1,7 Millionen Lufthansa-Gäste: Wiesn füllt Münchner Flüge

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Die Lufthansa zum Oktoberfest 2026 rechnet am Drehkreuz München mit außergewöhnlich hohem Reiseverkehr. Während der 16 Festtage erwartet die Fluggesellschaft rund 1,7 Millionen Passagiere. Besonders viele Wiesn-Reisende kommen nach Angaben von Lufthansa-Manager Heiko Reitz aus den USA. Dahinter folgen Italien und Großbritannien. Für die besonders stark nachgefragten Verbindungen aus dem Raum London hat Lufthansa zusätzliche Kapazitäten geschaffen.

Lufthansa verdoppelt Wiesn-Angebot nach London-Stansted

Besonders deutlich zeigt sich die zusätzliche Nachfrage auf der Verbindung nach London. Reitz erklärte gegenüber dpa-AFX, dass die Nachfrage aus der britischen Hauptstadt und ihrem Umland besonders hoch sei. Lufthansa hat deshalb während des Oktoberfests 23 zusätzliche Flüge nach London-Stansted eingeplant. Damit wird das Angebot auf dieser Verbindung für den Zeitraum verdoppelt. Nach Angaben des Managers sind die zusätzlichen Flüge vollständig ausgelastet.

Eine konkrete Lufthansa-Vergleichszahl für das Oktoberfest 2025 nannte Reitz nicht. Ob die erwarteten 1,7 Millionen Lufthansa-Passagiere damit tatsächlich einen neuen Höchststand darstellen, lässt sich anhand der veröffentlichten Angaben nicht beziffern.

Für den gesamten Flughafen ist ein Vergleich dagegen möglich. Die Flughafen München GmbH erwartet während der Wiesn 2026 rund 2,3 Millionen Reisende und mehr als 15.300 Starts und Landungen. Für das Oktoberfest 2025 hatte der Airport ebenfalls rund 2,3 Millionen Passagiere prognostiziert, damals jedoch mehr als 16.000 Flugbewegungen.

Trachtencrews fliegen nach Asien

Lufthansa begleitet das Oktoberfest auch 2026 mit ihren traditionellen Trachtenflügen. Zum Wiesn-Auftakt am 19. September waren entsprechend gekleidete Crews von München nach Bangalore mit Flug LH764 und nach Peking mit LH722 unterwegs. Am Sonntag, 27. September, folgt mit LH768 nach Singapur der dritte angekündigte Langstreckenflug dieser Saison.

Die Aktion besteht seit 20 Jahren. 2006 startete erstmals wieder eine Lufthansa-Langstreckencrew in Dirndl und Lederhose von München aus. Für 2026 wurde die Tracht neu gestaltet. Sie kommt auf ausgewählten Langstrecken zum Einsatz. Bereits 1957 hatte Lufthansa bei einer einzelnen Aktion Flugbegleiterinnen in Dirndl eingesetzt.

Zusätzlich bietet die Airline im September auf ausgewählten Interkontinentalflügen ab München und Frankfurt bayerisch geprägte Menüs an. Auch auf europäischen Business-Class-Verbindungen und in den deutschen Lufthansa-Lounges gibt es Angebote zur Oktoberfestzeit.

Flughafen München erwartet insgesamt 2,3 Millionen Reisende

Der Flughafen bereitet sich während des Oktoberfests auf ein besonders hohes Verkehrsaufkommen vor. Reisenden empfiehlt die Betreibergesellschaft ausreichend Zeit für Anfahrt, Check-in, Gepäckaufgabe und Sicherheitskontrollen einzuplanen. Für Passagiere mehrerer Lufthansa-Group-Airlines gibt es im Terminal 2 zudem die Möglichkeit, regelkonformes Handgepäck kostenlos aufzugeben und anschließend einen Fast Track an der Sicherheitskontrolle zu nutzen.

Die starken Wiesn-Wochen treffen allerdings auf ein Jahr, in dem München insgesamt unter dem Vorjahresniveau liegt. Nach den jüngsten vollständigen Verkehrsdaten des Flughafens wurden von Januar bis August 2026 rund 27,58 Millionen Passagiere gezählt. Das waren 3,1 Prozent weniger als im entsprechenden Zeitraum 2025. Allein im August nutzten rund 4,37 Millionen Menschen den Flughafen, 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Im ersten Halbjahr waren es 18,96 Millionen Fluggäste und damit 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders im Frühjahr war das Verkehrsaufkommen durch die Krise im Nahen Osten und Flugstreichungen belastet worden. Im ersten Quartal hatte München zunächst noch ein Passagierplus von 4,1 Prozent verzeichnet.

Lufthansa Group mit hoher Auslastung, aber schwächerem Ergebnis

Auch bei der Lufthansa Group zeigt sich 2026 ein gemischtes Bild. Im ersten Halbjahr beförderten die Konzern-Airlines rund 60,7 Millionen Passagiere. Das waren etwa ein Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg der Sitzladefaktor von 80,5 auf 82,4 Prozent. Die angebotene Kapazität lag zwei Prozent unter dem Vorjahreswert.

Finanziell belasteten vor allem höhere Treibstoffkosten, Streiks und die Auswirkungen der Nahost-Krise das Geschäft. Im zweiten Quartal stieg der Konzernumsatz laut Lufthansa Group zwar um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis, Adjusted EBIT, sank jedoch von 870 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 383 Millionen Euro. Allein die höheren Treibstoffkosten bezifferte der Konzern auf rund 750 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr.

Die hohe Nachfrage rund um das Oktoberfest fällt damit in eine Phase, in der die Lufthansa Group ihre Flugzeuge vergleichsweise stark auslastet, während geopolitische Entwicklungen und höhere Kosten das Ergebnis belasten. Für München dürfte die Wiesn bis zum 4. Oktober noch einmal eine der verkehrsstärksten Phasen des Jahres bringen.

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