Nach Streik bei Mahle gibt es eine Einigung, doch das Werk soll schließen

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Beim Autozulieferer MAHLE gibt es im Konflikt um das Werk Neustadt an der Donau eine Einigung zwischen Unternehmen und IG Metall. Nach Angaben der Gewerkschaft wurde eine tarifliche Lösung für die Beschäftigten am niederbayerischen Standort erzielt. Damit sollen soziale Folgen der geplanten Werksschließung abgefedert werden.

MAHLE will das Werk im ersten Halbjahr 2027 schließen. Betroffen sind nach Gewerkschaftsangaben mehr als 400 Beschäftigte. Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass der Standort geschlossen werden soll und dass eine tarifliche Lösung nach Darstellung der IG Metall vorliegt.

Abfindungen, Härtefallfonds und Transfergesellschaft

Kern der Vereinbarung sind nach Angaben der IG Metall finanzielle und organisatorische Absicherungen für die Beschäftigten. Die konkrete Höhe der Abfindungen soll sich unter anderem nach dem Alter der Beschäftigten und der Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit richten. Zusätzliche Leistungen sind demnach für Beschäftigte mit Kindern sowie für Menschen mit Schwerbehinderung oder Gleichstellung vorgesehen.

Außerdem sollen ein Härtefallfonds und eine Transfergesellschaft eingerichtet werden. Eine Transfergesellschaft kann Beschäftigte nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes zeitlich befristet begleiten, qualifizieren und bei der Suche nach einer neuen Stelle unterstützen. Damit wird die Schließung nicht verhindert, aber der Übergang für die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer soll sozial abgefedert werden.

Streik läuft bis zur zweiten Urabstimmung weiter

Der Arbeitskampf ist mit der Einigung nicht automatisch beendet. Nach Angaben der IG Metall soll der Streik zunächst fortgesetzt werden, bis die Mitglieder über die Annahme des Ergebnisses abgestimmt haben. Die zweite Urabstimmung ist für Montag, 1. Juni 2026, vorgesehen.

Dem Verhandlungsergebnis war ein unbefristeter Streik vorausgegangen. In einer Urabstimmung hatten sich zuvor 98,4 Prozent der IG Metall Mitglieder am Standort für den Arbeitskampf ausgesprochen. Die Gewerkschaft hatte einen Zukunfts- oder Sozialtarifvertrag gefordert. Unklar blieb zunächst, ob MAHLE die Einigung noch ausführlich öffentlich kommentieren wird.

Warum MAHLE das Werk schließen will

MAHLE begründet die geplante Schließung des Werks Neustadt an der Donau mit wirtschaftlichen Faktoren. Genannt werden auslaufende Kundenaufträge, eine schwache Entwicklung auf dem Automarkt und wachsender Kostendruck durch internationale Wettbewerber. Nach Unternehmensdarstellung sei ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb unter diesen Bedingungen nicht möglich.

Der Standort besteht seit 1987. Dort werden vor allem Klimasysteme für Fahrzeuge produziert. Die Produktion soll ab Ende 2026 schrittweise heruntergefahren werden. Die vollständige Schließung ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.

Streit über die Zukunft des Standorts

Die IG Metall widerspricht der Darstellung des Unternehmens. Die Gewerkschaft wirft MAHLE vor, einen aus ihrer Sicht wettbewerbsfähigen Standort aufzugeben und Produktion in die Slowakei zu verlagern. MAHLE verweist dagegen auf die schwierige Marktlage und den Kostendruck in der europäischen Zulieferindustrie.

Der Fall zeigt die wachsenden Spannungen in der deutschen Automobilzulieferbranche. Viele Unternehmen stehen unter Druck, weil die Transformation zur Elektromobilität, schwankende Nachfrage, hohe Kosten und internationale Konkurrenz gleichzeitig auf die Betriebe wirken. Für die Beschäftigten in Neustadt ist die Einigung deshalb nur ein Teilerfolg.

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