
Lidl senkt in Deutschland erneut die Preise für Butter und verschiedene Streichfette. Seit Freitag, 30. Oktober 2026, kostet eine 250-Gramm-Packung Deutsche Markenbutter der Eigenmarke Milbona nur noch 1,15 Euro statt bisher 1,19 Euro. Die Preissenkung gilt nach Angaben des Discounters bundesweit und ist nicht als zeitlich begrenztes Sonderangebot vorgesehen. Auch andere Handelsketten reagieren auf die Entwicklung. Norma hat bereits eigene Preissenkungen angekündigt.
Damit bewegt sich der Butterpreis bei Lidl wieder nach unten. Allerdings bleibt das Produkt teurer als noch im Frühjahr dieses Jahres. Damals hatten mehrere Discounter ihre Preise zeitweise auf 1,05 Euro je 250 Gramm reduziert.
Die aktuelle Preisanpassung betrifft insgesamt sechs Artikel. Neben der klassischen Deutschen Markenbutter von Milbona wird auch die pflanzliche Alternative Vemondo Better Vegan günstiger. Beide Produkte kosten künftig jeweils 1,15 Euro pro 250 Gramm. Das entspricht einem Grundpreis von 4,60 Euro je Kilogramm.
Denselben Verkaufspreis verlangt Lidl für zwei Varianten des Milbona Sødergården Mischstreichfetts. Sowohl die gesalzene als auch die ungesalzene Ausführung werden um jeweils vier Cent günstiger.
Auch die Milbona Süßrahmbutter ist von der Preissenkung betroffen. Sie kostet künftig ebenfalls 1,15 Euro. Allerdings gehört dieses Produkt nicht in sämtlichen Regionen zum Sortiment.
Eine Ausnahme beim neuen Preisniveau bildet die Milbona Weidebutter. Für die 250-Gramm-Packung verlangt Lidl künftig 1,75 Euro statt bislang 1,79 Euro.
Nach Unternehmensangaben gelten die neuen Preise ohne regionale Unterschiede. Voraussetzung ist allerdings, dass die betreffenden Artikel in der jeweiligen Filiale angeboten werden.
Die Preissenkung bei Lidl bleibt nicht ohne Reaktion im deutschen Lebensmittelhandel. Der Discounter Norma kündigte am Samstag, 31. Oktober, ebenfalls niedrigere Preise für mehrere Butterprodukte an.
Betroffen sind drei Artikel der Eigenmarke Landfein. Die Deutsche Markenbutter, die Süßrahmbutter und die streichbare Variante kosten künftig jeweils 1,15 Euro für 250 Gramm. Zuvor lag der Verkaufspreis bei 1,19 Euro.
Auch Aldi Nord und Aldi Süd sollen ihre Preise entsprechend angepasst haben. Nach Angaben von t-online haben beide Handelsunternehmen die Standardbutter ebenfalls um vier Cent verbilligt. Eine eigenständige aktuelle Bestätigung dieser Preisänderung durch die beiden Discounter lag zunächst nicht vor.
Unklar blieb zunächst, ob weitere große Handelsunternehmen wie Rewe und Edeka ihre regulären Butterpreise ebenfalls anpassen. Eine entsprechende bundesweit einheitliche Ankündigung war zunächst nicht bekannt.
Der Vergleich mit den vergangenen Monaten zeigt, wie stark die Butterpreise im Laufe des Jahres geschwankt haben.
Bereits am 24. April hatte Lidl den Preis für seine Deutsche Markenbutter auf 1,05 Euro je 250 Gramm reduziert. Auch im weiteren Verlauf des Sommers blieb dieses niedrige Preisniveau im deutschen Lebensmitteleinzelhandel zunächst bestehen.
Im September änderte sich die Situation. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) stieg der Preis für Deutsche Markenbutter im Preiseinstiegssegment während der 37. Kalenderwoche von 1,05 Euro auf 1,19 Euro.
Das entsprach einem Anstieg von rund 13,3 Prozent innerhalb kurzer Zeit. Die aktuelle Senkung um vier Cent gleicht davon lediglich einen Teil aus.
Für Verbraucher bedeutet das konkret: Gegenüber dem unmittelbar vorherigen Verkaufspreis sparen sie etwa 3,4 Prozent. Verglichen mit dem Tiefstand aus dem April liegt die 250-Gramm-Packung dagegen weiterhin zehn Cent beziehungsweise rund 9,5 Prozent höher.
