Northvolt-Gelände bei Heide: Lyten braucht erneut mehr Zeit

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die geplante Übernahme des Northvolt-Projekts bei Heide in Schleswig-Holstein durch das US-Unternehmen Lyten verzögert sich weiter. Der Abschluss war zuletzt für das dritte Quartal 2026 vorgesehen. Dieser Zeitraum endet am Mittwoch, ohne dass ein endgültiger Kaufvertrag vollzogen wurde. Nach Angaben von Lyten sind die Verhandlungen zwar weit fortgeschritten. Offene rechtliche und kommerzielle Punkte müssten jedoch noch abgestimmt werden. Einen neuen verbindlichen Termin für den Abschluss nannte das Unternehmen zunächst nicht.

Damit setzt sich die lange Unsicherheit um eines der größten geplanten Batterieprojekte Deutschlands fort. Die Lyten-Übernahme in Heide gilt als entscheidender Schritt für die weitere Nutzung des Geländes zwischen Norderwöhrden und Lohe-Rickelshof im Kreis Dithmarschen. Dort wollte der inzwischen insolvente schwedische Batteriehersteller Northvolt eine große Zellfabrik errichten.

Kaufvertrag für Northvolt-Projekt noch nicht abgeschlossen

Lyten hatte Anfang Juli 2026 eine exklusive Absichtserklärung zur Übernahme der deutschen Northvolt-Vermögenswerte unterzeichnet. Beteiligt waren neben dem US-Unternehmen die Förderbank KfW, die Northvolt Drei Project GmbH und deren Gesellschafterin LG Batterie GmbH. Parallel wurde mit Schleswig-Holstein eine Exklusivitätsvereinbarung geschlossen.

Das Memorandum sollte die wesentliche Struktur und die Bedingungen des geplanten Geschäfts festlegen. Anschließend sollten die verbindlichen Verträge ausgearbeitet und der Erwerb abgeschlossen werden. Schleswig-Holsteins Landesregierung hatte damals erklärt, die Verhandlungen befänden sich auf der Zielgeraden.

Drei Monate später steht dieser endgültige Abschluss weiterhin aus. Lyten-Marketingchef Keith Norman ließ am Mittwoch erklären, die Arbeit am finalen Kaufvertrag sei weit fortgeschritten. Die Abstimmung der noch offenen rechtlichen und kommerziellen Einzelheiten benötige jedoch zusätzliche Zeit.

Welche Punkte konkret noch geklärt werden müssen, wurde nicht erläutert. Auch ein neuer Termin für das sogenannte Closing war zunächst nicht bekannt.

Lyten trägt bereits Kosten für das Projekt

Die Absichtserklärung vom Juli hat dennoch konkrete Folgen. Lyten hatte zugesagt, Kosten und Ausgaben für den Erhalt der Vermögenswerte zu finanzieren. Dazu gehören nach früheren Unternehmensangaben auch Personalkosten. Damit soll die vorhandene Substanz des Projekts während der laufenden Verhandlungen gesichert werden.

Auf dem rund 110 Hektar großen Gelände waren vor dem Zusammenbruch des schwedischen Mutterkonzerns bereits umfangreiche Vorarbeiten erfolgt. Dazu zählen Erdarbeiten sowie Teile der Strom- und Versorgungsinfrastruktur.

Die konkrete Höhe des geplanten Kaufpreises wurde von den beteiligten staatlichen Stellen offiziell nicht veröffentlicht. Schleswig-Holstein hatte im Juli erklärt, über Einzelheiten der Vereinbarung sei Stillschweigen vereinbart worden. Fest steht, dass die Erlöse aus einem Verkauf über die KfW letztlich Bund und Land zugutekommen sollen.

600 Millionen Euro staatlich abgesicherte Finanzierung

Das Projekt besitzt auch wegen der hohen staatlichen Finanzierungsrisiken bundesweite Bedeutung. Die KfW hatte für Northvolt eine Wandelanleihe über 600 Millionen Euro bereitgestellt. Bund und Schleswig-Holstein tragen das damit verbundene Risiko jeweils zur Hälfte.

Das Geld war für das Batterieprojekt in Deutschland vorgesehen. Nach Angaben der Bundesregierung belief sich die Risikoposition aus der Wandelanleihe auf maximal 600 Millionen Euro. Wie hoch der endgültige finanzielle Schaden für Bund und Land ausfällt, hängt unter anderem von möglichen Rückflüssen aus der Verwertung der deutschen Vermögenswerte ab.

Northvolt AB hatte am 12. März 2025 in Schweden Insolvenz angemeldet, nachdem Versuche zur finanziellen Stabilisierung des Konzerns gescheitert waren. Die deutschen Gesellschaften wurden damals ausdrücklich nicht in ein deutsches Insolvenzverfahren einbezogen. Entscheidungen über die Tochtergesellschaften waren anschließend Teil der Abwicklung des schwedischen Mutterkonzerns.

Lyten will Batteriestandort bei Heide weiterentwickeln

Lyten hatte bereits im August 2025 angekündigt, neben Anlagen in Schweden auch das deutsche Projekt übernehmen zu wollen. Für Heide nannte das Unternehmen damals eine geplante anfängliche Produktionskapazität von 15 Gigawattstunden.

Das kalifornische Unternehmen entwickelt unter anderem Lithium-Schwefel-Batterien und hat seit dem Zusammenbruch von Northvolt mehrere Unternehmensteile und Anlagen des schwedischen Herstellers übernommen. Die Übernahme des Energiespeicherwerks im polnischen Danzig wurde bereits 2025 abgeschlossen. Im Februar 2026 folgte der Abschluss der Übernahme wichtiger Northvolt-Anlagen in Schweden.

Deutschland ist damit weiterhin einer der noch nicht endgültig abgeschlossenen Teile der größeren Northvolt-Transaktion.

Heide wartet weiter auf verbindlichen Neustart

Für den Standort in Schleswig-Holstein bedeutet die erneute Verzögerung vor allem, dass der Eigentümerwechsel weiterhin nicht abgeschlossen ist. Ohne endgültige Verträge fehlt weiterhin die Grundlage für die vollständige Umsetzung der angekündigten neuen Industriepläne.

Northvolt hatte für Heide ursprünglich eine groß angelegte Batteriezellproduktion vorgesehen. Lyten hält grundsätzlich an einer industriellen Nutzung des Standorts fest und hat die Fertigung von Batterien als Bestandteil seiner Pläne genannt. Wie der Standort langfristig im Detail aufgebaut wird und wann größere Bauarbeiten beginnen können, ist jedoch noch nicht abschließend festgelegt.

Der aktuelle Zeitplan hat nun einen weiteren wichtigen Termin verfehlt. Ende September liegt zwar eine exklusive Vereinbarung vor und die Vertragsverhandlungen laufen weiter, der endgültige Eigentümerwechsel ist aber noch nicht vollzogen. Entscheidend für die weitere Entwicklung des Standorts ist damit zunächst der Abschluss des Kaufvertrags.

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