
Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke sind erstmals Eltern geworden. Ihr Sohn Georg kam in den USA zur Welt und wurde von einer Leihmutter ausgetragen. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bestätigte die Geburt am Mittwoch, 15. Juli 2026, gegenüber der „Bild“. Spahns Büro bestätigte die Angaben anschließend auch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Daniel Funke machte den neuen Lebensabschnitt zusätzlich über seinen Instagram-Account öffentlich. Er veröffentlichte ein Foto, das ihn gemeinsam mit Spahn bei einem Spaziergang mit einem Kinderwagen zeigt. Dazu schrieb er „We Are Family“ und setzte ein rotes Herz.
Spahn sagte über seinen Sohn: „Mein Mann ist Papa geworden, und ich mit ihm. Georg ist unser ganzes Glück.“ Weitere persönliche Einzelheiten wollten Spahn und sein Büro gegenüber der dpa zunächst nicht nennen. Das Paar ist seit 2017 verheiratet und hatte in der Vergangenheit bereits öffentlich über seinen Kinderwunsch gesprochen.
Bestätigt ist, dass Georg in den Vereinigten Staaten von einer Leihmutter zur Welt gebracht wurde. In welchem US-Bundesstaat die Geburt erfolgte und wann der Junge genau geboren wurde, wurde zunächst nicht öffentlich bekannt gegeben.
Nach Informationen der „Bild“ soll Daniel Funke der genetische Vater des Kindes sein. Eine separate, unabhängige Bestätigung dieses Details lag zunächst nicht vor. Auch ein mögliches Adoptionsverfahren oder andere Schritte zur rechtlichen Anerkennung der Elternschaft in Deutschland wurden nicht bestätigt.
Der Name Georg soll nach Angaben der Zeitung an Jens Spahns Vater erinnern. Georg Spahn war im April 2024 im Alter von 77 Jahren gestorben. Die Namensgebung wurde bislang nicht in einem eigenen öffentlichen Statement des Paares erläutert.
Leihmutterschaften können in Deutschland nicht auf legalem Weg medizinisch organisiert werden. Das Embryonenschutzgesetz stellt unter anderem die künstliche Befruchtung einer Frau unter Strafe, wenn diese bereit ist, das Kind nach der Geburt dauerhaft anderen Personen zu überlassen. Auch die Vermittlung sogenannter Ersatzmütter ist nach dem Adoptionsvermittlungsgesetz verboten. Strafrechtlich richten sich die Bestimmungen vor allem gegen beteiligte Ärzte und Vermittler, nicht pauschal gegen die Wunscheltern oder die Frau, die das Kind austrägt.
In den USA gibt es keine einheitliche bundesweite Regelung. Die Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Bundesstaat. Mehrere Staaten erlauben Leihmutterschaften unter festgelegten Bedingungen und ermöglichen gerichtliche Entscheidungen über die Elternschaft vor oder nach der Geburt.
Dass eine Leihmutterschaft in Deutschland nicht durchgeführt werden darf, bedeutet nicht automatisch, dass eine im Ausland festgestellte Elternschaft hier ohne Wirkung bleibt. Der Bundesgerichtshof erkannte 2014 eine kalifornische Gerichtsentscheidung an, durch die zwei Männer als rechtliche Eltern eines von einer Leihmutter ausgetragenen Kindes festgestellt worden waren. In diesem Fall war einer der beiden Männer genetisch mit dem Kind verwandt.
Im Mai 2026 befasste sich der Bundesgerichtshof erneut mit einem Auslandsfall. Das Gericht stellte klar, dass ausländische Entscheidungen grundsätzlich nicht unmittelbar anerkannt werden müssen, wenn keiner der Wunschelternteile genetisch mit dem Kind verbunden ist. Ein rechtliches Eltern-Kind-Verhältnis kann dann regelmäßig über eine Adoption hergestellt werden. Welche rechtlichen Voraussetzungen im Fall von Spahn und Funke konkret erfüllt sind, wurde nicht öffentlich mitgeteilt.
Jens Spahn gehört seit vielen Jahren zu den bekanntesten Politikern der CDU. Von März 2018 bis Dezember 2021 war er Bundesgesundheitsminister. Im Mai 2025 wurde er zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt. Die Unionsabgeordneten bestätigten ihn im Mai 2026 mit 86,5 Prozent der Stimmen im Amt.
Bereits 2021 hatte Spahn erklärt, dass er und Funke sich grundsätzlich ein Leben als Eltern vorstellen könnten. Im November 2025 sprach er erneut über den bislang unerfüllten Familienwunsch und verwies auf die besonderen Schwierigkeiten für ein verheiratetes Männerpaar. Mit der Geburt von Georg haben Spahn und Funke diesen Wunsch nun verwirklicht.
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