Nach Umbau der BVB-Spitze: Wie es mit Matthias Sammer weitergeht

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Borussia Dortmund hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Schlüsselpositionen im Verein neu geordnet. In der Geschäftsführung sind wichtige Personalfragen inzwischen langfristig geklärt, die Sportdirektion wurde neu besetzt und auch Cheftrainer Niko Kovac besitzt einen Vertrag bis 2027. Bei einem prominenten Namen fehlt eine Entscheidung für die Zeit danach jedoch weiterhin: Matthias Sammer beim BVB ist als externer Berater eingebunden, sein Vertrag läuft nach übereinstimmenden Berichten bis zum Sommer 2027. Ob die Zusammenarbeit anschließend fortgesetzt wird, ist bislang offen.

Eine neue Entscheidung des Vereins zu Sammer wurde am Donnerstag zunächst nicht bekannt. Die Frage nach seiner Zukunft ist auch keine erstmals am 1. Oktober bekannt gewordene Entwicklung. SPORT BILD hatte bereits am 22. April über Sammers Position im neu geordneten Dortmunder Machtgefüge geschrieben und festgehalten, dass eine Verlängerung über 2027 hinaus offen sei. Ende Mai äußerte sich Sport-Geschäftsführer Lars Ricken selbst öffentlich zur Zusammenarbeit.

BVB hat seine Geschäftsführung gerade langfristig gebunden

Neue Aktualität bekommt die Personalfrage durch Entscheidungen, die Borussia Dortmund erst Ende September getroffen hat. Der Verein verlängerte die Verträge mehrerer Geschäftsführer vorzeitig. Carsten Cramer wurde zum Vorsitzenden der Geschäftsführung ernannt und bis zum 30. Juni 2031 gebunden. Sport-Geschäftsführer Lars Ricken verlängerte bis zum 30. Juni 2030. Der Vertrag von Thomas Treß läuft nun bis 2028, Svenja Schlenkers bestehender Kontrakt ebenfalls bis 2028.

Damit hat der BVB auf der obersten Führungsebene weitreichende Kontinuität geschaffen. Sammer gehört allerdings nicht zu dieser Geschäftsführung. Er arbeitet außerhalb der operativen Führungsstruktur als Berater und besitzt damit eine andere Rolle als Ricken, Cramer, Treß oder Schlenker. In der offiziellen Unternehmensstruktur werden aktuell Cramer, Treß, Ricken und Schlenker als Geschäftsführer geführt.

Gerade deshalb lässt sich aus den Vertragsverlängerungen der Geschäftsführer keine automatische Entscheidung über Sammer ableiten. Eine Mitteilung des BVB über eine Verlängerung seines Beratervertrags über 2027 hinaus lag zunächst nicht vor.

Sammer berät Ricken, Book und Kovac

Sammer ist seit 2018 wieder für Borussia Dortmund tätig. Ursprünglich wurde er als externer Berater eng an den damaligen Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke angebunden. Schon bei einer früheren Vertragsverlängerung beschrieb der Verein seine Aufgabe ausdrücklich als externe Beratung, die sich nicht allein auf den Profibereich beschränke.

Nach Watzkes Rückzug aus der Geschäftsführung veränderte sich Sammers Einbindung. Bereits im Sommer 2025 bezeichnete Sammer Lars Ricken als seinen direkten Ansprechpartner. Eine Rückkehr in eine operative Funktion schloss er damals aus. Über seine grundsätzliche Haltung zum BVB sagte Sammer dem kicker: „Ich liebe diesen Klub.“ Zugleich erklärte er, dem Verein weiterhin helfen zu wollen.

Ricken beschrieb die heutige Zusammenarbeit im Mai konkreter. Sammer tausche sich mit Trainer Niko Kovac, Sportdirektor Ole Book und ihm selbst aus. Auch Carsten Cramer sei regelmäßig in Gespräche eingebunden. Rickens Einschätzung zu Sammers Funktion fiel positiv aus: „Matthias‘ externer Blick ist da für uns sehr hilfreich.“ Auf eine mögliche Vertragsverlängerung legte er sich allerdings nicht fest und erklärte lediglich: „Über alles andere entscheiden wir später.“

Kehls Abschied veränderte die sportliche Struktur

Die offene Sammer-Frage steht vor dem Hintergrund eines erheblichen Umbaus in der Dortmunder Sportführung. Borussia Dortmund und der damalige Sportdirektor Sebastian Kehl beendeten ihre Zusammenarbeit im März 2026 vorzeitig. Der Verein bezeichnete die Entscheidung als einvernehmlich. Ricken erklärte damals, die Beteiligten seien zu der Überzeugung gekommen, dass der Zeitpunkt für Veränderungen gekommen sei.

