Maschinenbau blickt optimistischer nach vorn, doch viele Arbeitsplätze bleiben unter Druck

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Stimmung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau verbessert sich spürbar. Immer mehr Unternehmen rechnen mit einer wirtschaftlichen Erholung. Gleichzeitig könnten in der wichtigen Industriebranche weitere Arbeitsplätze verloren gehen. Das zeigen neue Ergebnisse einer Konjunkturerhebung des Branchenverbands VDMA, die am Mittwoch, 14. Oktober 2026, veröffentlicht wurden.

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Jedes dritte Unternehmen bewertet Geschäftslage positiv

An der Anfang Oktober durchgeführten Befragung beteiligten sich knapp 800 Unternehmen. Rund 34 Prozent bewerten ihre gegenwärtige wirtschaftliche Situation als gut oder sehr gut. Bei der vorherigen Erhebung im Juli waren es lediglich 28 Prozent. Etwa 22 Prozent der Betriebe beurteilen ihre Geschäftslage weiterhin negativ.

Auch der Blick auf die kommenden Monate fällt freundlicher aus. Inzwischen erwarten 33 Prozent der befragten Unternehmen eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation innerhalb des nächsten halben Jahres. Im Juli waren es noch 25 Prozent. Nur zehn Prozent rechnen aktuell mit einer Verschlechterung. Damit haben die positiven Erwartungen innerhalb weniger Monate deutlich zugenommen.

Mehr als 30 Prozent rechnen mit Personalabbau

Trotz der zunehmenden Zuversicht bleibt die Beschäftigungssituation angespannt. Nach den Ergebnissen der VDMA-Umfrage gehen mehr als 30 Prozent der Unternehmen davon aus, Personal abbauen zu müssen. Lediglich 18 Prozent planen zusätzliche Einstellungen. Eine unveränderte Stammbelegschaft erwarten 52 Prozent der befragten Betriebe.

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Damit steht einer wirtschaftlichen Stabilisierung zunächst keine vergleichbare Erholung des Arbeitsmarktes gegenüber. Der Verband verweist auf die erheblichen Belastungen der vergangenen Jahre und den Strukturwandel innerhalb der Industrie. Nach Angaben von VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt sind seit 2019 in Deutschland rund 100.000 Arbeitsplätze im Maschinen- und Anlagenbau weggefallen.

Auftragseingang bleibt trotz besserer Stimmung schwankend

Die bessere Stimmung im Maschinenbau spiegelt sich bislang nicht durchgehend in den Bestellungen wider. Im August 2026 sank der preisbereinigte Auftragseingang gegenüber dem Vorjahresmonat um fünf Prozent. Während die Nachfrage aus Deutschland um zwei Prozent zurückging, lagen die Bestellungen aus dem Ausland sechs Prozent unter dem Vorjahresniveau. Zuvor hatte die Branche zwei Monate mit steigenden Auftragseingängen verzeichnet.

Die Entwicklung zeigt, wie unterschiedlich sich die wirtschaftliche Lage innerhalb der Branche darstellt. Einzelne Großaufträge können die Statistik erheblich beeinflussen, während andere Unternehmen weiterhin auf eine nachhaltige Belebung ihrer Geschäfte angewiesen sind.

Rüstungsindustrie und Medizintechnik sorgen für Wachstum

Besonders positive Impulse kommen nach Einschätzung des VDMA aus der Verteidigungsindustrie, der Luft- und Raumfahrt sowie der Medizintechnik. Auch die Elektro- und Elektronikindustrie profitiert von umfangreichen Investitionen in künstliche Intelligenz.

Deutlich schwieriger bleibt die Situation in anderen wichtigen Kundenbranchen. Insbesondere die schwache Automobilindustrie belastet Hersteller von Robotik und Automatisierungstechnik. Auch die Chemieindustrie bietet derzeit nur begrenzte Wachstumsimpulse.

Zusätzliche Herausforderungen entstehen durch geopolitische Konflikte, hohe Produktionskosten in Deutschland und den zunehmenden internationalen Wettbewerb. Besonders die Konkurrenz aus China setzt deutsche Maschinenbauer unter Druck.

VDMA erwartet Produktionswachstum erst 2027

Bei der Umsatzentwicklung überwiegt inzwischen wieder die Zuversicht. Für 2026 rechnen 57 Prozent der befragten Maschinenbauunternehmen mit steigenden nominalen Umsätzen. Für 2027 erwarten sogar 62 Prozent ein Umsatzplus. In diesen Erwartungen sind mögliche Preissteigerungen enthalten.

Die tatsächliche Produktionsentwicklung dürfte dagegen zunächst schwach bleiben. Der VDMA prognostiziert für 2026 einen preisbereinigten Produktionsrückgang um zwei Prozent. Es wäre bereits das vierte Jahr in Folge mit sinkender Maschinenproduktion in Deutschland. Erst für 2027 rechnet der Verband wieder mit einem realen Wachstum von drei Prozent.

Der Maschinen- und Anlagenbau gehört zu den wichtigsten Industriezweigen Deutschlands und ist eng mit der internationalen Investitionsgüternachfrage verbunden. Eine wirtschaftliche Erholung in der Branche wäre deshalb auch für zahlreiche Zulieferer und andere Industriebereiche von Bedeutung. Die neuen Umfrageergebnisse zeigen jedoch, dass steigende Geschäftserwartungen nicht automatisch zu einer schnellen Entspannung auf dem Arbeitsmarkt führen.

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