
Hasan Kuruçay hat sich nach dem 0:0 des FC Schalke 04 gegen die SV Elversberg öffentlich zu seiner ungeklärten Zukunft geäußert. Der Vertrag von Hasan Kurucay läuft am 30. Juni 2027 aus. Der 29 Jahre alte Innenverteidiger erklärte, er habe vom Verein bislang noch nichts hinsichtlich eines neuen Arbeitspapiers gehört und sei angesichts anderer Vertragsverlängerungen im Schalker Kader enttäuscht. Sportvorstand Frank Baumann bestätigte zugleich, dass Schalke bei den bisherigen Verlängerungen andere Prioritäten gesetzt habe. Gespräche mit Kuruçay und dessen Berater seien aber vorgesehen.
Eine gesonderte Mitteilung des FC Schalke 04 über neue Vertragsverhandlungen mit Kuruçay gab es bis Montagvormittag nicht. Baumann machte gegenüber der „Bild“ jedoch deutlich, dass der Klub mit dem Verteidiger sportlich zufrieden sei. Bei den bisherigen Vertragsentscheidungen habe es zunächst andere Prioritäten gegeben. Man werde sich zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Spieler und seinem Berater zusammensetzen. Damit hat die sportliche Führung eine Verlängerung weder bestätigt noch ausgeschlossen.
Die Aussagen des Innenverteidigers wurden am Montagmorgen sowohl von der „WAZ“ als auch von der „Bild“ veröffentlicht. In der Schlagzeilenübersicht der WAZ ist der Beitrag von Schalke-Reporter Andreas Ernst für 6 Uhr aufgeführt. Auch der von Christian B. Kitsch und Max Backhaus verfasste Bild-Beitrag trägt den Zeitstempel 6 Uhr. Welches der beiden Medien online tatsächlich wenige Sekunden oder Minuten früher war, lässt sich daraus nicht feststellen. Die „Bild“ veröffentlichte zusätzlich die Reaktion von Sportvorstand Baumann auf Kuruçays Aussagen.
Kuruçay erklärte nach dem Elversberg-Spiel wörtlich unter anderem: „Ich habe von dem Verein gar nichts gehört!“ Außerdem sei er „im Kopf ein bisschen enttäuscht“. Er verwies darauf, dass andere Spieler nach guten Leistungen bereits neue Verträge erhalten hätten. Zu seiner eigenen Situation sagte er: „Ich bin Führungsspieler und habe keinen neuen Vertrag“. Gleichzeitig machte Kuruçay deutlich, dass er sich auf seine sportlichen Aufgaben konzentrieren wolle und keine Sorge habe, nach Ablauf seines Vertrags ohne Verein dazustehen.
Auch gegenüber der dpa äußerte Kuruçay, er sei wegen seiner Vertragssituation „ein bisschen enttäuscht“. Zugleich erklärte er dort, er sei sehr glücklich auf Schalke. Damit richtete sich seine öffentliche Kritik konkret gegen die bislang ausgebliebenen Gespräche und nicht gegen seine sportliche Situation beim Bundesligisten.
Die Position der sportlichen Führung war bereits vor dem Heimspiel gegen Elversberg deutlich geworden. Baumann hatte gegenüber der WAZ erklärt, Schalke sei mit Kuruçays Entwicklung auf und neben dem Platz zufrieden. Der Sportvorstand hob dabei auch dessen Bedeutung für den Spielaufbau hervor. Konkrete Vertragsgespräche standen zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht an. Nach dem öffentlichen Hinweis Kuruçays bestätigte Baumann gegenüber der „Bild“ diese Linie und kündigte Gespräche zu einem späteren Zeitpunkt an.
Auch Trainer Miron Muslić stellte die sportliche Bedeutung des Innenverteidigers nach dem Elversberg-Spiel heraus. Kuruçay gehörte beim 0:0 zu den auffälligsten Schalkern. Die Bundesliga zeichnete ihn als Man of the Match aus. Er gewann nach den offiziellen Spieldaten 17 Zweikämpfe und erreichte den höchsten Wert bei der Pass-Effizienz aller Spieler auf dem Platz. Schalke blieb damit zum zweiten Mal in den ersten vier Bundesligapartien ohne Gegentor.
Kuruçay war am 29. Juli 2025 nach Gelsenkirchen gewechselt. Schalke stattete ihn damals mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2027 aus. Zuvor hatte der Rechtsfuß für den belgischen Erstligisten OH Leuven gespielt. Der aktuelle Vertrag umfasst damit die laufende Bundesliga-Saison, verlängert sich nach den bislang öffentlich bekannten Angaben aber nicht automatisch über den Sommer 2027 hinaus.
Der in Odense geborene Verteidiger wurde am 31. August 1997 geboren und ist inzwischen 29 Jahre alt. Er besitzt die dänische und türkische Staatsbürgerschaft und wird von Schalke als Verteidiger geführt. Seine Laufbahn begann bei B1909 und Odense BK. Danach spielte er für Næstved BK, Konyaspor, BK Marienlyst sowie in Norwegen für Florø SK, Strømmen und HamKam. Es folgten Eintracht Braunschweig und OH Leuven, ehe er 2025 nach Schalke wechselte.
Sportlich gehört Kuruçay auch nach dem Schalker Aufstieg zum Stammpersonal. In der Bundesliga-Saison 2026/27 kam er an allen ersten vier Spieltagen zum Einsatz. Nach dem Elversberg-Spiel weist die Bundesliga für ihn vier Einsätze, 39 gewonnene Zweikämpfe, neun gewonnene Kopfballduelle und eine Gelbe Karte aus. Ein Tor oder eine Vorlage gelangen ihm bislang nicht. Hinzu kommt sein Einsatz im DFB-Pokal beim 5:2 nach Verlängerung gegen den Halleschen FC.
In der Aufstiegssaison 2025/26 absolvierte Kuruçay nach den offiziellen Ligadaten 30 Zweitligaspiele und erzielte vier Tore. Dazu kamen zwei Einsätze im DFB-Pokal. Schalke beendete die Spielzeit als Meister der 2. Bundesliga und kehrte damit ins Oberhaus zurück. Kuruçay gehörte über weite Strecken zu den regelmäßig eingesetzten Innenverteidigern.
Seine Rolle hat sich nach dem Aufstieg bislang nicht grundsätzlich verändert. Auch gegen Elversberg stand er in der Dreierkette neben Nikola Katić und Timo Becker in der Anfangsformation. Nach vier Spieltagen hat Schalke fünf Punkte und erst vier Gegentreffer kassiert. Nach dem 0:3 beim FC Augsburg folgten ein 0:0 gegen Bayern München, ein 3:1 bei Union Berlin und das torlose Remis gegen Elversberg.
Kuruçays Hinweis auf die Vertragsverlängerungen seiner Teamkollegen hat einen konkreten Hintergrund. Schalke hat in den vergangenen Monaten mehrere Spieler langfristig gebunden. Soufiane El-Faouzi verlängerte Anfang Juli bis 2030. Ende Juli folgte Innenverteidiger Mertcan Ayhan ebenfalls mit einem Vertrag bis 2030. Vitalie Becker unterschrieb im August bis 2030, Adil Aouchiche Anfang September ebenfalls bis 2030. Am 17. September erhielt zudem Luca Vozar einen Lizenzspielervertrag bis 2029. Genau diese fünf Namen wurden auch im Zusammenhang mit Kuruçays Aussagen genannt.
Darüber hinaus hatte Schalke bereits im Juni den Vertrag von Torhüter Loris Karius bis 2028 verlängert. Die Entscheidungen zeigen, dass der Aufsteiger einen Teil seines Kaders frühzeitig und teilweise über mehrere Jahre gebunden hat. Bei Ayhan, Becker und Vozar handelt es sich um Spieler aus der eigenen Nachwuchsarbeit, während El-Faouzi und Aouchiche nach ihrer Entwicklung in der Aufstiegssaison ebenfalls langfristige Verträge erhielten.
Aus den bisherigen Aussagen der Verantwortlichen ergibt sich kein Hinweis darauf, dass Schalke nicht mehr mit Kuruçay plane. Baumann erklärte vielmehr, der Verein sei mit seiner Entwicklung zufrieden und werde mit ihm und seinem Berater sprechen. Wann diese Gespräche beginnen sollen und welche Vertragslaufzeit Schalke gegebenenfalls anbieten würde, blieb zunächst offen.
Für die Kaderplanung ist die Entscheidung dennoch relevant. Kuruçays derzeitiges Arbeitspapier endet nach dieser Saison, während mehrere jüngere Mitspieler inzwischen bis 2029 oder 2030 gebunden sind. Gleichzeitig hat der 29-Jährige seinen Stammplatz auch nach dem Bundesliga-Aufstieg behauptet. Eine Einigung über eine Verlängerung gibt es bislang nicht. Ebenso wenig ist bislang offiziell bestätigt, dass Kuruçay den Verein im Sommer verlassen will. Seine Aussagen lassen vielmehr erkennen, dass er die ausstehenden Gespräche registriert und sich eine frühere Reaktion des Vereins gewünscht habe, seinen sportlichen Fokus aber weiterhin auf Schalke und den Klassenerhalt richte.
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