den Türmen, Passagiere der beiden Flugzeuge, Feuerwehrleute, Polizisten und weitere Rettungskräfte. Die Einstürze setzten enorme Mengen Staub und Schadstoffe frei. Die gesundheitlichen Folgen beschäftigen die USA bis heute. Das World Trade Center Health Program betreut inzwischen weit mehr als 100.000 Einsatzkräfte, Überlebende und andere Betroffene mit anerkannten oder untersuchten gesundheitlichen Beschwerden.
Die Folgen des 11. September reichten weit über die unmittelbare Katastrophe hinaus. Die USA begannen wenige Wochen später den Krieg in Afghanistan mit dem Ziel, Al-Qaida zu bekämpfen und die Taliban-Regierung zu stürzen, die Osama bin Laden und dem Terrornetzwerk Schutz gewährt hatte. 2003 folgte der von den USA geführte Einmarsch in den Irak. Während die Afghanistan-Intervention unmittelbar mit der Reaktion auf die Anschläge verbunden war, wurde ein Zusammenhang des irakischen Regimes mit den Anschlägen vom 11. September nicht nachgewiesen.
Auch innerhalb der USA veränderte sich der Staat. Das Department of Homeland Security wurde geschaffen, Sicherheitskontrollen im Luftverkehr wurden massiv ausgebaut und Geheimdiensten sowie Strafverfolgungsbehörden wurden zusätzliche Befugnisse eingeräumt. Zugleich führten Maßnahmen gegen Terrorismus zu langjährigen Debatten über Überwachung, Bürgerrechte, Berichte über Folter und den Umgang mit Gefangenen. Osama bin Laden wurde 2011 von US-Spezialkräften in Pakistan getötet.
Der 25. Jahrestag markiert auch einen Wandel der Erinnerung. Millionen US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner, die heute erwachsen sind, waren 2001 noch nicht geboren oder zu jung, um eigene Erinnerungen an die Anschläge zu haben. Schulen, Museen und Gedenkstätten stehen deshalb zunehmend vor der Aufgabe, den 11. September nicht nur als persönliche Erinnerung, sondern als historisches Ereignis zu vermitteln.
Gleichzeitig gehören die Folgen des Anschlags weiterhin zur Gegenwart. Familien erinnern an getötete Angehörige, ehemalige Einsatzkräfte kämpfen mit gesundheitlichen Schäden und sicherheitspolitische Entscheidungen aus den Jahren nach 2001 prägen die USA bis heute. Die Gedenkveranstaltungen zum 25. Jahrestag verbinden deshalb die Erinnerung an einen einzigen Morgen im September 2001 mit einem Vierteljahrhundert seiner politischen, gesellschaftlichen und menschlichen Folgen.
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