Wohnungsbrand in Karlsruhe verletzt drei Menschen

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus in der Karlsruher Südstadt hat am Montagabend drei Menschen verletzt und erheblichen Sachschaden verursacht. Betroffen war eine Wohnung im zweiten Obergeschoss eines Gebäudes in der Marienstraße. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand der Polizei explodierte ein zuvor geladener Akku eines E-Scooters. Zwei Bewohner mussten wegen Rauchgasvergiftungen in einer Klinik behandelt werden. Das Haus kann nach dem Brand vorerst nicht mehr bewohnt werden. Der Sachschaden wird auf rund 250.000 Euro beziffert.

Feuerwehr verhindert Übergreifen auf Nachbarhäuser

Der Alarm ging am Montag, 21. September, gegen 20.24 Uhr bei der Feuerwehr ein. Als die ersten Einsatzkräfte in der Marienstraße eintrafen, waren aus dem Obergeschoss starke Rauchentwicklung und Feuer zu sehen. Der Brand war in einer Wohnung im zweiten Stock entstanden.

Feuerwehrleute gingen unter Atemschutz in das Gebäude. Die Flammen konnten auf die betroffene Wohnung begrenzt werden, sodass benachbarte Häuser nicht in Brand gerieten. Nach dem Einsatzbericht der Feuerwehr wurden angrenzende Gebäude vorsorglich geräumt. Die Polizei erklärte später, die übrigen Bewohner des direkt betroffenen Hauses hätten das Gebäude selbstständig verlassen können.

Drei Menschen zogen sich Rauchgasvergiftungen zu. Eine 31-jährige Frau und ein 39-jähriger Mann kamen zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus. Eine 21 Jahre alte Bewohnerin wurde am Einsatzort medizinisch versorgt und musste nicht stationär aufgenommen werden.

Polizei geht von explodiertem E-Scooter-Akku aus

Zum möglichen Ausgangspunkt des Feuers gibt es inzwischen konkretere Angaben. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei explodierte der Akku eines E-Scooters nach einem Ladevorgang. Ein Bewohner habe anschließend versucht, die Flammen selbst zu löschen. Der Versuch blieb erfolglos, worauf sich das Feuer schnell innerhalb der Wohnung ausbreitete.

Unmittelbar nach dem Brand war zunächst allgemein von einem technischen Defekt als möglicher Ursache die Rede. In der später veröffentlichten Polizeimeldung wurde der zuvor geladene Akku ausdrücklich als mutmaßlicher Ausgangspunkt genannt.

Damit steht der E-Scooter-Akku in Karlsruhe im Mittelpunkt der bisherigen Ursachenermittlung. Noch offen ist allerdings, weshalb die Batterie reagierte. Ob ein interner technischer Defekt, eine vorherige Beschädigung, ein Problem beim Laden oder ein anderer Umstand die Explosion auslöste, war am Dienstagmorgen nicht abschließend geklärt.

Rund 250.000 Euro Schaden am Gebäude

Nach den Löscharbeiten ist das Mehrfamilienhaus nicht bewohnbar. Die Bewohner fanden nach Angaben der Polizei zunächst Unterkunft bei Freunden und Angehörigen. Ein Übergreifen des Brandes auf angrenzende Gebäude konnte die Feuerwehr verhindern.

Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden derzeit auf ungefähr 250.000 Euro. Dabei handelt es sich um eine erste Einschätzung. Wie groß die einzelnen Schäden an der betroffenen Wohnung und an der Bausubstanz des Gebäudes ausfallen, war zunächst nicht näher angegeben.

Lithium-Ionen-Akkus können heftig reagieren

Der Fall lenkt den Blick auf ein Risiko, das viele Alltagsgeräte betrifft. Lithium-Ionen-Akkus kommen unter anderem in Smartphones, Werkzeugen, E-Bikes und E-Scootern zum Einsatz. Bei ordnungsgemäßem Gebrauch funktionieren sie grundsätzlich sicher. Kommt es allerdings zu einem Defekt oder einer Beschädigung, kann innerhalb der Zellen eine starke Wärmeentwicklung einsetzen.

Als mögliche Ursachen nennt die Berliner Feuerwehr unter anderem Produktionsfehler, mechanische Schäden, zu hohe Temperaturen, Überladung, Tiefentladung und Alterung. Im ungünstigen Fall kann daraus ein sogenannter Thermal Runaway entstehen. Dabei verstärkt sich die Wärmeentwicklung innerhalb der Batterie selbst. Möglich sind starke Rauchentwicklung, gesundheitsschädliche Gase, Stichflammen und explosionsartige Reaktionen.

Auch das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer weist auf die Ladephase als besonders relevanten Zeitraum hin. Nach den Erfahrungen des Instituts entstehen etwa drei von vier untersuchten Akkubränden während des Ladens. Zugleich können Lithium-Ionen-Akkus auch dann in Brand geraten, wenn sie gerade nicht an ein Ladegerät angeschlossen sind.

Feuerwehr und Versicherer raten zu Vorsicht beim Laden

Für den privaten Umgang empfehlen Fachstellen vor allem, die Vorgaben des Herstellers einzuhalten. Verwendet werden sollte ein passendes, dafür vorgesehenes Ladegerät. Akkus, die beschädigt, verformt oder aufgebläht sind, sollten nicht weiter genutzt werden. Auch eine auffällige Erwärmung kann ein Hinweis auf einen Defekt sein.

Die Berliner Feuerwehr empfiehlt außerdem, Akkus nicht während des Schlafens zu laden. Der Ladeplatz sollte frei von leicht entzündlichen Materialien sein und sich möglichst in einem Bereich mit funktionierendem Rauchmelder befinden. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft rät ebenfalls zu Originalkomponenten beziehungsweise technisch aufeinander abgestimmten Geräten und dazu, brennbare Materialien vom Ladeplatz fernzuhalten.

Besondere Aufmerksamkeit ist nach Stürzen oder anderen mechanischen Einwirkungen nötig. Dabei können im Inneren einer Batterie Schäden entstehen, die von außen zunächst kaum sichtbar sind und später einen Kurzschluss verursachen können.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu