
Auf der Eninger Steige im Landkreis Reutlingen beginnen am Montag, 19. Oktober 2026, umfangreiche Sicherungsarbeiten. Die Landesstraße 380 zwischen Eningen unter Achalm und St. Johann wird dafür in zwei Bauphasen vollständig für den Verkehr gesperrt. Eine vorübergehende Freigabe ist für die Wintermonate vorgesehen. Die Arbeiten sollen bis Mai 2027 abgeschlossen sein. Die Sperrung der Eninger Steige betrifft nicht nur den Autoverkehr, sondern auch die Regionalbuslinie 7644.
Auslöser sind Schäden aus dem Jahr 2024. Nach Angaben des Regierungspräsidiums Tübingen kam es während einer damaligen Extremwetterlage zu sechs Böschungsrutschungen entlang der Strecke. Die anstehenden Arbeiten sollen die betroffenen Straßenböschungen sichern. Vorgesehen sind vier Bohrpfahlwände, eine Natursteinmauer und eine Netzankerwand. Mit diesen Bauwerken werden die betroffenen Böschungen stabilisiert. Das Land Baden-Württemberg übernimmt die Kosten von rund 2,4 Millionen Euro.
Die Sanierung gliedert sich in zwei zeitlich getrennte Abschnitte. Vom 19. Oktober bis Ende Dezember 2026 stehen zunächst die Herstellung der Bohrpfähle, deren Rückverankerung und die sogenannten Kopfbalken auf dem Bauprogramm. Rückverankerungen dienen dazu, die Stützkonstruktion im Untergrund zu halten. Die Kopfbalken verbinden die tragenden Bauteile. Während dieser Arbeiten bleibt der betroffene Teil der L 380 gesperrt.
Anschließend plant die Straßenbauverwaltung eine Winterpause von Ende Dezember 2026 bis Mitte März 2027. In dieser Phase soll die Straße wieder befahrbar sein, allerdings mit Einschränkungen. Ab Mitte März sind erneut eine Vollsperrung und weitere Arbeiten vorgesehen. Dann sollen die Bohrpfahlwände fertiggestellt und die Natursteinmauer sowie die Netzankerwand errichtet werden. Mitte Mai 2027 ist als Ziel für den Abschluss dieses zweiten Bauabschnitts genannt. Danach soll die Verbindung wieder ohne Einschränkungen genutzt werden können. Ein genauer Tag für die endgültige Freigabe ist noch nicht bekannt.
Die Sperrstrecke ist räumlich festgelegt: Sie beginnt an der Zufahrt zum Schützenhaus Eningen an der alten Steige und reicht bis zur Einmündung Schafhaus an der Zufahrt zum Haupt- und Landesgestüt Marbach. Die Behörde kündigt für diesen Bereich eine Vollsperrung der L 380 an. Eine genaue Uhrzeit für die Einrichtung der Straßensperrung am Montag ist in der Mitteilung vom 16. Oktober nicht genannt. Sonderregelungen für Anlieger, Radfahrer oder Rettungsfahrzeuge sind darin ebenfalls nicht beschrieben.
Für den Verkehr werden zwei ausgeschilderte Alternativen eingerichtet. Die nördliche Umleitung führt von Eningen unter Achalm über die Kreisstraße 6714 zur B 28 und weiter über Metzingen nach Bad Urach. Anschließend verläuft die im amtlichen Plan dargestellte Strecke über die B 465 und L 249 in Richtung Sirchingen und Lonsingen zur L 380 nach St. Johann. Damit wird der gesperrte Abschnitt über die nördlich gelegene Verbindung umfahren.
Die südliche Umleitung führt von Reutlingen und Eningen zunächst über die B 312 nach Pfullingen und Lichtenstein-Unterhausen. Von dort verläuft die Strecke auf der L 387 über Holzelfingen und anschließend auf der K 6711 über Ohnastetten nach St. Johann. Für Fahrten in die Gegenrichtung wird dieselbe Streckenführung in umgekehrter Richtung ausgeschildert. Beide Alternativen sind Bestandteil des vom Regierungspräsidium veröffentlichten Umleitungsplans. Über mögliche zusätzliche Verkehrsbelastungen oder Reisezeitverlängerungen hat die Behörde keine konkreten Angaben gemacht.
Auch im öffentlichen Nahverkehr gibt es Änderungen. Die Busse der RAB-Linie 7644 werden während der Vollsperrung vom Reutlinger Südbahnhof über den Ursulabergtunnel, Unterhausen, Holzelfingen und Ohnastetten nach St. Johann-Würtingen geleitet. Auf diesem Umleitungsweg sind nach den Angaben des Regierungspräsidiums keine Zwischenhalte vorgesehen. In der Gegenrichtung gilt die entsprechende Rückroute.
Nicht bedient werden nach der amtlichen Ankündigung unter anderem die Haltestellen Freibad, Friedhof, Rathaus, Eitlinger Straße und Friedrichstraße in Eningen. Zusätzlich nennt das Regierungspräsidium die Haltestellen Backhaus, Ried, St. Johann Gestütshof und Eninger Weide. Der Verkehrsverbund naldo führt ebenfalls Haltestellenausfälle auf. Seine Verkehrsmeldung nennt dafür den Zeitraum vom 19. Oktober, 8.30 Uhr, bis zum 19. Dezember 2026 und weist darauf hin, dass die Änderungen noch nicht in der elektronischen Fahrplanauskunft und der naldo-App eingetragen sind.
Fahrgäste sollten deshalb vor der Abfahrt die aktuellen Verkehrsmeldungen von naldo prüfen. Informationen zum Fortgang der Straßensanierung und zu möglichen Änderungen der Umleitungen stellt die Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg bereit. Für die gesamte Maßnahme bleibt der Mai 2027 der angestrebte Fertigstellungstermin.
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