Nur jeder Zehnte zufrieden: Merz erreicht neuen Tiefpunkt

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Symbolbild mit KI erstellt

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Die Zufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz ist im aktuellen ARD-Deutschlandtrend auf einen neuen Tiefstand gefallen. Nur noch zehn Prozent der Wahlberechtigten geben an, mit der politischen Arbeit des CDU-Politikers sehr zufrieden oder zufrieden zu sein. 88 Prozent sind dagegen weniger oder gar nicht zufrieden. Damit erreicht Friedrich Merz im ARD-Deutschlandtrend den niedrigsten Zufriedenheitswert eines amtierenden Bundeskanzlers seit Beginn der Erhebungsreihe im Jahr 1997.

Der Rückgang setzt eine Entwicklung fort, die bereits in den vergangenen Monaten sichtbar war. Anfang September waren noch 13 Prozent der Befragten mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden. Innerhalb eines Monats ging der Wert damit um drei Prozentpunkte zurück. Bereits im Mai hatte Merz mit 16 Prozent einen damaligen Negativrekord für einen Kanzler im Deutschlandtrend erreicht.

Bundesregierung ebenfalls nur noch bei zehn Prozent

Nicht allein der Kanzler erhält in der aktuellen Befragung schwache Bewertungen. Auch mit der Arbeit der Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD sind lediglich zehn Prozent der Befragten sehr zufrieden oder zufrieden. 89 Prozent zeigen sich weniger oder gar nicht zufrieden. Der Wert von zehn Prozent entspricht dem Ergebnis einer bundesweiten Blitzbefragung vom 7. September.

Im regulären Deutschlandtrend Anfang September hatten noch 15 Prozent der Wahlberechtigten die Arbeit der Bundesregierung positiv bewertet. Die persönliche Bewertung von Merz lag damals mit 13 Prozent ebenfalls bereits auf einem sehr niedrigen Niveau. Im August waren 14 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden gewesen. Damit hat sich der Rückgang über mehrere Befragungen hinweg fortgesetzt.

Andere Mitglieder der Bundesregierung erreichen teilweise höhere Zustimmungswerte. Verteidigungsminister Boris Pistorius von der SPD kommt im Oktober auf 50 Prozent Zufriedenheit. Außenminister Johann Wadephul von der CDU erreicht 34 Prozent und Innenminister Alexander Dobrindt von der CSU 27 Prozent. Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil von der SPD liegt bei 20 Prozent. Die Werte beziehen sich jeweils auf die Zufriedenheit mit der politischen Arbeit der abgefragten Personen und sind keine Wahlabsicht.

Union erreicht in der Sonntagsfrage 20 Prozent

Parallel zu den persönlichen Werten des Kanzlers verliert auch die Union in der Sonntagsfrage des Deutschlandtrends einen weiteren Prozentpunkt. CDU und CSU kommen auf 20 Prozent. Die AfD liegt unverändert bei 27 Prozent. Die Grünen verbessern sich um einen Punkt auf 16 Prozent, die SPD bleibt bei 13 Prozent. Die Linke erreicht elf Prozent, die FDP vier Prozent.

Für die Union sind die 20 Prozent ebenfalls ein sehr niedriger Wert innerhalb der Erhebungsreihe. Nach Angaben der ARD lag CDU/CSU im Deutschlandtrend bislang nur im September 2021 auf einem vergleichbar niedrigen Niveau. Die Sonntagsfrage bildet allerdings lediglich die zum Zeitpunkt der Befragung geäußerten Parteipräferenzen ab. Sie ist keine Prognose für ein tatsächliches Bundestagswahlergebnis.

Viele Befragte sehen wachsende Belastungen

Der Deutschlandtrend zeigt zugleich, dass die schwachen Bewertungen von Kanzler und Regierung mit einer insgesamt angespannten politischen und wirtschaftlichen Stimmung zusammenfallen. 77 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, zunehmend Belastungen zu spüren, obwohl die Bundesregierung Entlastungen versprochen habe. Nur 17 Prozent trauen der Bundesregierung derzeit zu, die sozialen Sicherungssysteme zukunftssicher zu machen.

Besonders ausgeprägt ist außerdem die Sorge über die Fähigkeit der Parteien, bei wichtigen politischen Problemen gemeinsame Lösungen zu finden. 84 Prozent der Befragten äußern darüber Besorgnis. Gleichzeitig nennen die Teilnehmer bei einer offenen Frage den Sozialstaat mit 17 Prozent am häufigsten als einen Bereich, der in Deutschland im internationalen Vergleich gut funktioniere. Die medizinische Versorgung folgt mit 14 Prozent.

Aus diesen Ergebnissen lässt sich allerdings nicht ableiten, dass ein einzelnes politisches Thema unmittelbar für die niedrigen Werte von Merz verantwortlich ist. Die Befragung misst die aktuelle Bewertung seiner politischen Arbeit, fragt bei dieser Zufriedenheitsfrage aber nicht nach einem konkreten Grund für die jeweilige Einschätzung.

1.303 Wahlberechtigte für Deutschlandtrend befragt

Infratest dimap befragte für den aktuellen ARD-Deutschlandtrend vom 28. bis 30. September 2026 insgesamt 1.303 Wahlberechtigte in Deutschland. Davon wurden 777 telefonisch und 526 online befragt. Die Stichprobe wurde unter anderem nach soziodemografischen Merkmalen und dem erinnerten Wahlverhalten gewichtet.

Für einen Anteilswert von zehn Prozent gibt das Institut eine statistische Schwankungsbreite von rund zwei Prozentpunkten an, bei einem Anteil von 50 Prozent sind es rund drei Punkte. Die Ergebnisse werden auf ganze Prozentwerte gerundet. Der aktuelle Wert zeigt damit vor allem eines deutlich: Die öffentliche Bewertung der politischen Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich seit Beginn seiner Amtszeit erheblich verschlechtert. Kurz nach Amtsbeginn im Juni 2025 hatten noch 39 Prozent seine Arbeit positiv bewertet. Im Oktober 2026 sind es zehn Prozent.

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