
Die staatliche Förderbank KfW hat im ersten Halbjahr 2026 Finanzierungen in Höhe von 57,7 Milliarden Euro zugesagt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg das Neugeschäft damit um rund 46 Prozent. Nach Angaben des Instituts erreichte das originäre Fördergeschäft zur Jahresmitte ein Rekordniveau. Besonders gefragt waren Programme für Klimaschutz- und Umweltinvestitionen im Mittelstand sowie Förderangebote für energieeffiziente Gebäude und neue Heizungen. Auch das Ergebnis der Bankengruppe verbesserte sich deutlich.
Allein in der inländischen Förderung beliefen sich die Neuzusagen im ersten Halbjahr auf 38,9 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 25,3 Milliarden Euro gewesen. Das Geschäftsfeld Mittelstandsbank und Private Kunden steigerte sein Fördervolumen von 21,2 Milliarden Euro auf 32,9 Milliarden Euro. Davon entfielen 16,5 Milliarden Euro auf Förderkredite für mittelständische Unternehmen und 16,4 Milliarden Euro auf Programme für Privatkunden.
Besonders stark entwickelte sich die KfW Mittelstandsförderung für Klimaschutz- und Umweltvorhaben. Das Zusagevolumen stieg von 5,3 Milliarden Euro auf 11,2 Milliarden Euro und hat sich damit mehr als verdoppelt. Einen erheblichen Anteil hatte das Programm „Erneuerbare Energien – Standard“, für das Kredite in Höhe von 7,6 Milliarden Euro zugesagt wurden. Die Nachfrage wurde laut KfW insbesondere durch die Entwicklung des Marktes für Windenergie an Land getragen. Weitere zwei Milliarden Euro flossen über die Klimaschutzoffensive für Unternehmen.
Auch die Gründungs- und Unternehmensförderung legte zu. Die Zusagen stiegen in diesem Bereich von 3,3 Milliarden Euro auf 3,9 Milliarden Euro. Die Innovationsfinanzierung blieb mit 1,5 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres.
Bei privaten Kunden wurde der Anstieg vor allem durch Förderungen für Energieeffizienz und erneuerbare Energien getragen. Hier sagte die KfW insgesamt 12,9 Milliarden Euro zu, nachdem es im Vorjahreszeitraum 7,1 Milliarden Euro gewesen waren. Die Programme für klimafreundliche Neubauten erreichten ein Volumen von 5,4 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 1,6 Milliarden Euro gewesen.
Zur Entwicklung trug nach Angaben der Förderbank auch die Wiedereinführung des Effizienzhausstandards 55 bei. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude einschließlich der KfW Heizungsförderung blieb ebenfalls stark nachgefragt. Für diese Programme wurden 6,5 Milliarden Euro zugesagt. Im Bereich Wohnen und Leben sank das Volumen dagegen leicht auf 2,8 Milliarden Euro. Die Bildungsförderung blieb mit rund 800 Millionen Euro stabil.
Auch Städte, kommunale Unternehmen und soziale Einrichtungen nahmen mehr Fördermittel in Anspruch. Das Geschäftsfeld Individualfinanzierung und Öffentliche Kunden steigerte seine Zusagen von vier Milliarden Euro auf 5,6 Milliarden Euro. Davon entfielen 3,8 Milliarden Euro auf kommunale und soziale Infrastruktur. Zu dem Anstieg trugen unter anderem größere Finanzierungen für kommunale Energieversorger und digitale Infrastruktur bei.
Die Export- und Projektfinanzierung der KfW IPEX-Bank wuchs um rund 33 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro. Besonders große Volumen entfielen auf die Bereiche Energie mit 4,9 Milliarden Euro und Mobilität mit 4,8 Milliarden Euro. Finanziert wurden unter anderem Windparks in Kanada, Schottland und der Ukraine, Solar- und Batteriespeicherprojekte sowie Elektrobusse und Ladeinfrastruktur in Großbritannien. Auch Vorhaben zur Herstellung nachhaltiger Flugzeugtreibstoffe und zum Ausbau eines Fernwärmenetzes gehörten zum Neugeschäft.
Die KfW Entwicklungsbank erhöhte ihre Zusagen für Entwicklungs- und Schwellenländer von zwei Milliarden Euro auf 3,1 Milliarden Euro. Die Tochtergesellschaft DEG steigerte ihre Neuzusagen von 556 Millionen Euro auf 903 Millionen Euro. KfW Capital sagte Fondsinvestments in Höhe von 389 Millionen Euro zu und erreichte damit mehr als das Doppelte des Vorjahreswertes.
Neben dem Fördergeschäft verbesserte sich auch das finanzielle Ergebnis. Das ökonomische Ergebnis stieg um rund 50 Prozent auf 1,238 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis erreichte 877 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Bewertungen und Förderaufwand erhöhte sich auf 1,103 Milliarden Euro. Die KfW setzte zugleich 237 Millionen Euro aus eigenen Mitteln ein, um die Konditionen ihrer Förderprogramme zu verbilligen.
Die starke Nachfrage wirkt sich auch auf die Refinanzierung aus. Die KfW erhöhte ihr Ziel für die Kapitalmarktaufnahme im Gesamtjahr von ursprünglich 75 bis 80 Milliarden Euro auf 80 bis 85 Milliarden Euro. Bis Ende Juni hatte sie bereits 58,2 Milliarden Euro aufgenommen. Das Volumen neu ausgegebener Green Bonds stieg auf 12,6 Milliarden Euro.
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