
Die Stimmung beim FC Augsburg hat sich innerhalb weniger Wochen verändert. Nach einem überzeugenden Saisonstart wartet der Bundesligist inzwischen seit sechs Ligaspielen auf einen Sieg. Die 1:2-Heimniederlage gegen den SC Freiburg am Samstag, 31. Oktober 2026, brachte Trainer Manuel Baum besonders auf. Der 47-Jährige kritisierte die Fehler seiner Mannschaft ungewöhnlich deutlich und machte seinem Ärger auch in der Kabine Luft. Während Augsburg erneut eine Führung nicht verteidigen konnte, rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie der Trainer die sportliche Entwicklung wieder stabilisieren will.
Nach dem Schlusspfiff zeigte Baum wenig Verständnis dafür, dass seine Mannschaft trotz einer lange Zeit ordentlichen Vorstellung ohne Punkte geblieben war. In einer vom FC Augsburg veröffentlichten Stellungnahme erklärte der Trainer: „Heute ist es für mich wirklich nicht zu akzeptieren, dass wir verloren haben.“
Dabei richtete sich seine Kritik vor allem auf zwei Bereiche. Augsburg hatte es versäumt, seine Führung auszubauen, obwohl sich dafür mehrere Gelegenheiten boten. Gleichzeitig bemängelte Baum die Verteidigung bei den beiden Freiburger Treffern.
Der FCA war durch Michael Gregoritsch in der 18. Minute in Führung gegangen. Anschließend gelang es den Gastgebern nicht, ihre Möglichkeiten für ein weiteres Tor zu nutzen. Freiburg drehte die Begegnung durch Treffer der eingewechselten Igor Matanović und Cyriaque Irié.
Besonders deutlich wurde Baum bei der Beurteilung der Defensivarbeit. Nach seiner Darstellung fehlte der Mannschaft in einzelnen spielentscheidenden Situationen die notwendige Aufmerksamkeit. „In den entscheidenden Momenten war der Fokus nicht da“, erklärte er laut der offiziellen Vereinsveröffentlichung.
Auch auf der Pressekonferenz nach der Partie zeigte sich Baum deutlich verärgerter als gewöhnlich. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur sagte er: „Die meisten kennen mich eher als ruhig, heute bin ich richtig ungehalten nach dem Spiel.“
Seine Unzufriedenheit hatte der Trainer zuvor bereits gegenüber der Mannschaft zum Ausdruck gebracht. Baum bestätigte laut dpa, dass er in der Kabine laut geworden sei. „Ich habe es schon akustisch untermalt“, beschrieb er seine Ansprache.
Nach seiner Darstellung hätten die Spieler seine Enttäuschung über den Spielverlauf geteilt. Als Trainer habe er den gemeinsamen Ärger deutlich ausgesprochen.
Über den genauen Ablauf der Kabinenansprache und weitere mögliche Anweisungen an einzelne Spieler wurden keine Einzelheiten bekannt. Die Aussagen belegen allerdings, dass Baum die wiederholten Fehler inzwischen mit größerer Deutlichkeit anspricht.
Gegenüber Sky kritisierte er nach Darstellung des Sport-Informations-Dienstes zudem, dass seine Mannschaft eine ihrer besten Saisonleistungen gezeigt habe, durch die Gegentreffer aber erneut um den möglichen Erfolg gebracht worden sei.
Die Entwicklung des FC Augsburg ist auch wegen des überzeugenden Beginns der neuen Bundesligasaison bemerkenswert. Zum Auftakt gewann die Mannschaft mit 3:0 gegen Schalke 04. Anschließend folgte ein 4:1-Auswärtserfolg bei Eintracht Frankfurt.
Mit sechs Punkten aus den ersten beiden Spielen setzte sich Augsburg zunächst in der oberen Tabellenregion fest und stand zwischenzeitlich sogar an der Spitze.
Seitdem hat sich die Bilanz jedoch deutlich verschlechtert. Auf das 2:2 gegen Bayer Leverkusen folgte eine 2:3-Niederlage bei Werder Bremen. Gegen Bayern München erreichte Augsburg ebenfalls ein 2:2, anschließend verlor die Mannschaft mit 3:4 bei der SV Elversberg.
Nach dem 1:1 gegen Union Berlin brachte auch das Heimspiel gegen Freiburg keine Trendwende. Die letzten sechs Ligapartien ergaben damit drei Unentschieden und drei Niederlagen.
Insgesamt kommt Augsburg nach acht Bundesligaspielen auf neun Punkte und liegt damit im Tabellenmittelfeld. Bemerkenswert ist, dass die Mannschaft trotz der sieglosen Phase weiterhin regelmäßig Tore erzielt. In den ersten acht Begegnungen gelangen dem FCA insgesamt 18 Treffer. Gleichzeitig kassierte das Team 15 Gegentore.
