Mit 90 noch voller Ideen: Jean Pütz feiert Geburtstag

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Jean Pütz gehört zu den bekanntesten Wissenschaftsvermittlern des deutschen Fernsehens. Am Montag, 21. September 2026, feiert der frühere Moderator der „Hobbythek“ seinen 90. Geburtstag. Der WDR erinnert aus diesem Anlass an seine jahrzehntelange Fernsehkarriere. Zugleich beschäftigt sich Pütz weiterhin öffentlich mit Wissenschaft und Technik und veröffentlicht zu seinem Geburtstag ein neues Buch über die künftige Energieversorgung.

Der 1936 in Köln geborene Wissenschaftsjournalist prägte besonders mit der „Hobbythek“ das deutsche Fernsehen. Die Sendung verband naturwissenschaftliche Erklärungen mit praktischen Experimenten und Alltagstipps. Lebensmittel, Kosmetik, Elektronik, Umweltfragen oder Haushaltsprodukte wurden nicht nur erklärt. Pütz und seine Mitstreiter zeigten regelmäßig, wie Zuschauer Dinge selbst herstellen oder technische Zusammenhänge nachvollziehen konnten.

WDR erinnert an Jean Pütz und die „Hobbythek“

Bereits am Sonntag, 20. September, nahm der Sender ONE den bevorstehenden Geburtstag zum Anlass für eine besondere Wiederholung. Gezeigt wurde die allererste Ausgabe der „Hobbythek“. Sie war ursprünglich am 22. Dezember 1974 im WDR Fernsehen ausgestrahlt worden.

Die Sendereihe entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der bekanntesten Wissenschafts- und Verbrauchermagazine des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Insgesamt entstanden 345 Ausgaben. Die „Hobbythek“ lief bis 2004. Dabei gehörte Pütz über Jahrzehnte zu den prägenden Gesichtern der Reihe.

Am Montagabend setzt der WDR seine Würdigung fort. Um 23.15 Uhr läuft im WDR Fernsehen eine neue Ausgabe der Reihe „WDR Geschichte(n)“ über Jean Pütz. Grundlage ist ein Gespräch, das Autor Klaus Michael Heinz im Sommer 2026 mit Pütz geführt hat. Die einstündige Sendung blickt auf dessen Arbeit vor und hinter der Kamera sowie auf seinen Weg zum Wissenschaftsjournalisten zurück.

Vom Techniker zum bekannten Wissenschaftsvermittler

Bevor Jean Pütz zum Fernsehen kam, beschäftigte er sich intensiv mit Technik und Naturwissenschaften. Nach einer technischen Ausbildung studierte er unter anderem Nachrichtentechnik sowie naturwissenschaftliche Fächer. Später kamen weitere Studiengebiete hinzu. Bereits während dieser Zeit arbeitete er journalistisch.

1970 begann seine feste Tätigkeit beim Westdeutschen Rundfunk. Dort war Pütz als Redakteur, Autor, Moderator und Produzent tätig und arbeitete am Aufbau der Redaktion für Naturwissenschaft und Technik mit. Seine Stärke bestand darin, komplizierte Zusammenhänge für ein breites Publikum verständlich aufzubereiten.

Die „Hobbythek“ wurde zum bekanntesten Ergebnis dieser Arbeit, blieb aber nicht sein einziges Fernsehprojekt. 1984 entwickelte Pütz die „Wissenschaftsshow“. Das Format gilt als ein Vorläufer der späteren WDR-Wissenschaftssendung „Quarks“. Damit war Pütz Teil einer Entwicklung, die Wissenschaftssendungen stärker auf anschauliche Experimente, Unterhaltung und verständliche Erklärungen ausrichtete.

Als festangestellter WDR-Redakteur arbeitete Pütz bis 2001. Auch danach blieb er noch mehrere Jahre für den Sender tätig. Seine Fernsehkarriere erstreckte sich damit über mehr als drei Jahrzehnte.

Neues Buch erscheint zum 90. Geburtstag

Auch mit 90 Jahren beschäftigt sich Pütz weiterhin mit wissenschaftlichen und technischen Fragen. Zu seinem Geburtstag erscheint das gemeinsam mit dem Journalisten Andreas Dripke verfasste Buch „Wie wir von fossilen Energien unabhängig werden“. Der vollständige Untertitel lautet „Mehr Rationalität statt Heureka-Politik!“. Das Buch erscheint bei Diplomatic Council Publishing.

Darin wirbt Pütz für eine stärkere Nutzung von regenerativ erzeugtem Methanol. Er vertritt die Auffassung, dass grünes Methanol künftig eine wichtige Rolle als speicherbarer und transportierbarer Energieträger spielen könne. Seine Vorstellungen reichen von der Herstellung in Regionen mit besonders günstigen Bedingungen für Solarenergie bis zur Nutzung des Methanols in Industrie, Verkehr und Energieversorgung.

Dabei handelt es sich um die energiepolitische und technische Position des Autors. Die Frage, welche Bedeutung Methanol, Wasserstoff, direkte Elektrifizierung und andere Energieträger langfristig tatsächlich haben werden, ist Gegenstand wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Debatten.

Das Thema beschäftigt Pütz bereits seit mehreren Jahren. Schon in früheren Veröffentlichungen warb er für eine internationale Methanolwirtschaft. Das neue Buch führt diese Überlegungen weiter und verbindet sie mit seiner Kritik an Teilen der bisherigen Energiepolitik.

Jean Pütz bleibt seinem Grundprinzip treu

Damit knüpft Pütz auch mit 90 Jahren an das Prinzip an, das seine Fernsehkarriere geprägt hat. Wissenschaft sollte für ihn nicht ausschließlich abstrakt bleiben, sondern verständlich erklärt und mit konkreten Anwendungen verbunden werden. In der „Hobbythek“ ging es deshalb nicht nur um theoretische Zusammenhänge. Zuschauer sollten ausprobieren, nachvollziehen und selbst entscheiden können.

Mehr als fünf Jahrzehnte nach seinem Einstieg beim WDR steht sein 90. Geburtstag deshalb nicht ausschließlich für einen Rückblick auf eine frühere Fernsehkarriere. Mit dem neuen Buch und seinen weiterhin öffentlich vertretenen technischen Positionen beteiligt sich Pütz auch im hohen Alter an Diskussionen über Energie, Wissenschaft und Innovation. Der WDR wiederum nutzt den Geburtstag, um an eine Phase der deutschen Fernsehgeschichte zu erinnern, in der Pütz wissenschaftliche Themen einem Millionenpublikum näherbrachte.

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