
Der 1. FC Köln geht zu Beginn der Vorbereitung davon aus, dass Said El Mala auch in der Saison 2026/27 für den Bundesligisten aufläuft. Geschäftsführer Sport Thomas Kessler verwies auf mehrere Anfragen und Angebote, die bislang nicht zu einem Wechsel geführt haben. Vollständig geschlossen ist die Transferakte angesichts der hohen Summen im Markt allerdings nicht.
Beim öffentlichen Trainingsauftakt am Geißbockheim gehörte El Mala zum Aufgebot von Trainer René Wagner. Kessler erklärte anschließend, es habe in den vergangenen Wochen das ein oder andere Angebot gegeben. Weil daraus kein Transfer entstanden sei, sei er fest davon überzeugt, dass der 19-Jährige in der kommenden Spielzeit für Köln spielen werde.
Der Sport-Geschäftsführer beschrieb El Mala als motiviert und voller Tatendrang. Auch Wagner plant derzeit mit dem Offensivspieler. Sportlich braucht Köln den 19-Jährigen zunächst als Stammspieler auf dem Flügel, nachdem mit Jakub Kaminski bereits ein torgefährlicher Flügelspieler zu Benfica Lissabon gewechselt ist.
Eine endgültige Garantie ist Kesslers Aussage nicht. Dem kicker zufolge könnte der FC seine Haltung bei einer Offerte ab etwa 50 Millionen Euro erneut prüfen. El Mala steht bis zum 30. Juni 2030 unter Vertrag, sodass Köln ohne unmittelbaren Verkaufsdruck in mögliche Gespräche gehen kann.
Besonders konkret war zuletzt das Werben des FC Brentford. Sky berichtete zunächst von einem Paket über 40 Millionen Euro plus fünf Millionen Euro an Boni. Später war von einem Gesamtvolumen von rund 50 Millionen Euro die Rede. Der Spieler entschied sich jedoch gegen den Wechsel. Zuvor hatte auch Brighton & Hove Albion mehrere Anläufe unternommen. Zudem wurden Newcastle United, Chelsea und Tottenham Hotspur als Interessenten genannt, ohne dass daraus ein Abschluss entstand.
Sportlich wäre ein Verbleib für den FC von großer Bedeutung. El Mala bestritt in seiner ersten Bundesliga-Saison 34 Spiele und kam auf 13 Tore sowie fünf Vorlagen. Damit führte er die interne Kölner Wertung sowohl bei den Treffern als auch bei den Assists an. Besonders auffällig waren seine Tempodribblings: 37 seiner Dribblings endeten mit einem eigenen Torschuss, sechs Tore erzielte er unmittelbar nach solchen Aktionen.
Köln hatte 2024/25 als Zweitliga-Meister den direkten Wiederaufstieg geschafft. In der folgenden Bundesliga-Saison belegte die Mannschaft mit 32 Punkten und 49:63 Toren Rang 14. El Malas 18 direkte Torbeteiligungen waren ein wesentlicher Faktor für den Klassenerhalt.
El Malas Entwicklung verlief nicht geradlinig. 2021 wurde er gemeinsam mit seinem Bruder Malek im Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach nicht übernommen. Nach zwei Jahren beim TSV Meerbusch wechselten beide 2023 zu Viktoria Köln. Dort debütierte Said El Mala im Februar 2024 in der 3. Liga.
Der 1. FC Köln verpflichtete die Brüder im Sommer 2024, verlieh sie wegen der damaligen Transfersperre aber noch ein Jahr an Viktoria. In der Saison 2024/25 erzielte Said El Mala in 32 Drittligaspielen 13 Tore und bereitete fünf weitere vor. Bei der U19-Europameisterschaft folgte der nächste Leistungssprung, ehe er sich beim FC unmittelbar in der Bundesliga durchsetzte. Im Juli 2025 verlängerte Köln seinen Vertrag vorzeitig bis 2030.
Thomas Kessler ist seit Januar 2026 Geschäftsführer Sport und verantwortet neben der Profimannschaft auch Scouting, Akademie, Frauenfußball und die medizinische Abteilung. Der frühere Torhüter durchlief selbst den Kölner Nachwuchs, spielte viele Jahre für die Profis und wechselte nach seinem Karriereende ins Management.
Dieser Weg wurde bereits 2020 unter dem damaligen Geschäftsführer Alexander Wehrle vorbereitet. Wehrle erklärte seinerzeit, der Verein wolle Kessler mit seiner Erfahrung weiter einbinden. Heute ist Wehrle Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart, während Kessler in Köln vom Leiter Lizenzfußball über den Sportdirektor bis in die Geschäftsführung aufstieg. Die Personalie El Mala gehört nun zu seinen wichtigsten Entscheidungen dieses Transfersommers.
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