Nach gescheiterter Investorensuche: Was bei KÖGL jetzt passiert

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Symbolbild: Evan Wise

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Die Insolvenz der KÖGL-Gruppe am Bodensee ist in die nächste Phase gegangen. Für die Kögl Logistik GmbH & Co. KG und die PRO-Logistik KÖGL GmbH mit Sitz in Friedrichshafen hat das Amtsgericht Ravensburg die Insolvenzverfahren zum 1. September 2026 eröffnet. Als Grund nennt das Gericht bei beiden Gesellschaften Zahlungsunfähigkeit. Zuvor hatte die Unternehmensgruppe versucht, außerhalb eines Insolvenzverfahrens einen Investor oder eine andere Sanierungslösung zu finden. Dieser Prozess führte nach Angaben aus dem Verfahren nicht zu einer tragfähigen Lösung.

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Bei der Antragstellung im Juni beschäftigten die beiden Unternehmen zusammen 24 Mitarbeiter. Inzwischen wurden für beide Gesellschaften Teilverkäufe erreicht. Wie viele der Beschäftigten dadurch übernommen werden oder ihre Arbeitsplätze langfristig behalten können, war zunächst nicht beziffert. Konkrete Angaben zu einem möglichen weiteren Stellenabbau lagen ebenfalls zunächst nicht vor.

Insolvenzverfahren seit Anfang September eröffnet

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren bereits Mitte Juni offiziell sichtbar geworden. Am 16. Juni ordnete das Insolvenzgericht Sicherungsmaßnahmen für beide Gesellschaften an. Damit begann zunächst die vorläufige Phase der Verfahren. Für die Kögl Logistik GmbH & Co. KG wurde damals Dietmar Rock aus Kempten als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt. Im Verfahren der PRO-Logistik KÖGL GmbH wurde Wolfgang Müller bestellt.

Seit dem 1. September befinden sich beide Unternehmen im eröffneten Verfahren. Bei der Kögl Logistik GmbH & Co. KG führt das Amtsgericht Ravensburg das Verfahren unter dem Aktenzeichen 40 IN 421/26. Insolvenzverwalter ist Dietmar Rock. Für die PRO-Logistik KÖGL GmbH läuft das Verfahren unter 40 IN 422/26. Dort wurde Wolfgang Müller zum Insolvenzverwalter bestellt. Gläubiger beider Unternehmen können ihre Forderungen bis zum 22. Oktober anmelden. Die Prüfung der angemeldeten Forderungen ist nach den veröffentlichten Verfahrensdaten für den 13. November vorgesehen.

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Schwache Auftragslage belastete die Unternehmen

Als wesentlicher Auslöser der finanziellen Probleme wird eine seit Anfang 2026 angespannte Geschäftsentwicklung genannt. Insolvenzverwalter Rock verwies auf eine schwache beziehungsweise verhaltene Auftragslage in der Logistikbranche bei gleichzeitig hoher Kostenbelastung. Diese Entwicklung habe auch die beiden Friedrichshafener Gesellschaften getroffen.

Noch vor den Insolvenzanträgen war ein strukturierter Investorenprozess gestartet worden. Ziel war eine Sanierung oder Investorenlösung außerhalb eines gerichtlichen Insolvenzverfahrens. Eine solche Gesamtlösung kam zunächst nicht zustande. Nach Eröffnung der Verfahren konnten jedoch für beide Gesellschaften Teilverkäufe umgesetzt werden. Welche Geschäftsbereiche, Vermögenswerte oder Kundenverträge im Einzelnen veräußert wurden und welche Käufer beteiligt sind, wurde in den bislang veröffentlichten Angaben nicht näher aufgeschlüsselt.

Damit steht zwar fest, dass Teile des Geschäfts eine Fortführungsperspektive gefunden haben. Für die Beschäftigten lässt sich daraus derzeit jedoch noch keine vollständige Arbeitsplatzbilanz ableiten. Bei Antragstellung waren insgesamt 24 Mitarbeiter bei den beiden Gesellschaften beschäftigt. Angaben dazu, wie viele von ihnen im Zuge der Teilverkäufe übernommen wurden, lagen zunächst nicht vor.

Vom Fuhrbetrieb zum Logistikdienstleister

Die Geschichte von KÖGL reicht bis 1947 zurück. Das Unternehmen entstand in Markdorf am Bodensee aus einem Fuhrbetrieb und entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem Logistikdienstleister. Historische Unternehmensangaben beschreiben den Betrieb als Familienunternehmen, das später von Friedrichshafen aus geführt wurde.

Zuletzt deckte die Gruppe unterschiedliche Bereiche der Logistik ab. Auf der Unternehmenswebsite werden unter anderem Kontraktlogistik, Transport, Lagerhaltung, Warenverteilung und E-Commerce-Logistik genannt. Die beiden insolventen Gesellschaften sind rechtlich eigenständig. Die Kögl Logistik GmbH & Co. KG ist im Speditionsgeschäft tätig, während die PRO-Logistik KÖGL GmbH logistische Dienstleistungen und Transporte anbietet.

Teilverkäufe bestimmen nun die weitere Entwicklung

Mit der Eröffnung der Verfahren ist die außergerichtliche Investorensuche abgeschlossen. Für Gläubiger gelten nun die insolvenzrechtlichen Fristen, während die Insolvenzverwalter die weitere Verwertung beziehungsweise Fortführung der jeweiligen Unternehmen steuern.

Für die Beschäftigten ist vor allem entscheidend, welchen Umfang die bereits abgeschlossenen Teilverkäufe haben. Fest steht bislang, dass Lösungen für Teile beider Gesellschaften gefunden wurden. Eine vollständige Übernahme der KÖGL-Gruppe wurde dagegen nicht bekanntgegeben. Ebenso offen blieb zunächst, wie viele der 24 bei Antragstellung vorhandenen Arbeitsplätze auf Dauer erhalten bleiben.

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