
Der Maschinenbaukonzern Krones rechnet für 2026 mit einem deutlich geringeren Umsatzwachstum als ursprünglich geplant. Das Unternehmen aus Neutraubling in Bayern bestätigte am Freitag, 6. November 2026, seine bereits im Oktober gesenkte Jahresprognose und veröffentlichte die Geschäftszahlen für die ersten neun Monate. Während der Umsatz nahezu stagnierte, stiegen der Auftragseingang und das operative Ergebnis. Höhere Kosten bei den Kunden und wirtschaftliche Unsicherheiten bremsen jedoch die weitere Entwicklung.
Krones senkt Umsatzprognose und langfristige Wachstumsziele. Bereits am 22. Oktober hatte der Vorstand die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr angepasst. Statt eines währungsbereinigten Umsatzwachstums von drei bis fünf Prozent rechnet der Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen nur noch mit einem Plus von einem bis zwei Prozent. Die am Freitag um 6.45 Uhr veröffentlichte Quartalsmitteilung bestätigt diese Einschätzung.
Als Gründe nennt Krones die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf wichtigen Absatzmärkten. Geopolitische Spannungen und dadurch steigende Betriebskosten belasteten die Kunden. Gleichzeitig erschwerten gesamtwirtschaftliche Unsicherheiten Investitionsentscheidungen. Diese Entwicklungen dürften sich insbesondere im vierten Quartal auf die Umsätze auswirken.
Die Anpassung betrifft das um Währungsumrechnungseffekte bereinigte Wachstum. Wechselkursveränderungen werden bei dieser Kennzahl herausgerechnet, um die operative Geschäftsentwicklung unabhängig von der Umrechnung ausländischer Währungen darzustellen.
Die Krones Neunmonatszahlen 2026 zeigen dennoch eine weiterhin hohe Nachfrage. Von Januar bis September erhöhte sich der Auftragseingang um 2,9 Prozent auf 4,22 Milliarden Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum lag er bei 4,10 Milliarden Euro.
Der ausgewiesene Umsatz entwickelte sich dagegen kaum. Er lag in den ersten neun Monaten bei 4,10 Milliarden Euro, nach 4,11 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Unter Berücksichtigung der Währungsumrechnungseffekte ergab sich ein Wachstum von 0,8 Prozent.
Damit nahmen die Bestellungen stärker zu als die tatsächlich erzielten Erlöse. Das Verhältnis zwischen Auftragseingang und Umsatz erreichte 1,03. Ein Wert oberhalb von eins bedeutet, dass neue Bestellungen den Umsatz des betrachteten Zeitraums übersteigen.
Der Auftragsbestand erhöhte sich seit Jahresbeginn um drei Prozent auf 4,31 Milliarden Euro. Allerdings werden nicht sämtliche Aufträge kurzfristig abgearbeitet. Ein Teil soll erst Ende 2027 oder in den folgenden Jahren zu Umsätzen führen. Der hohe Bestand sichert damit zukünftige Geschäftstätigkeit ab, bedeutet aber nicht automatisch höhere Erlöse im laufenden Geschäftsjahr.
Bei der Ertragskraft entwickelte sich Krones besser als beim Umsatz. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, kurz EBITDA, erhöhte sich in den ersten drei Quartalen um 5,2 Prozent von 430,7 Millionen Euro auf 453,1 Millionen Euro.
Die ausgewiesene EBITDA-Marge stieg von 10,5 auf 11,1 Prozent. Diese Kennzahl beschreibt das Verhältnis des operativen Ergebnisses zum Umsatz vor Berücksichtigung von Zinsen, Steuern und Abschreibungen.
Allerdings profitierte der Konzern von einem positiven Ergebniseffekt aus der Rückerstattung amerikanischer Zölle in Höhe von rund zehn Millionen Euro. Ohne diesen Sondereffekt lag die EBITDA-Marge bei 10,8 Prozent.
Krones führt die verbesserte Profitabilität außerdem auf Maßnahmen zur Optimierung seiner Geschäftsabläufe und Kostenstrukturen zurück. Die Verkaufspreise für Maschinen und Anlagen blieben nach Unternehmensangaben im Berichtszeitraum insgesamt stabil.
Auch unterhalb des operativen Ergebnisses verbesserte sich die Bilanz. Das Konzernergebnis stieg um 2,7 Prozent auf 219,5 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich von 6,75 Euro auf 6,94 Euro.
Ein genauerer Blick auf die Quartalszahlen zeigt, dass die operative Entwicklung zwischen Juli und September günstiger verlief als die reine Umsatzentwicklung.
Aus den veröffentlichten Halbjahreszahlen und den aktuellen Neunmonatszahlen ergibt sich für das dritte Quartal ein Umsatz von rund 1,38 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal lag dieser ebenfalls bei rund 1,38 Milliarden Euro. Der Quartalsumsatz blieb damit weitgehend unverändert.
