König-Gruppe aus Moringen beginnt Sanierung in Eigenverwaltung

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Symbolbild: Evan Wise

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Die König-Gruppe aus Moringen bei Göttingen hat für zentrale Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Amtsgericht Göttingen ordnete am 19. August 2026 die vorläufige Eigenverwaltung für die Holding König SE & Co. KG sowie für die operativen Gesellschaften König Fachpersonal GmbH & Co. KG und König Profilsysteme GmbH & Co. KG an. Insgesamt sind nach Angaben der Unternehmensgruppe rund 1.000 Beschäftigte von den Verfahren betroffen.

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Der Geschäftsbetrieb soll während der Sanierung fortgeführt werden. Parallel ist ein strukturierter Investorenprozess vorgesehen. Dabei kommen sowohl eine Lösung für die gesamte Gruppe als auch getrennte Lösungen für die beiden Geschäftsbereiche infrage.

Drei zentrale Gesellschaften unter Eigenverwaltung

Die Insolvenz der König-Gruppe betrifft zwei sehr unterschiedliche Geschäftsfelder. König Fachpersonal ist als Personaldienstleister tätig und stellt Fachkräfte unter anderem für Handwerk, Industrie, Logistik und Verwaltung bereit. König Profilsysteme produziert am Stammsitz in Moringen Metallprofile und Zubehör für den Innenausbau sowie weitere industrielle Anwendungen.

Nach den gerichtlichen Anordnungen bleiben die jeweiligen Geschäftsführungen in der vorläufigen Eigenverwaltung grundsätzlich handlungsfähig. Anders als bei einer klassischen Insolvenzverwaltung wird die Leitung des Unternehmens nicht vollständig auf einen Insolvenzverwalter übertragen. Ein vom Gericht eingesetzter Sachwalter kontrolliert stattdessen das Verfahren.

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Diese Aufgabe übernimmt Rechtsanwalt Markus Kohlstedt aus Hannover. Die Unternehmensleitung wird zudem von einem Restrukturierungsteam unterstützt. Zu diesem gehören unter anderem Fredrik Ljungman und Christian Stoffler.

Rund 1.000 Beschäftigte von Verfahren betroffen

Nach aktuellen Angaben beziehen sich die Eigenverwaltungsverfahren auf insgesamt rund 1.000 Beschäftigte. Knapp 900 davon sind Fachkräfte, die über König Fachpersonal im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung bei Kundenunternehmen eingesetzt werden.

Für die Beschäftigten soll zunächst Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung stehen. Damit können Arbeitsentgelte für den gesetzlich vorgesehenen Zeitraum abgesichert werden. Eine Insolvenz in Eigenverwaltung bedeutet nicht automatisch, dass Standorte geschlossen oder Arbeitsplätze gestrichen werden.

Welche Beschäftigungseffekte die Sanierung mittel- und langfristig haben wird, ist derzeit noch offen. Das erklärte Ziel der Restrukturierung besteht darin, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten und eine dauerhafte Fortführung der Geschäftstätigkeit zu erreichen.

Investorenprozess soll Zukunft der König-Gruppe sichern

Ein zentraler Bestandteil der Sanierung soll die Suche nach Investoren sein. Nach Angaben der Unternehmensgruppe soll dieser Prozess zeitnah beginnen. Denkbar ist entweder ein Investor für die gesamte Gruppe oder eine getrennte Lösung für die Bereiche Personaldienstleistung und Profilsysteme.

Damit befindet sich die König-Gruppe in einer Phase, in der die wirtschaftlich tragfähigen Strukturen neu geordnet werden sollen. Ein Verkauf einzelner Geschäftsbereiche ist ebenso möglich wie eine Gesamtlösung. Welche Variante umgesetzt wird, steht bislang nicht fest.

Das Sanierungsteam strebt nach eigenen Angaben bis zum Ende des Jahres 2026 eine langfristige Lösung an. Ob sich innerhalb dieses Zeitraums Investoren finden und welche Bedingungen mit einem Einstieg verbunden wären, ist derzeit nicht bekannt.

Unternehmen nennt Auslastung und Margendruck als Belastungen

Zu den wirtschaftlichen Hintergründen hat sich das eingesetzte Restrukturierungsteam inzwischen geäußert. Demnach hatte die König-Gruppe in den vergangenen Jahren mit einer zu niedrigen Kapazitätsauslastung, zunehmendem Preis- und Margendruck sowie internen strukturellen Problemen zu kämpfen.

Dabei handelt es sich um die Darstellung der Unternehmensseite. Das Amtsgericht Göttingen hat in seinen Entscheidungen keine detaillierte wirtschaftliche Ursachenanalyse veröffentlicht. Angaben zur Höhe der Verbindlichkeiten, zu möglichen Finanzierungslücken oder zu den Forderungen der Gläubiger lagen zunächst nicht vor.

Restrukturierungsmaßnahmen waren nach Unternehmensangaben bereits im Juli 2026 eingeleitet worden. Das Eigenverwaltungsverfahren soll diese Neuordnung nun unter insolvenzrechtlichem Schutz fortsetzen.

König-Gruppe erzielte 2025 rund 100 Millionen Euro Umsatz

Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1965 zurück. Aus einem ursprünglich familiengeführten Betrieb für Montagedienstleistungen entwickelte sich eine Unternehmensgruppe mit den beiden heutigen Schwerpunkten Personaldienstleistungen sowie Metall- und Profilsysteme.

Für das Jahr 2025 nennt die Gruppe einen Gesamtumsatz von rund 100 Millionen Euro. König Fachpersonal verfügt über mehr als 15 Standorte in Deutschland und ist zudem über eine Tochtergesellschaft an drei Standorten in Österreich vertreten. Der Produktionsbereich König Profilsysteme ist in Moringen angesiedelt.

Die Unternehmensgruppe wird nach eigenen Angaben weiterhin von der Unternehmerfamilie Döscher über eine Familienstiftung kontrolliert.

Eigenverwaltung soll laufenden Betrieb stabilisieren

Das Verfahren nach Paragraf 270a der Insolvenzordnung ist darauf ausgerichtet, Unternehmen in einer wirtschaftlichen Krise eine Sanierung unter eigener Leitung zu ermöglichen. Voraussetzung ist eine gerichtliche Kontrolle. Während der vorläufigen Phase wird geprüft, ob die Voraussetzungen für die Fortsetzung des Eigenverwaltungsverfahrens bestehen.

Für Kunden und Geschäftspartner bedeutet die Anordnung zunächst nicht, dass die König-Gruppe ihren Betrieb einstellt. Die operativen Unternehmen sollen weiterarbeiten. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob der laufende Geschäftsbetrieb stabilisiert und im Investorenprozess eine tragfähige Finanzierung und Eigentümerstruktur gefunden werden kann.

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