Kölner Oper kehrt zurück: 3sat zeigt den Rosenkavalier

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Nach 14 Jahren Sanierung kehrt die Oper Köln an diesem Sonntag auch mit ihrer ersten regulären Opernpremiere in ihr Stammhaus am Offenbachplatz zurück. 3sat widmet dem Ereignis unter dem Titel Köln. Glanz. Oper! einen großen Fernsehabend und zeigt Richard Strauss‘ „Der Rosenkavalier“. Die Ausstrahlung beginnt am Sonntag, 27. September 2026, um 20.15 Uhr. Bei der Frage nach dem Ende und der Live-Kennzeichnung gibt es allerdings Unterschiede zwischen den offiziellen Programmangaben.

Der aktuelle Tagesplan von 3sat weist nach „Köln. Glanz. Oper!“ erst um 00.31 Uhr den Film „Horizon Line – Bruchlandung im Paradies“ aus. Damit reicht der Programmblock nach derzeitiger Planung von 20.15 bis 00.31 Uhr. Andere Programmdaten, darunter die ARD-Programmübersicht, nennen für die Sendung dagegen 20.15 bis 23.45 Uhr und eine Länge von 210 Minuten. Zuschauer sollten deshalb mit einem längeren Abend rechnen.

Köln. Glanz. Oper! ist Erstausstrahlung, aber nicht live aus dem Saal

Auch bei der Kennzeichnung als Live-Sendung gibt es einen auffälligen Widerspruch. Der 3sat-Pressetreff führt Köln. Glanz. Oper! als „Live“ und als Erstausstrahlung. Die Oper Köln selbst macht jedoch deutlich, dass 3sat am Abend die vom WDR aufgezeichnete Premiere zeigt. Das ergibt sich auch aus den Zeiten: „Der Rosenkavalier“ beginnt im Opernhaus bereits um 16 Uhr und ist dort bis 20.15 Uhr angesetzt. Genau zu diesem Zeitpunkt startet erst die Fernsehübertragung bei 3sat.

Damit ist die Fernsehsendung eine Erstausstrahlung, die Opernaufführung selbst wird jedoch nicht zeitgleich live übertragen. WDR 3 überträgt die Premiere dagegen bereits ab 16 Uhr live im Radio.

Der Rosenkavalier eröffnet den regulären Opernbetrieb

Im Mittelpunkt des Abends steht Richard Strauss‘ „Der Rosenkavalier“ nach dem Libretto von Hugo von Hofmannsthal. Die Oper Köln setzt die Premiere für 16 bis 20.15 Uhr an. Gespielt wird im sanierten Opernhaus am Offenbachplatz in der Kölner Innenstadt. Die Produktion ist in deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln angekündigt.

Die musikalische Leitung der Eröffnungspremiere übernimmt Generalmusikdirektor Andrés Orozco-Estrada mit dem Gürzenich-Orchester Köln. Regie und Videokonzept stammen von der französischen Regisseurin Marie-Ève Signeyrole. Fabien Teigné verantwortet das Bühnenbild, Yashi die Kostüme und Sascha Zauner das Licht. Mit dabei sind außerdem der Chor der Oper Köln und die Knaben und Mädchen der Kölner Dommusik.

In den zentralen Rollen sind Magdalena Hinterdobler als Feldmarschallin Fürstin Werdenberg, Patrick Zielke als Baron Ochs auf Lerchenau, Bianca Andrew als Octavian, Christian Miedl als Herr von Faninal und Giulia Montanari als Sophie angekündigt. Zur weiteren Besetzung gehören unter anderem Claudia Rohrbach als Marianne Leitmetzerin, Martin Koch als Valzacchi und Dalia Schaechter als Annina.

Inhaltlich dreht sich die Oper um Liebe, gesellschaftliche Konventionen, Begehren und Vergänglichkeit. Baron Ochs plant die Hochzeit mit Sophie und lässt ihr durch Octavian die traditionelle silberne Rose überbringen. Doch Octavian und Sophie verlieben sich ineinander. Zugleich muss sich die Feldmarschallin mit ihrer Beziehung zu dem deutlich jüngeren Octavian und dem Vergehen der Zeit auseinandersetzen.

