
Mercedes-Benz hat im dritten Quartal 2026 erneut weniger Pkw verkauft. Von Juli bis September setzte der Stuttgarter Autobauer weltweit rund 407.200 Fahrzeuge seiner Pkw-Sparte ab. Das waren 8 Prozent weniger als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Besonders deutlich fiel der Rückgang in China aus. Gleichzeitig erreichten die Verkäufe vollelektrischer Mercedes-Pkw einen neuen Quartalshöchststand.
Der stärkste Rückgang entfiel auf China. Dort verkaufte Mercedes-Benz im dritten Quartal 86.800 Pkw und damit 31 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit setzte sich die schwierige Entwicklung auf dem für deutsche Premiumhersteller besonders bedeutenden chinesischen Automarkt fort. Bereits im zweiten Quartal waren die Mercedes-Verkäufe in China um 30 Prozent gesunken. Das Unternehmen hatte damals auf intensiven Wettbewerb, verhaltene Nachfrage und laufende Modellwechsel verwiesen.
Die Entwicklung in China fällt umso stärker ins Gewicht, weil andere große Absatzregionen zulegten. In Europa erhöhte Mercedes-Benz den Pkw-Absatz im dritten Quartal im Jahresvergleich um 5 Prozent, in den USA um 6 Prozent. Außerhalb Chinas lag der weltweite Pkw-Absatz nach Unternehmensangaben insgesamt leicht über dem Niveau des Vorjahres. Die Zuwächse reichten jedoch nicht aus, um das Minus auf dem chinesischen Markt auszugleichen.
Deutlich gegen den allgemeinen Absatztrend entwickelte sich das Geschäft mit batterieelektrischen Pkw. Mercedes-Benz Cars verkaufte im dritten Quartal weltweit rund 68.400 reine Elektroautos. Das entsprach einem Zuwachs von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und markierte den bislang höchsten Quartalswert für vollelektrische Mercedes-Pkw. In Europa stiegen die BEV-Verkäufe um 78 Prozent. Dort war im dritten Quartal nahezu jeder dritte verkaufte Mercedes-Pkw vollelektrisch.
Auf Konzernebene, also einschließlich der elektrischen Vans, wurden 78.100 batterieelektrische Fahrzeuge verkauft. Das waren 52 Prozent mehr als im dritten Quartal 2025. Die unterschiedlichen Prozentangaben erklären sich damit aus verschiedenen Bezugsgrößen: Das Plus von 61 Prozent betrifft ausschließlich Mercedes-Benz Cars, das Plus von 52 Prozent die batterieelektrischen Fahrzeuge von Cars und Vans zusammen.
Der aktuelle Anstieg folgt auf einen bereits starken zweiten Jahresabschnitt. Im zweiten Quartal hatte Mercedes-Benz Cars 52.852 batterieelektrische Pkw verkauft, 51 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In Europa hatte das Wachstum damals sogar 87 Prozent erreicht. Mercedes führt die Entwicklung unter anderem auf den Hochlauf seiner neuen Elektrofahrzeuge zurück. Zu den neuen oder erneuerten Baureihen gehören der elektrische CLA, GLB, GLC und GLA.
Schwächer entwickelte sich dagegen das sogenannte Top-End-Segment. Mercedes-Benz setzte dort im dritten Quartal rund 53.900 Fahrzeuge ab. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang von 21 Prozent. Zu diesem besonders hochpreisigen Teil des Portfolios zählt der Hersteller unter anderem Modelle von Mercedes-AMG und Mercedes-Maybach sowie G-Klasse, S-Klasse, GLS und die entsprechenden Luxus-Elektromodelle. Der Rückgang wurde ebenfalls vom schwächeren Marktumfeld in China und von Modellwechseln beeinflusst.
Das ist für Mercedes von besonderer Bedeutung, weil das Unternehmen seit Jahren stärker auf margenstarke Fahrzeuge im oberen Preissegment setzt. Im dritten Quartal 2025 hatte der Top-End-Absatz noch zu den stabileren Bereichen gehört und war gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die neuen Zahlen zeigen damit eine deutlich veränderte Entwicklung innerhalb eines Jahres.
Werden Pkw und Transporter gemeinsam betrachtet, verkaufte die Mercedes-Benz Group im dritten Quartal rund 491.700 Fahrzeuge. Gegenüber dem Vorjahreswert von 525.300 Fahrzeugen entspricht dies einem Minus von rund 6 Prozent. Der Rückgang fällt damit etwas geringer aus als bei der Pkw-Sparte allein.
Für den Vergleich der Zahlen ist diese Unterscheidung entscheidend. Die häufig genannte Marke von 407.200 Fahrzeugen umfasst ausschließlich Mercedes-Benz Cars. Der Konzernwert einschließlich Mercedes-Benz Vans liegt bei 491.700 Einheiten. Im Vorjahresquartal hatte Mercedes 441.500 Pkw sowie insgesamt 525.300 Pkw und Vans verkauft.
Die Entwicklung bei Mercedes steht in einem größeren Wandel des chinesischen Automarkts. Lokale Hersteller haben ihre Modellpaletten insbesondere bei Elektrofahrzeugen stark ausgebaut und gewinnen Marktanteile. Deutsche Hersteller geraten dadurch in einem Markt unter Druck, der über viele Jahre zu ihren wichtigsten Wachstumstreibern gehörte. Im ersten Quartal 2026 lag der gemeinsame Marktanteil von Volkswagen, Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche bei batterieelektrischen Fahrzeugen in China nach Daten des Branchendienstes Marklines nur noch bei 1,6 Prozent.
Mercedes hatte bereits nach dem ersten Halbjahr seine Erwartungen angepasst. Ende Juli ging der Konzern davon aus, dass der Pkw-Absatz 2026 leicht unter dem Vorjahresniveau liegen werde. Zuvor war ein Absatz auf Vorjahresniveau erwartet worden. Gleichzeitig erhöhte Mercedes wegen des Hochlaufs neuer Elektrofahrzeuge seine Prognose für den Anteil elektrifizierter Pkw auf 23 bis 25 Prozent.
Ob und wie stark die Absatzentwicklung das Ergebnis des Konzerns im dritten Quartal beeinflusst hat, geht aus den heutigen Verkaufszahlen nicht hervor. Mercedes-Benz will seinen vollständigen Zwischenbericht für das dritte Quartal am 28. Oktober 2026 veröffentlichen. Erst dann liegen auch Umsatz, Ergebnis und weitere Finanzkennzahlen für den Zeitraum von Juli bis September vor.
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