
Eintracht Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche hat die Verpflichtung von Albert Riera erneut als eigene Fehlentscheidung bezeichnet. Im SPORT1-Podcast Leadertalk sagte Krösche über den früheren Cheftrainer: „Es war am Ende meine falsche Entscheidung.“ Die Krösche Riera Fehlentscheidung ist allerdings kein erstmals eingeräumter Fehler. Bereits nach dem Saisonende im Mai hatte der Sportvorstand öffentlich die Verantwortung für die Trainerentscheidung übernommen. Neu ist, dass Krösche nun ausführlicher erklärt, warum er vor allem den Zeitpunkt der Verpflichtung rückblickend für problematisch hält.
Die aktuellen Aussagen fielen nicht auf einer Pressekonferenz von Eintracht Frankfurt, sondern im SPORT1-Podcast Leadertalk mit Moderator Mounir Zitouni. Das Gespräch beschäftigt sich mit Krösches Führungsverständnis, der Transferpolitik des Bundesligisten und seinen Entscheidungen als Sportvorstand.
Riera habe die Bundesliga nicht gekannt und die Mannschaft mitten in der Saison ohne gemeinsame Vorbereitung übernehmen müssen, erklärte Krösche dort. Rückblickend sei es „der falsche Zeitpunkt für Albert“ gewesen, nach Frankfurt zu kommen. Seine Konsequenz daraus sei, bei künftigen Trainerentscheidungen stärker an bestimmten Grundprinzipien festzuhalten. SPORT1 veröffentlichte das Gespräch am Mittwoch, 7. Oktober. Die hessenschau griff Krösches Aussagen anschließend in ihrem Eintracht-Ticker auf.
Dass Krösche die Verantwortung übernimmt, ist dabei nicht neu. Auf der offiziellen Saisonabschluss-Pressekonferenz vom 19. Mai hatte er laut Eintracht Frankfurt bereits erklärt, Riera habe mitten in der Saison kaum Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einstieg gehabt. Krösche bezeichnete die damalige Entscheidung ausdrücklich als eigene Fehleinschätzung. Auch n-tv berichtete damals über dieses Eingeständnis.
Eintracht Frankfurt hatte Albert Riera am 30. Januar als neuen Cheftrainer vorgestellt. Der Spanier trat sein Amt am 2. Februar an und unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028. Zuvor hatte er den slowenischen Erstligisten NK Celje trainiert. Dort gewann er den nationalen Pokal und führte die Mannschaft in der laufenden Saison an die Tabellenspitze sowie in die Play-off-Runde der Conference League. Zuvor hatte Riera unter anderem Olimpija Ljubljana und Girondins Bordeaux betreut.
Zur Ablöse veröffentlichte Eintracht Frankfurt selbst keine Summe. Sky Sport berichtete damals von 700.000 Euro fixer Ablöse sowie möglichen Bonuszahlungen von bis zu einer Million Euro. Sport Bild nannte einen Betrag im Bereich von 1,3 Millionen Euro. Diese Zahlen wurden vom Verein nicht offiziell bestätigt.
Bei seiner Vorstellung hatte Krösche Rieras moderne und offensive Spielidee hervorgehoben. Der Trainer habe die Verantwortlichen in den Gesprächen mit Fachwissen und Kommunikation überzeugt, erklärte der Sportvorstand damals auf der Vereinsseite. Die heutige Bewertung fällt damit deutlich kritischer aus als Ende Januar.
Rieras Amtszeit in Frankfurt endete bereits am 17. Mai. Eintracht Frankfurt sprach dabei offiziell von einer einvernehmlichen Beendigung der Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung. Neben Riera verließen auch seine Co-Trainer Pablo Remon Arteta und Lorenzo Dolcetti den Klub. Von einer Beurlaubung sprach die Eintracht ausdrücklich nicht.
Die Bilanz des Spaniers umfasste laut Vereinsangaben 14 Spiele mit vier Siegen, fünf Unentschieden und fünf Niederlagen. Frankfurt schloss die Bundesligasaison 2025/26 auf Rang acht ab und verpasste damit einen internationalen Startplatz.
Riera selbst übernahm bei der Trennung ebenfalls Verantwortung. In der offiziellen Mitteilung des Vereins sagte er: „Ich übernehme als Trainer die Verantwortung für die sportlichen Ergebnisse.“ Zugleich erklärte er, während seiner Amtszeit ausschließlich die Verbesserung und den Erfolg der Mannschaft verfolgt zu haben.
Als Nachfolger verpflichtete Eintracht Frankfurt Ende Mai Adi Hütter. Der Österreicher trat sein Amt am 1. Juli an und erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2029. Für Hütter ist es die zweite Amtszeit in Frankfurt, nachdem er den Klub bereits zwischen 2018 und 2021 trainiert hatte.
Krösche begründete die Wahl bei Hütters Vorstellung unter anderem mit dessen Bundesliga-Erfahrung, der Arbeit mit jungen Spielern und der Fähigkeit, Ballbesitz- und Umschaltfußball miteinander zu verbinden. Hütter selbst erklärte damals, er sehe im Frankfurter Kader viel Qualität und wolle vor allem Intensität und eine klare Spielidee etablieren.
Im aktuellen SPORT1-Gespräch stellte Krösche die Zusammenarbeit mit Hütter positiv dar. Beide hätten „die gleiche Idee vom Fußball“, sagte der Sportvorstand. Für Krösche ist die erneute Verpflichtung des Österreichers damit auch Teil der Konsequenzen aus der kurzen Riera-Ära.
Auch beim Kader zog Krösche nach der vergangenen Saison Konsequenzen. Bereits im Mai erklärte er auf der Vereinsseite, die Mannschaft sei 2025/26 zu breit aufgestellt gewesen und habe dadurch unter anderem Nachwuchsspielern Entwicklungsmöglichkeiten genommen. Im Sommer folgte ein umfangreicher Umbau. Nach Angaben des Vereins registrierte die sportliche Leitung insgesamt 38 Transferbewegungen.
Der Aufsichtsrat beschäftigte sich Anfang September ausdrücklich mit der Kaderplanung und den wirtschaftlichen Folgen der Transferperiode. Aufsichtsratschef Mathias Beck erklärte anschließend, der sportlichen Führung sei es gelungen, gute Voraussetzungen für die Saison zu schaffen. Personelle Veränderungen im Vorstand seien bei dieser Sitzung nicht Gegenstand gewesen.
Sportlich verlief der Start unter Hütter bislang wechselhaft. Nach vier Bundesligaspielen steht Frankfurt bei einem Sieg, zwei Unentschieden und einer Niederlage. Am Samstag, 10. Oktober, folgt das Auswärtsspiel bei RB Leipzig. Der Schwerpunkt der aktuellen Krösche-Aussagen liegt jedoch weniger auf einzelnen Ergebnissen als auf den strukturellen Lehren aus der vergangenen Saison und seiner eigenen Verantwortung für Personalentscheidungen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu