Royal Caribbeans neuer Riese fährt bereits durchs Mittelmeer

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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Die Legend of the Seas ist seit diesem Sommer der jüngste Kreuzfahrtriese von Royal Caribbean. Das dritte Schiff der Icon-Klasse wurde am 10. Juni 2026 von der finnischen Werft Meyer Turku an die Reederei übergeben und nahm am 4. Juli den Gästebetrieb im Mittelmeer auf. Damit ist das Schiff Ende August bereits seit mehreren Wochen im Einsatz und steht nicht mehr vor seiner Jungfernfahrt.

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Mit rund 365 Metern Länge gehört die Legend of the Seas zur absoluten Spitzengruppe der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt. Meyer Turku gibt für das Schiff eine Bruttoraumzahl von 250.800 BRZ und eine Kapazität von 5.610 Passagieren an. Die Zahl bezieht sich auf die reguläre Belegung der Kabinen. Für die Icon-Klasse nennt die Werft bei voller Auslastung Platz für rund 7.600 Gäste.

365 Meter Länge und mehr als 5.600 Gäste

Die Dimensionen der Legend of the Seas liegen auf dem Niveau ihrer Schwesterschiffe Icon of the Seas und Star of the Seas. In aktuellen Schiffsdaten wird die Legend teilweise als geringfügig länger als die beiden Vorgänger geführt. Deshalb wird sie in der Kreuzfahrtbranche auch als derzeit größtes Kreuzfahrtschiff eingeordnet. Ein eindeutiger Größenvergleich hängt allerdings von der verwendeten Kennzahl ab. Neben der Länge wird bei Kreuzfahrtschiffen insbesondere die Bruttoraumzahl herangezogen, die das Volumen und nicht das Gewicht des Schiffs beschreibt.

Meyer Turku nennt eine Länge von 365 Metern und 5.610 Passagiere. Andere aktuelle Datenbanken führen für das fertiggestellte Schiff eine Bruttoraumzahl von 248.663 BRZ. Die unterschiedlichen Angaben ändern nichts an der grundsätzlichen Größenordnung: Die Legend gehört gemeinsam mit ihren Schwesterschiffen zur größten derzeit eingesetzten Kreuzfahrtschiffklasse.

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Die Icon-Klasse ist gezielt auf eine hohe Zahl von Gästen und ein umfangreiches Freizeitangebot ausgelegt. Royal Caribbean gliedert die Legend in acht Themenbereiche. An Bord befinden sich sieben Pools, zehn Whirlpools und ein Wasserpark mit sechs Rutschen. Hinzu kommen zahlreiche Restaurants, Bars und Unterhaltungsangebote. Royal Caribbean nennt insgesamt 28 Möglichkeiten zum Essen.

Wasserpark, Theater und eigener Park an Bord

Zu den auffälligsten Bereichen gehört der AquaDome am Bug des Schiffes. Die große Glasstruktur verbindet Aussichtsmöglichkeiten, Gastronomie und Shows. Daneben übernimmt die Legend mehrere Konzepte ihrer Schwesterschiffe. Dazu gehören der Wasserpark Category 6, der über dem Meer liegende Bereich The Hideaway und Surfside, ein speziell auf Familien mit jüngeren Kindern ausgerichteter Teil des Schiffs.

Im Central Park wachsen nach Angaben von Royal Caribbean mehr als 30.500 echte Pflanzen. Das Unterhaltungsprogramm umfasst außerdem Theaterproduktionen, Eis- und Wassershows. Zu den neuen gastronomischen Konzepten gehören die Royal Railway Legend Station und der Hollywoodland Supper Club. Royal Caribbean positioniert die Icon-Klasse damit weniger als klassisches Verkehrsmittel für eine Seereise und stärker als schwimmende Ferienanlage mit zahlreichen eigenständigen Freizeitbereichen.

Im Sommer Mittelmeer, ab November Karibik

Die ersten Reisen der Legend of the Seas führen 2026 durch das westliche Mittelmeer. Angeboten werden vor allem siebentägige Kreuzfahrten von Barcelona sowie Civitavecchia bei Rom. Zu den von Royal Caribbean genannten Zielen gehören unter anderem Neapel, Marseille und Palma de Mallorca. Die Legend ist zugleich das erste Schiff der Icon-Klasse, das mit Gästen regulär in Europa eingesetzt wird.