Die neue Preisrunde bedeutet somit eine Entlastung gegenüber September, aber keine Rückkehr zum günstigsten Niveau dieses Jahres.
Die Entwicklung der Butterpreise hängt eng mit dem europäischen Milchmarkt zusammen. Entscheidend sind unter anderem das Milchaufkommen, der verfügbare Milchfettanteil, die Nachfrage nach Butter und die Preise, zu denen Molkereien ihre Produkte verkaufen.
Ende Oktober zeigte sich der deutsche Buttermarkt allerdings vergleichsweise stabil. Nach Angaben der AMI blieb die Nachfrage nach abgepackter Butter rege. Gleichzeitig entwickelte sich das Geschäft mit größeren Mengen loser Butter deutlich ruhiger.
An der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse in Kempten lag die Notierung für abgepackte Markenbutter am 28. Oktober zwischen 4,35 und 5,00 Euro je Kilogramm. Die Werte blieben gegenüber der Vorwoche unverändert.
Für lose Markenbutter wurden am selben Tag Preise zwischen 4,05 und 4,25 Euro je Kilogramm festgestellt.
Diese Großhandelsnotierungen sind nicht mit den Verkaufspreisen im Supermarkt gleichzusetzen. Zwischen Molkerei und Kühlregal wirken sich unter anderem Lieferverträge, Verpackung, Transport und die Kalkulation der Handelsunternehmen aus.
Die jüngste Preissenkung im Einzelhandel fällt damit in eine Phase, in der die deutschen Buttermarktpreise zuletzt überwiegend stabil waren. Ein allgemeiner Preisverfall auf dem deutschen Großhandelsmarkt lässt sich aus den aktuellen Notierungen nicht ableiten.
Trotz der zwischenzeitlichen Verteuerung im September ist Butter im längerfristigen Vergleich erheblich günstiger geworden.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Verbraucherpreise für Butter im September 2026 um 29,5 Prozent unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats.
Auch andere Molkereiprodukte waren im Jahresvergleich günstiger. Insgesamt gingen ihre Verbraucherpreise im September um 5,5 Prozent zurück.
Bei den Lebensmitteln insgesamt zeigt sich allerdings ein anderes Bild. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes vom 30. Oktober stiegen die Nahrungsmittelpreise im Oktober 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,4 Prozent.
Die allgemeine Inflationsrate in Deutschland lag im Oktober voraussichtlich bei 2,8 Prozent. Besonders deutlich fiel der Preisanstieg weiterhin bei Energie aus.
Die Entwicklung einzelner Lebensmittel kann sich daher erheblich vom allgemeinen Preisniveau unterscheiden. Während Butter im Jahresvergleich deutlich günstiger geworden ist, mussten Verbraucher in anderen Bereichen des täglichen Bedarfs weiterhin höhere Preise hinnehmen.
Für den Einkauf macht sich die aktuelle Preissenkung vor allem bei größeren Mengen bemerkbar. Wer beispielsweise zehn Packungen Deutsche Markenbutter zu je 250 Gramm kauft, zahlt bei Lidl gegenüber dem bisherigen regulären Preis insgesamt 40 Cent weniger.
Der neue Preis von 1,15 Euro gilt allerdings nicht automatisch für sämtliche Butterprodukte. Markenartikel anderer Hersteller, Bio-Butter und besondere Buttersorten können weiterhin deutlich mehr kosten.
Auch bei den jetzt reduzierten pflanzlichen Streichfetten und Mischprodukten handelt es sich nicht um identische Lebensmittel. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sich von klassischer Butter.
Für Verbraucher lohnt deshalb neben dem Vergleich der Packungspreise auch ein Blick auf die Zutaten und den angegebenen Kilopreis.
Mit den Preisanpassungen von Lidl und Norma ist die nächste Runde im Preiswettbewerb um Butter eingeläutet. Die aktuelle Entlastung bleibt zwar überschaubar, betrifft aber ein häufig gekauftes Grundnahrungsmittel. Ob weitere Handelsketten ihre regulären Verkaufspreise entsprechend reduzieren, war zum Monatsende noch offen.
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