Das EBITDA erreichte im dritten Quartal rechnerisch etwa 160,3 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es rund 142,2 Millionen Euro. Der operative Gewinn vor Abschreibungen entwickelte sich somit deutlich besser als der Umsatz.
Beim Auftragseingang ergibt sich für das dritte Quartal ein Wert von rund 1,37 Milliarden Euro. Auch hier blieb das Niveau gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal nahezu unverändert.
Die Kennzahlen verdeutlichen den Unterschied zwischen kurzfristiger Umsatzentwicklung und Profitabilität. Krones erwirtschaftete höhere operative Ergebnisse, obwohl der Konzern seine Maschinen und Dienstleistungen insgesamt nicht wesentlich stärker verkaufen konnte.
Neben der schwächeren Umsatzentwicklung wirkten sich internationale Handelsbedingungen auf die Geschäftszahlen aus. Krones bezifferte den negativen Einfluss von Währungsumrechnungseffekten in den ersten neun Monaten auf rund 40 Millionen Euro.
Hinzu kam ein Umsatzrückgang von etwa 20 Millionen Euro durch zurückerstattete US-Zölle. Dieser Effekt belastete nach Unternehmensangaben den Umsatz, blieb aber für sich genommen ohne Einfluss auf das Ergebnis.
Gleichzeitig führten die Zollrückerstattungen zu dem positiven Ergebniseffekt von rund zehn Millionen Euro. Deshalb fällt die ausgewiesene EBITDA-Marge höher aus als die um diesen Effekt bereinigte Kennzahl.
Der Zusammenhang zeigt, wie stark internationale Handelsregeln und Währungsschwankungen die Geschäftszahlen eines weltweit tätigen Maschinenbauers beeinflussen können. Krones beliefert Unternehmen der Getränke- und Lebensmittelindustrie mit Produktions-, Abfüll- und Verpackungstechnik. Veränderungen bei den Investitionen internationaler Kunden wirken sich deshalb unmittelbar auf die Nachfrage nach den Anlagen aus.
Beim freien Cashflow vor Unternehmenskäufen und Beteiligungserwerben verzeichnete Krones im dritten Quartal eine Verbesserung gegenüber dem Vorquartal. Nach einem Minus von 21,3 Millionen Euro zwischen April und Juni erreichte die Kennzahl von Juli bis September einen positiven Wert von 25,8 Millionen Euro.
Für die gesamten ersten neun Monate verblieb allerdings ein negativer Free Cashflow vor Akquisitionen von fünf Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte Krones noch einen positiven Wert von 80,2 Millionen Euro erzielt.
Eine Ursache waren höhere Investitionen, die das Unternehmen nach eigenen Angaben planmäßig vorgenommen hatte.
Die Nettoliquidität lag Ende September bei 410,2 Millionen Euro und damit über dem Vorjahreswert von 361,2 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich von 42,1 auf 44,8 Prozent.
Bei der Kapitalrendite zeigte sich dagegen eine rückläufige Entwicklung. Der ROCE, der die Verzinsung des eingesetzten Kapitals beschreibt, sank in den ersten neun Monaten von 19,5 auf 17,6 Prozent.
Die schwächeren Wachstumsaussichten haben nicht nur Auswirkungen auf die Krones Umsatzprognose 2026. Auch die Mittelfristziele 2028 wurden bereits im Oktober angepasst.
Ursprünglich hatte der Vorstand für 2028 einen Jahresumsatz von rund sieben Milliarden Euro angestrebt. Inzwischen liegt der erwartete Korridor zwischen 6,0 und 6,2 Milliarden Euro. Damit fällt das neue Umsatzziel am oberen Ende um rund 800 Millionen Euro niedriger aus als die bisherige Planung.
Die angestrebte EBITDA-Marge für 2028 liegt nun zwischen elf und zwölf Prozent. Zuvor hatte Krones einen Korridor von elf bis 13 Prozent genannt. Das Ziel einer Kapitalrendite von mehr als 20 Prozent im Jahr 2028 bleibt bestehen.
Für das laufende Geschäftsjahr hält das Unternehmen trotz der gesenkten Umsatzprognose an seinen beiden weiteren Finanzzielen fest. Die EBITDA-Marge soll 2026 zwischen 10,7 und 11,1 Prozent liegen, die Kapitalrendite zwischen 19 und 20 Prozent.
Damit erwartet Krones weiterhin eine Verbesserung seiner operativen Ertragskraft gegenüber dem Vorjahr, auch wenn das Umsatzwachstum 2026 schwächer ausfallen dürfte als ursprünglich vorgesehen. Der Auftragsbestand und die weitere Entwicklung der Investitionsbereitschaft internationaler Kunden bleiben wichtige Größen für die kommenden Geschäftsjahre.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu