MediaMarkt und Saturn: Österreich stimmt zu, doch die EU prüft weiter

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die geplante Übernahme der MediaMarkt- und Saturn-Mutter Ceconomy durch den chinesischen Handelskonzern JD.com hat eine weitere Hürde genommen. Österreich hat das milliardenschwere Geschäft unter Auflagen genehmigt. Die Entscheidung fiel am 8. Oktober 2026 und wurde am Freitag bekannt. Damit rückt der Eigentümerwechsel näher, vollständig abgeschlossen werden kann die Übernahme aber noch nicht. Die Europäische Kommission prüft weiterhin, ob mögliche staatliche Subventionen aus China den Wettbewerb beeinträchtigen könnten.

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Österreich verlangt Schutz für Daten und Lieferketten

Das österreichische Wirtschaftsministerium hat die Übernahme von Ceconomy durch JD.com im Rahmen seiner Investitionskontrolle freigegeben. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer erklärte, dass die Genehmigung mit strengen Bedingungen verbunden sei. Diese betreffen insbesondere den Umgang mit Daten, die Absicherung von Lieferketten und sicherheitsrelevante Personalentscheidungen.

Welche konkreten Verpflichtungen JD.com erfüllen muss, veröffentlichte das Ministerium nicht. Zur Begründung verwies es auf die gesetzlichen Bestimmungen. Deshalb ist bislang nicht bekannt, welche technischen oder organisatorischen Maßnahmen vorgeschrieben wurden und wie deren Einhaltung im Einzelnen kontrolliert werden soll.

Für Österreich hat die Entscheidung erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. MediaMarkt betreibt dort 56 Filialen mit rund 2.400 Beschäftigten. Der Umsatz lag im Geschäftsjahr 2025/26 bei rund 1,3 Milliarden Euro.

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Deutschland hat die Übernahme bereits genehmigt

Auch die deutschen Behörden haben dem Einstieg des chinesischen Konzerns inzwischen zugestimmt. Das Bundeskartellamt erteilte seine wettbewerbsrechtliche Freigabe bereits im September 2025. Nach Einschätzung der Behörde bestanden keine wesentlichen Bedenken, da JD.com bislang nur in begrenztem Umfang auf dem deutschen Markt tätig war.

Ende Juni 2026 genehmigte zusätzlich das Bundeswirtschaftsministerium die Übernahme im Rahmen der außenwirtschaftsrechtlichen Investitionsprüfung. Auch diese Zustimmung ist an Bedingungen geknüpft. Sie sollen insbesondere den Schutz personenbezogener Kundendaten gewährleisten. Zudem erhielt die Bundesregierung Kontrollmöglichkeiten und das Recht, die Genehmigung bei Verstößen gegen die Auflagen zu widerrufen.

Weitere Genehmigungen liegen unter anderem aus Frankreich, Italien und Spanien vor. Ceconomy bestätigte Ende Juli, dass auch die spanische Investitionskontrolle abgeschlossen worden sei. Mit der österreichischen Entscheidung ist damit eine der zuletzt noch offenen nationalen Genehmigungen erteilt.

EU untersucht mögliche staatliche Vorteile für JD.com

Die zentrale offene Entscheidung liegt nun bei der Europäischen Kommission. Sie hatte am 28. Mai 2026 eine vertiefte Untersuchung nach der EU-Verordnung über drittstaatliche Subventionen eingeleitet. Dabei geht es um die Frage, ob JD.com möglicherweise wirtschaftliche Vorteile durch staatliche Unterstützung aus China erhalten hat.

Im Mittelpunkt stehen mögliche vergünstigte Finanzierungen, steuerliche Vorteile und Zuschüsse. Die Kommission prüft, ob solche Unterstützungen den Kauf von Ceconomy begünstigt haben könnten und ob dadurch nach der Übernahme Nachteile für andere Unternehmen im europäischen Binnenmarkt entstehen würden.

Eine abschließende Feststellung über wettbewerbsverzerrende Subventionen liegt bislang nicht vor. JD.com hat die Bedenken zurückgewiesen und erklärt, die Übernahme werde durch private Bankkredite und eigene Mittel finanziert.

Im August reichte der chinesische Konzern Verpflichtungszusagen bei der Kommission ein. Die Behörde verlängerte daraufhin ihre Prüfungsfrist. Nach dem aktuellen Verfahrenskalender ist eine Entscheidung bis zum 4. November 2026 vorgesehen. Die EU kann den Zusammenschluss genehmigen, an zusätzliche Verpflichtungen knüpfen oder untersagen.

JD.com hat sich bereits eine große Mehrheit gesichert

Die Übernahme von Ceconomy wurde im Juli 2025 angekündigt. JD.com bot den Aktionären 4,60 Euro je Aktie. Daraus ergibt sich für das Aktienkapital des Düsseldorfer Konzerns ein Wert von rund 2,2 Milliarden Euro.

Nach Ablauf der zusätzlichen Annahmefrist im November 2025 hatte sich JD.com vorbehaltlich des Vollzugs 59,8 Prozent der Ceconomy-Anteile gesichert. Zusammen mit der Beteiligung des künftigen Partners Convergenta, der Gesellschaft der MediaMarkt-Gründerfamilie Kellerhals, ergibt sich ein Anteil von rund 85,2 Prozent. Convergenta soll selbst mit 25,35 Prozent beteiligt bleiben.

Ursprünglich sollte die Transaktion bereits im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden. Wegen der regulatorischen Prüfungen konnte dieser Zeitplan nicht eingehalten werden. Ceconomy rechnete zuletzt mit einem Abschluss in der zweiten Jahreshälfte 2026. Ein verbindlicher Termin steht weiterhin nicht fest.

Folgen für Kunden und Beschäftigte von MediaMarkt und Saturn

Für Verbraucher ergeben sich aus der österreichischen Genehmigung zunächst keine unmittelbaren Änderungen. Die MediaMarkt- und Saturn-Filialen sowie die jeweiligen Onlineshops führen ihren Betrieb fort. Konkrete Preissenkungen, Änderungen im Sortiment oder neue Lieferangebote als Folge der Übernahme sind bislang nicht verbindlich angekündigt.

JD.com will nach eigenen Angaben vor allem seine Technologie und Logistikkompetenz in die Zusammenarbeit einbringen. Ceconomy soll als eigenständiges Unternehmen in Europa bestehen bleiben und weiterhin auf eine unabhängige technische Infrastruktur setzen.

Für die Beschäftigten enthält die Investorenvereinbarung Schutzregelungen. JD.com hat zugesagt, für drei Jahre nach dem Vollzug grundsätzlich keine betriebsbedingten Kündigungen oder wesentlichen Standortschließungen zu veranlassen. Auch bestehende Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen und Mitbestimmungsrechte sollen in diesem Zeitraum gewahrt bleiben. Die Vereinbarungen enthalten allerdings Ausnahmeregelungen, etwa für bestimmte vom Management unterstützte Maßnahmen.

Ceconomy betreibt europaweit mehr als 1.000 Elektronikmärkte und beschäftigt rund 50.000 Menschen. Mit der geplanten Übernahme würde einer der größten chinesischen Handelskonzerne erheblichen Einfluss auf den europäischen Elektronikhandel erhalten. Ob und unter welchen zusätzlichen Bedingungen dieser Eigentümerwechsel vollzogen werden kann, hängt nun wesentlich von der Entscheidung in Brüssel ab.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu