BVB sorgt sich um Karetsas nach vier Länderspielen

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Karetsas beim BVB sorgt nach der ungewöhnlich langen Länderspielphase erneut für personelle Sorgen. Eine neue Verletzung des 18 Jahre alten Offensivspielers liegt nach Angaben von Borussia Dortmund allerdings nicht vor. Trainer Niko Kovac erklärte am Mittwoch auf der Pressekonferenz des BVB, dass Konstantinos Karetsas ebenso wie Daniel Svensson „ein bisschen verkühlt“ sei. Der griechische Nationalspieler sei zudem durch die vielen Einsatzminuten und Reisen mitgenommen. Ob er kurzfristig wieder voll zur Verfügung steht, war am Mittwoch noch offen. Der BVB bestätigte diese Angaben anschließend auch auf seiner Vereinsseite.

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Karetsas beim BVB: Aktuell keine neue Verletzung

Damit unterscheidet sich die aktuelle Situation deutlich von den Kreislaufproblemen, die Karetsas Anfang September beschäftigt hatten. Beim Champions League Spiel gegen den FC Villarreal am 8. September musste er in der ersten Halbzeit vom Platz getragen und anschließend im Krankenhaus untersucht werden. Borussia Dortmund sprach damals von Kreislaufbeschwerden. Sportdirektor Ole Book erklärte zwei Tage später, der Klub wolle die Ursache mit weiteren Untersuchungen genau klären. Später teilte Kovac laut SPORT1 mit, bei den Untersuchungen sei nichts Auffälliges festgestellt worden. Karetsas kehrte anschließend ins Mannschaftstraining und auch in den Spielbetrieb zurück.

Die aktuelle Erkrankung trat dagegen nach der Abstellung zur griechischen Nationalmannschaft auf. Karetsas kam laut Opta Analyst in allen vier Nations League Partien Griechenlands während des Länderspielfensters zum Einsatz und sammelte dabei insgesamt 291 Spielminuten. Bereits vor dem letzten Duell mit Deutschland hatte es Diskussionen über seine Belastung gegeben. Griechenlands Nationaltrainer Ivan Jovanovic stellte damals klar, dass der Austausch mit Dortmund positiv sei und es keine Forderung des BVB nach einer Sonderbehandlung gegeben habe.

Kovac nennt vier Länderspiele total inakzeptabel

Kovac nahm die Situation zum Anlass für grundsätzliche Kritik am Spielkalender. Auf der offiziellen BVB Pressekonferenz am Mittwoch erklärte er, die dreiwöchige Unterbrechung sei zu lang gewesen. SPORT1 und Sky Sport dokumentierten seine Aussage, vier Länderspiele in einer Abstellungsphase seien aus Sicht eines Vereins „total inakzeptabel“. Kovac verwies dabei nicht allein auf Verletzungen und Erkrankungen, sondern auch auf die fehlende gemeinsame Trainingszeit und den verlorenen Spielrhythmus.

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Kovac sagte laut SPORT1 zudem, vier Spiele seien „definitiv zu viel“. Das frühere Modell mit kürzeren Abstellungsphasen und jeweils zwei Partien halte er für besser. Sein Argument: Die Nationalspieler wären dann für rund zehn Tage bei ihren Auswahlmannschaften und könnten anschließend schneller wieder in den Vereinsbetrieb integriert werden. Borussia Dortmund selbst bezifferte die Zahl der während der vergangenen drei Wochen abgestellten Profis auf 20.

Schlotterbeck, Ryerson und Chukwuemeka ebenfalls angeschlagen

Karetsas ist nicht der einzige Dortmunder, bei dem die Länderspielphase Spuren hinterlassen hat. Nico Schlotterbeck kehrte verletzt von der deutschen Nationalmannschaft zurück und arbeitete zunächst individuell. Kovac plante für Donnerstag die Rückkehr des Innenverteidigers ins Mannschaftstraining. SPORT1 berichtete von einer Außenbandverletzung am rechten Sprunggelenk, die Schlotterbeck im Training der Nationalmannschaft erlitten habe. Eine längerfristige Pause war am Mittwoch aber nicht bestätigt.