Im November soll das Schiff in die USA wechseln. Ausgangshafen wird Fort Lauderdale in Florida. Von dort plant Royal Caribbean sechs Nächte dauernde Reisen in die westliche Karibik sowie achttägige Fahrten in die südliche Karibik. Vorgesehen sind unter anderem Aruba und Curaçao. Die Karibikrouten schließen außerdem Aufenthalte auf CocoCay auf den Bahamas ein, einer von Royal Caribbean betriebenen Privatdestination.

Damit verteilt Royal Caribbean seine drei bisherigen Icon-Schiffe auf mehrere große Ausgangshäfen. Die Icon of the Seas fährt von Miami, die Star of the Seas wurde für Port Canaveral vorgesehen, während die Legend nach ihrer Europa-Saison von Fort Lauderdale aus eingesetzt wird.

LNG-Antrieb soll Emissionen senken, löst aber Kritik aus

Technisch setzt Royal Caribbean bei der Legend erneut auf Flüssigerdgas, kurz LNG. Das Schiff ist nach Angaben der Reederei das vierte LNG-betriebene Schiff des Unternehmens. Ergänzt wird das Energiesystem durch Wärmerückgewinnung und die Möglichkeit, im Hafen Landstrom zu nutzen, sofern dieser am jeweiligen Liegeplatz verfügbar ist.

Der LNG-Einsatz ist innerhalb der Schifffahrt umstritten. Bei der Verbrennung entstehen weniger Schwefeloxide, Partikel und Kohlendioxid als bei bestimmten konventionellen Schiffskraftstoffen. Gleichzeitig kann unverbranntes Methan aus Motoren und entlang der Lieferkette in die Atmosphäre gelangen. Dieser sogenannte Methanschlupf kann einen Teil des Klimavorteils von LNG verringern oder unter bestimmten Bedingungen aufheben. Eine 2024 veröffentlichte Untersuchung eines modernen LNG-Kreuzfahrtschiffmotors ermittelte einen stark von der Motorlast abhängigen Methanschlupf und einen über das untersuchte Betriebsprofil gewichteten Wert von 1,7 Prozent des Kraftstoffverbrauchs.

Die Umweltorganisation Transport & Environment kritisiert deshalb den zunehmenden Einsatz fossilen LNGs in der Schifffahrt. Sie verweist neben dem Methanschlupf auf Emissionen bei Förderung, Verflüssigung und Transport des Erdgases. Wie hoch die gesamte Klimawirkung eines einzelnen Schiffs ausfällt, hängt unter anderem von Motortechnik, Auslastung, Route, Geschwindigkeit und Herkunft des Kraftstoffs ab. Eine konkrete Treibhausgasbilanz für die Legend of the Seas lässt sich daraus nicht ableiten.

Kreuzfahrtbranche wächst weiter

Die immer größeren Schiffe entstehen in einem weiterhin wachsenden Markt. Nach Angaben des Branchenverbands Cruise Lines International Association reisten 2025 weltweit 37,2 Millionen Menschen auf Hochseekreuzfahrtschiffen. Für 2026 prognostiziert der Verband 38,3 Millionen Passagiere und damit rund vier Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2029 werden rund 42,1 Millionen erwartet. Dabei handelt es sich um Prognosen und nicht um bereits erreichte Werte.

Royal Caribbean setzt mit der Icon-Klasse innerhalb dieses Marktes konsequent auf besonders große Schiffe, die mehrere Tausend Gäste gleichzeitig aufnehmen können. Die Legend of the Seas steht damit sowohl für das Wachstum des internationalen Kreuzfahrtgeschäfts als auch für dessen zentrale Kontroverse: Neue Technik soll den Betrieb effizienter machen und lokale Schadstoffemissionen reduzieren, während immer größere Kapazitäten und die weiterhin überwiegend fossile Energieversorgung die Frage nach der gesamten Umweltwirkung der Branche offenhalten.

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