Nach Angriffen auf Südbrücke wird auch Kiews Nördliche Brücke getroffen

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Nach mehreren russischen Angriffen auf wichtige Verkehrsverbindungen über den Dnipro ist am Samstagmorgen auch die Nördliche Brücke in Kiew getroffen worden. Die Angriffe auf die Dnipro-Brücken in Kiew beeinträchtigen damit inzwischen mehrere zentrale Verbindungen zwischen dem östlichen und westlichen Teil der ukrainischen Hauptstadt. An der Nördlichen Brücke wurden nach Angaben der Stadtverwaltung die Fahrbahn und die Oberleitung des Trolleybusnetzes beschädigt.

Nördliche Brücke am frühen Morgen getroffen

In Kiew wurde am Samstag gegen 6.30 Uhr Ortszeit vor einer Drohnengefahr gewarnt. Wenig später bestätigte Bürgermeister Vitali Klitschko einen Treffer auf der Nördlichen Brücke. Einsatzkräfte wurden zu dem Übergang geschickt.

Die Stadtverwaltung teilte anschließend mit, dass das Straßenpflaster beziehungsweise die Fahrbahn sowie die elektrische Oberleitung für Trolleybusse beschädigt worden seien. Der Verkehr von der linken auf die rechte Seite des Dnipro wurde zunächst gesperrt. Angaben über Verletzte im Zusammenhang mit dem Brückentreffer lagen zunächst nicht vor.

Mehrere Buslinien und die Trolleybuslinien 29, 30, 31 und 47 waren von den Einschränkungen betroffen. Ein Teil des Busverkehrs konnte später wieder auf den regulären Strecken fahren. Für die Trolleybusse wurden getrennte Verbindungen auf beiden Seiten des Flusses eingerichtet.

Wie schwer die tragenden Teile der Nördlichen Brücke beschädigt wurden, war zunächst nicht offiziell mitgeteilt worden. Gesichert waren zunächst Schäden an der Fahrbahn und an der Infrastruktur des öffentlichen Nahverkehrs.

Südbrücke bereits mehrfach angegriffen

Der Treffer folgt auf eine Serie von Angriffen auf die Südbrücke im Süden Kiews. Sie war am Donnerstag und Freitag mehrfach Ziel russischer Drohnenangriffe. Die Angriffe führten wiederholt zu Sperrungen und Änderungen im öffentlichen Nahverkehr.

Nach einem Angriff am 1. Oktober hatten Fachleute der Stadt die Brücke untersucht. Bei einer ersten Kontrolle wurden keine kritischen Schäden an der eigentlichen Brückenkonstruktion festgestellt. Der Straßenverkehr konnte zwischenzeitlich wieder aufgenommen werden, während die Anlagen der Metro weiter überprüft wurden.

Weitere Angriffe änderten die Lage jedoch erneut. Am Freitag wurde die Südbrücke vollständig für den Straßenverkehr und die Metro gesperrt. Am Freitagabend teilte die Stadt mit, dass die Sperrung auch außerhalb von Luftalarmphasen gelten solle.

Über eine vollständige Wiederaufnahme des Verkehrs sollte erst nach weiteren Untersuchungen entschieden werden. Die Stadt wartete dazu auf Bewertungen wissenschaftlicher Institute und technischer Fachleute.

Mehrere wichtige Verbindungen über den Dnipro eingeschränkt

Die wiederholten Angriffe treffen einen besonders empfindlichen Teil der Verkehrsinfrastruktur Kiews. Der Dnipro teilt die Millionenstadt in einen westlichen und einen östlichen Teil. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung lebt auf dem linken, östlichen Ufer, während sich viele Arbeitsplätze, Behörden und Unternehmen auf der westlichen Seite befinden.

Bereits vor dem Treffer auf die Nördliche Brücke galten deshalb zeitweise zusätzliche Einschränkungen auf anderen Übergängen. Auf der Darnyzkyj-Brücke wurde der Verkehr während Luftalarmen teilweise auf eine Spur begrenzt. Auch für die Metrobrücke und den Podilskyj-Brückenübergang bestanden zeitweise Sperrregelungen.

Damit haben die Angriffe auf die Dnipro-Brücken in Kiew nicht nur unmittelbare Schäden an einzelnen Bauwerken verursacht. Sie wirken sich auch auf das gesamte Verkehrsnetz der Hauptstadt aus, weil Fahrzeuge und öffentliche Verkehrsmittel auf weniger verfügbare Übergänge ausweichen müssen.

Russland bestätigt Angriff und nennt militärische Nutzung

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte nach Angaben der Nachrichtenagentur AP, für den jüngsten Angriff auf die Nördliche Brücke verantwortlich zu sein. Moskau erklärte, der Übergang werde für Truppenbewegungen und den Transport militärischer Güter genutzt.

Eine unabhängige Bestätigung dieser Darstellung lag zunächst nicht vor. Die Nördliche Brücke gehört zugleich zum regulären Straßenverkehrsnetz Kiews und wird von öffentlichen Verkehrsmitteln genutzt.

Bereits nach den Angriffen auf die Südbrücke hatte das russische Verteidigungsministerium erklärt, Ziele in Kiew und anderen Teilen der Ukraine angegriffen zu haben, die nach russischer Darstellung militärischen Zwecken dienten.

Angriffe belasten den Verkehr in der ukrainischen Hauptstadt

Die Angriffe auf die Brücken fallen in eine Phase verstärkter russischer Luftangriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte. Neben Drohnen setzt Russland weiterhin Raketen und andere weitreichende Waffen ein. Gleichzeitig greift die Ukraine Ziele in Russland mit Drohnen an, darunter Energieanlagen und Industrieeinrichtungen.

Für Kiew entsteht durch die Schäden und vorsorglichen Sperrungen ein zusätzliches Verkehrsproblem. Schon die Einschränkungen der vergangenen Tage führten zu erheblichen Staus. Mit dem Treffer auf die Nördliche Brücke ist nun ein weiterer wichtiger Übergang unmittelbar betroffen.

Wie lange die Einschränkungen dort bestehen bleiben, hing zunächst von den weiteren technischen Untersuchungen und Reparaturen ab. Für die Südbrücke bestand am Samstag weiterhin keine reguläre Freigabe für den gesamten Verkehr.

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