Auch bei Julian Ryerson besteht nach einem Zusammenprall während seiner Länderspielreise ein Fragezeichen. Daniel Svensson ist wie Karetsas erkältet. Carney Chukwuemeka kam laut BVB mit leichten muskulären Problemen zurück. Ramy Bensebaini und Mathis Albert mussten nach ihren letzten Länderspielen zudem längere Rückreisen aus Afrika beziehungsweise Nordamerika bewältigen.

Unabhängig davon fehlt Borussia Dortmund weiterhin Giannis Konstantelias. Der griechische Mittelfeldspieler erlitt Ende August gegen den Hamburger SV einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie und fällt nach Vereinsangaben mehrere Monate aus. Auch Emre Can befindet sich nach seinem Kreuzbandriss aus der vergangenen Saison weiterhin im längerfristigen Wiederaufbau.

Dortmund investierte mehr als 30 Millionen Euro in Karetsas

Karetsas war erst am 3. August 2026 vom belgischen Erstligisten KRC Genk nach Dortmund gewechselt. Der BVB bestätigte bei der Verpflichtung einen Vertrag bis zum 30. Juni 2031 und bezeichnete ihn als Offensivspieler mit besonderen Qualitäten in Kreativität, Technik und Spielintelligenz. Der 18-Jährige wird vor allem im offensiven Mittelfeld eingesetzt.

Eine Ablösesumme veröffentlichte Borussia Dortmund nicht. Sky Sport bezifferte die fixe Zahlung an Genk auf 30 Millionen Euro. Weitere zwei Millionen Euro könnten demnach über Bonuszahlungen hinzukommen. Genk soll sich außerdem eine Beteiligung an einem späteren Weiterverkauf gesichert haben. Sky hatte Karetsas bereits während der Transferverhandlungen als Dortmunder Wunschlösung für die nach dem Abschied von Julian Brandt neu zu besetzende kreative Mittelfeldposition bezeichnet.

Bei seiner Verpflichtung verwies Borussia Dortmund auf 34 Ligaeinsätze und elf Vorlagen für Genk in der Saison 2025/26. In der Europa League nannte der Verein elf Einsätze mit zwei Toren und fünf Vorlagen. In seiner ersten Bundesligasaison für Dortmund steht Karetsas laut Bundesliga Datenbank bislang bei drei Einsätzen und einer Torvorlage. Opta Analyst weist dafür 164 Bundesliga Minuten aus. Wettbewerbsübergreifend kam er bislang sechsmal für den BVB zum Einsatz.

Karetsas gewinnt für die Dortmunder Kaderplanung an Bedeutung

Die aktuelle Situation trifft Dortmund damit auf einer Position, auf der der Klub im Sommer bewusst stark investiert hat. Karetsas soll nicht nur perspektivisch entwickelt werden, sondern bringt bereits erhebliche Erfahrung aus der belgischen Liga, dem Europapokal und der griechischen Nationalmannschaft mit. Sportdirektor Ole Book hatte bei seiner Vorstellung ausdrücklich seine Kreativität und seine Lösungen in engen Räumen im letzten Drittel hervorgehoben.

Durch den monatelangen Ausfall von Konstantelias ist der Handlungsspielraum im offensiven Mittelfeld zugleich kleiner geworden. Eine konkrete Ausfalldauer für Karetsas aufgrund der aktuellen Erkältung nannte der BVB am Mittwoch nicht. Kovacs Aussage beschränkte sich darauf, die weitere Entwicklung abzuwarten. Damit ist derzeit bestätigt, dass der Youngster angeschlagen zurückgekehrt ist. Eine neue strukturelle Verletzung oder eine längerfristige Zwangspause vermeldete Borussia Dortmund dagegen nicht.

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