Marc Aurel Insolvenz: 100 Jobs in Gütersloh gefährdet

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die Marc Aurel Insolvenz erschüttert die deutsche Modebranche: Der Gütersloher Damenmodehersteller Marc Aurel hat beim Amtsgericht Bielefeld Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverantwortung gestellt. Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bangen um ihre Jobs, während das Unternehmen fieberhaft nach einem Investor sucht. Der Geschäftsbetrieb soll zunächst planmäßig weiterlaufen.

Marc Aurel Insolvenz: Traditionsmarke aus Gütersloh stellt Eigenantrag

Die Marc Aurel Textil GmbH mit Sitz in Gütersloh-Spexard hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das zuständige Amtsgericht Bielefeld hat das Verfahren eröffnet und den Düsseldorfer Rechtsanwalt Frank Kebekus als Sachwalter eingesetzt. Bei einem Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung verbleibt die Unternehmensführung zunächst im Amt und steuert den Sanierungsprozess selbst – der Sachwalter überwacht das Verfahren im Interesse der Gläubiger.

Marc Aurel gilt als etablierte Premiummarke für Damenmode. Das Unternehmen wurde 1972 von Reinhold Richter gegründet, der zunächst mit der Produktion von Damenhosen begann. Die erste vollständige Damenkollektion folgte 1979. Seitdem soll sich Marc Aurel im gehobenen Womenswear-Segment positioniert haben und beliefert Kaufhäuser sowie eigene Stores. Nun droht der Traditionsmarke das Aus – es sei denn, ein Investor findet sich bereit, das Unternehmen zu übernehmen oder zu sanieren.

Marc Aurel Insolvenz: Rund 100 Jobs in Gütersloh gefährdet

Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von der Marc Aurel Insolvenz betroffen. Etwa 80 von ihnen arbeiten am Hauptsitz in Gütersloh-Spexard. Das Unternehmen betreibt neben dem Firmensitz auch mehrere Outlets, unter anderem in Berlin, Lüneburg, Neumünster und Ochtrup, sowie Modehäuser in Rostock, Celle und Günzburg. Hinzu kommt ein Online-Shop. Ob und in welchem Umfang all diese Standorte erhalten bleiben können, soll vom Ausgang des Investorenprozesses abhängen.

Der Betriebsrat sei eng in den laufenden Prozess eingebunden, heißt es aus dem Umfeld des Unternehmens. Welche konkreten Auswirkungen das Insolvenzverfahren auf die Beschäftigten haben wird, sei noch offen. Insolvenzgeld sichert die Gehälter der Mitarbeiter in den ersten drei Monaten des Verfahrens ab. Die Marc Aurel Insolvenz reiht sich in eine Serie von Stellenabbauten und Betriebsschließungen im deutschen Einzelhandel ein: Auch Traditionsmarke Interlübke hatte zuletzt Insolvenz angemeldet – der Möbelhersteller aus dem benachbarten Rheda-Wiedenbrück befindet sich ebenfalls in einem Sanierungsverfahren.

Umsatzrückgang und Führungswechsel: Ursachen der Marc Aurel Insolvenz

Finanziell soll es Marc Aurel zuletzt nicht gut gegangen sein. Nach Informationen aus der Branche soll das Unternehmen 2024 noch einen Umsatz von rund 25 Millionen Euro erzielt haben. Seit 2025 soll das Unternehmen dann in die Verlustzone gerutscht sein. Als Insolvenzgründe werden Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung genannt.

Auch personell gab es zuletzt Bewegung an der Spitze: CEO Elena Weege soll das Unternehmen im März 2026 nach etwa eineinhalb Jahren verlassen haben. Seitdem führt Jan Brandt das Unternehmen als Interim-Geschäftsführer. Brandt ist Partner der Hamburger Beratungsfirma F&P Executive Solutions AG und soll das Unternehmen operativ und finanziell stabilisieren. Die Marc Aurel Insolvenz ist jedoch auch Ausdruck einer breiteren Krise in der deutschen Modebranche: Kaufzurückhaltung der Verbraucher, gestiegene Kosten und ein verändertes Einkaufsverhalten sollen die gesamte Textilbranche unter Druck setzen. So hatte auch die Traditionsmarke Eterna nach ihrer Insolvenz an Olymp verkauft werden müssen.

Wie geht es mit Marc Aurel weiter?

Das Ziel des Insolvenzverfahrens ist klar: Ein Investor soll gefunden werden, der Marc Aurel übernimmt oder saniert und damit möglichst viele der rund 100 Arbeitsplätze sichert. Ob dies gelingt, soll von den laufenden Gesprächen und dem Investorenprozess abhängen. Ob und inwieweit weitere Restrukturierungsmaßnahmen – etwa Standortschließungen oder ein weiterer Personalabbau – erforderlich sein werden, sei noch offen. Ähnliche Sanierungsprozesse haben in der Vergangenheit gezeigt, dass ein schneller Investoreinstieg entscheidend für den Fortbestand einer Marke ist. Zuletzt hatte die Rofu Kinderland Insolvenz gezeigt, wie schnell aus einer Gläubigerversammlung eine Filialschließungswelle werden kann.

Für die Beschäftigten bleibt die Situation angespannt. Sie müssen abwarten, ob sich ein Investor findet, der bereit ist, die Marke Marc Aurel fortzuführen. Die Gütersloher Wirtschaft und die regionalen Gewerkschaften beobachten das Verfahren aufmerksam – immerhin gehört Marc Aurel zu den bekanntesten Arbeitgebern der Region im Textilsektor.

Quellen: Die Glocke, Radio Gütersloh, NW.de, FashionUnited, TextilWirtschaft, Retail-News.de

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