Nur einen Tag später präsentierte der BVB Ole Book als neuen Sportdirektor. Der frühere Verantwortliche der SV Elversberg erhielt einen Vertrag bis zum 30. Juni 2029. Ricken hob bei dessen Verpflichtung insbesondere Books Arbeit mit jungen Spielern, die Entwicklung von Kaderwerten sowie kreative Lösungen auf dem Transfermarkt hervor.

Sammer begrüßte die Personalie deutlich. Bei Sky bezeichnete er die Verpflichtung Books als „fantastische Idee“. Zugleich bestätigte er, dass er Book bei Ricken als mögliche Lösung ins Gespräch gebracht hatte. Später erklärte Book selbst, Sammer habe früh Kontakt zu ihm aufgenommen und beide stünden regelmäßig im Austausch.

Kaderplanung liegt nicht bei Sammer

Trotz seines Einflusses als Gesprächspartner ist Sammer nicht der operative Verantwortliche für die Dortmunder Kaderplanung. Die sportliche Gesamtverantwortung auf Geschäftsführungsebene liegt bei Lars Ricken. Der BVB beschreibt seine Aufgabe ausdrücklich mit der Weiterentwicklung der sportlichen Strategie, der Förderung des Übergangs eigener Talente zu den Profis und der dauerhaften Positionierung des Vereins in der nationalen und internationalen Spitze.

Unterhalb dieser Ebene verantwortet Sportdirektor Ole Book wesentliche sportliche Aufgaben. Der BVB verwies bei seiner Verpflichtung ausdrücklich auf Books Erfahrung in Spielerentwicklung, Kaderwertsteigerung und Transferplanung. Im Juni holte Dortmund mit David Blacha zudem einen früheren Mitarbeiter Books aus Elversberg als Referenten des Sportdirektors nach Dortmund.

Sammer ergänzt diese Struktur als externer Impulsgeber. Seine Rolle ist damit beratend und nicht mit der eines Sportdirektors oder Geschäftsführers gleichzusetzen. Dass er dennoch in sportliche Grundsatzfragen einbezogen wird, zeigen seine Kontakte zu Ricken, Book und Kovac.

Auch Kovacs Position ist langfristiger geklärt

Auf der Trainerposition hat Dortmund bereits früher für Klarheit gesorgt. Niko Kovac verlängerte seinen Vertrag im August 2025 vorzeitig bis zum 30. Juni 2027. Ricken begründete die Verlängerung damals unter anderem mit dem gegenseitigen Vertrauen und der sportlichen Entwicklung unter Kovac.

Sammer gilt auch für den Cheftrainer als Gesprächspartner. SPORT BILD hatte bereits im April über einen regelmäßigen Austausch zwischen beiden geschrieben. Zugleich war dort erstmals klar formuliert worden, dass Sammers eigene Zukunft nach Ablauf seines Vertrags im Sommer 2027 offen sei. Eine spätere öffentliche Aussage Rickens änderte daran nichts. Der Sport-Geschäftsführer würdigte zwar Sammers Bedeutung, verschob eine Entscheidung über eine weitere Zusammenarbeit aber ausdrücklich auf einen späteren Zeitpunkt.

Damit ist der Stand klar umrissen: Borussia Dortmund hat seine Geschäftsführung neu geordnet, Ricken langfristig gebunden, Ole Book mit einem Vertrag bis 2029 ausgestattet und Kovac bis 2027 verpflichtet. Auch Sammer besitzt nach den vorliegenden Angaben einen Vertrag bis 2027. Eine Trennung ist nicht angekündigt, eine Verlängerung über diesen Zeitpunkt hinaus aber ebenfalls nicht bestätigt.

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