Festakt fand bereits am Donnerstag statt

Der Titel der Fernsehsendung kann den Eindruck erwecken, dass am Sonntag auch der offizielle Festakt zur Wiedereröffnung stattfindet. Dieser wurde jedoch bereits am Donnerstag, 24. September, veranstaltet. Mehr als 1.200 Gäste und Medienvertreter kamen dazu in den Opernsaal. Oberbürgermeister Torsten Burmester eröffnete den Abend. Zu den Rednern gehörten außerdem NRW-Kulturministerin Ina Brandes und Carsten Brosda, Präsident des Deutschen Bühnenvereins und Hamburger Kultursenator.

Oper und Schauspiel gestalteten den Festakt gemeinsam. Das Gürzenich-Orchester spielte unter Andrés Orozco-Estrada, als Gast trat Sopranistin Alina Wunderlin auf. Moderatorin Bettina Böttinger führte durch die Veranstaltung. Der WDR übertrug diesen Festakt live.

Böttinger ist damit als Moderatorin des Festakts belegt. Für die eigentliche 3sat-Sendung Köln. Glanz. Oper! am Sonntag nennen die veröffentlichten Programminformationen dagegen keinen eigenen Moderator oder Kommentator. 3sat kündigt lediglich an, neben der vollständigen Aufführung auch hinter die Kulissen des Neustarts zu blicken.

Warum die Kölner Oper 14 Jahre geschlossen war

Die Rückkehr hat eine außergewöhnlich lange Vorgeschichte. Oper und Schauspiel verließen ihre Häuser am Offenbachplatz Ende Juni 2012. Danach begann die Generalsanierung des denkmalgeschützten Bühnenensembles. Ursprünglich waren für das Gesamtprojekt Baukosten von rund 253 Millionen Euro vorgesehen. Der Rat hatte den entsprechenden Baubeschluss 2011 gefasst.

Die Arbeiten entwickelten sich jedoch zu einem jahrelangen Großprojekt. Aus dem ursprünglich wesentlich kürzer geplanten Interim wurden 14 Jahre. Neben der Sanierung von Oper und Schauspiel entstanden beziehungsweise modernisierten die Verantwortlichen weitere Bereiche wie die Kinderoper und das Kleine Haus. Unterirdisch wurden zusätzliche Flächen für Technik, Werkstätten und Bühnenbilder geschaffen. Hinzu kamen neue Bühnentechnik, Verbesserungen der Akustik und umfangreiche technische Anlagen.

Der zuletzt vom Kölner Rat beschlossene Projektetat liegt bei 798,6 Millionen Euro. Nach Angaben der Stadt deckt dieses Budget die Verpflichtungen des eigentlichen Sanierungsprojekts. Die Zahl sollte nicht mit Gesamtrechnungen verwechselt werden, die zusätzlich langjährige Interimslösungen oder weitere Folgekosten einbeziehen.

2025 wurden die Gebäude baulich weitgehend fertiggestellt. Danach folgten technische Inbetriebnahmen, Prüfungen, Möblierung und die Vorbereitung des Spielbetriebs. Im Frühjahr 2026 konnten die Proben beginnen. Bereits im Februar spielte das Gürzenich-Orchester erstmals seit Juni 2012 wieder im Opernhaus.

Die eigentlichen Wiedereröffnungsfeiern starteten am 19. und 20. September mit einem öffentlichen Fest. Der offizielle Festakt folgte am 24. September, das Schauspiel nahm am 25. September mit der Uraufführung „In bester Lage“ seinen regulären Premierenbetrieb wieder auf. Mit „Der Rosenkavalier“ folgt an diesem Sonntag nun die Eröffnungspremiere der Oper.

Köln. Glanz. Oper! auch lange in der Mediathek

Wer die Sendung nicht im Fernsehen verfolgen kann, erhält deutlich länger Gelegenheit zum Abruf. 3sat kündigt das Streaming ab Sonntag, 27. September 2026, um 20.15 Uhr an. Anschließend soll Köln. Glanz. Oper! bis zum 26. September 2027 online verfügbar bleiben.

Als Ergänzung zeigt 3sat am Sonntag bereits um 12.15 Uhr die 44-minütige Dokumentation „Die Kölner Oper – Jetzt aber wirklich!“. Der Film von Peter Scharf begleitet die Rückkehr des Hauses aus dem langjährigen Provisorium an den Offenbachplatz und dokumentiert den Umzug sowie die Vorbereitung des Neustarts.

Damit markiert der Sonntag nicht den Beginn der Wiedereröffnungsfeierlichkeiten, sondern ihren wichtigsten Opernabend: Nach öffentlichen Eröffnungstagen und Festakt nimmt die Kölner Oper mit einer großen Strauss-Produktion ihren regulären künstlerischen Betrieb am Offenbachplatz wieder auf.

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