Für Manuel Baum beim FC Augsburg geht es deshalb nicht ausschließlich um die offensive Durchschlagskraft. Die bisherigen Resultate zeigen, dass die Mannschaft auch gegen namhafte Gegner mithalten kann, ihre guten Spielphasen aber zu selten in Siege umwandelt.
Baum übernahm das Traineramt in Augsburg am 1. Dezember 2025 zunächst als Übergangslösung nach der Trennung von Sandro Wagner. Bereits von Dezember 2016 bis April 2019 hatte er die Bundesligamannschaft betreut.
Bei seiner erneuten Übernahme war zunächst vorgesehen, dass er anschließend wieder auf seine Position im Bereich Entwicklung und Fußballinnovation zurückkehrt. Aufgrund der positiven sportlichen Entwicklung blieb er jedoch Cheftrainer.
Die vergangene Saison beendete Augsburg unter seiner Verantwortung auf dem neunten Tabellenplatz. Am 20. Mai 2026 bestätigte der Verein schließlich die Verlängerung des Trainervertrags bis zum 30. Juni 2028.
Geschäftsführer Michael Ströll begründete die Entscheidung damals mit Baums Leistungen als Cheftrainer. Auch Sportdirektor Benni Weber verwies auf die erfolgreiche Stabilisierung der Mannschaft nach der schwierigen Phase im Herbst 2025 und die starke Rückrunde.
Damit hatten sich die sportlichen Verantwortlichen erst wenige Monate vor der aktuellen Serie langfristig auf Baum festgelegt.
Eine neue öffentliche Bewertung seiner Position durch Ströll oder Weber nach dem Freiburg-Spiel lag zunächst nicht vor. Ebenso gab es keine offizielle Mitteilung über konkrete Pläne für einen Trainerwechsel. Die sportliche Bilanz und die vertragliche Situation sind damit klar, eine neue Personalentscheidung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Innerhalb der Mannschaft überwog nach der Freiburg-Niederlage ebenfalls die Enttäuschung. Kapitän Jeffrey Gouweleeuw verwies in der offiziellen Stellungnahme des Vereins darauf, dass Augsburg insbesondere zu Beginn der zweiten Halbzeit Vorteile gehabt habe.
Seine Mannschaft habe es versäumt, die Begegnung mit einem weiteren Treffer zu entscheiden. Freiburg sei dagegen in den entscheidenden Situationen deutlich konsequenter gewesen. Auch die Verteidigung bei gegnerischen Flanken müsse verbessert werden.
Eine grundsätzliche Krisenbewertung wollte der Kapitän aus den sechs sieglosen Ligaspielen allerdings nicht ableiten. Vielmehr forderte er eine sachliche Aufarbeitung und weitere konzentrierte Arbeit.
Mittelfeldspieler Fabian Rieder bezeichnete die Niederlage ebenfalls als besonders enttäuschend. Die Mannschaft müsse nach seiner Einschätzung sowohl die positiven Ansätze bewahren als auch die Fehler klar benennen.
Offensivspieler Arijon Ibrahimović verwies darauf, dass Augsburg bis zum Schlusspfiff konsequenter verteidigen müsse. Damit stimmen die Bewertungen aus der Mannschaft in wesentlichen Punkten mit der Kritik des Trainers überein.
Die nächste Gelegenheit, die Negativserie in der Bundesliga zu beenden, erhält Augsburg am Samstag, 7. November 2026. Dann tritt die Mannschaft um 15.30 Uhr bei RB Leipzig an. Anschließend steht am 22. November ein Heimspiel gegen Mainz 05 auf dem Programm.
Ein positives Ergebnis gelang dem FCA zuletzt immerhin im DFB-Pokal. Am 27. Oktober setzte sich die Mannschaft mit 4:2 bei der SG Sonnenhof Großaspach durch und erreichte damit das Achtelfinale. Die Serie von sechs Spielen ohne Sieg betrifft somit ausschließlich die Bundesliga.
Für Baum besteht die unmittelbare Aufgabe darin, die wiederholt sichtbaren Defensivfehler zu reduzieren und die vorhandenen Torchancen konsequenter zu nutzen. Gerade das Freiburg-Spiel verdeutlichte erneut, wie schnell eine gute Leistung ihren Wert verlieren kann, wenn die Mannschaft ihre Führung nicht absichert.
Mit Blick auf die kommenden Partien steht Augsburg damit vor einer sportlichen Herausforderung. Der Trainer hat die Probleme öffentlich deutlich benannt. Nun muss sich zeigen, ob seine Mannschaft daraus auch in der Bundesliga wieder Ergebnisse erzielen kann.
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