DAX beendet Oktober-Auftakt unter der 25.000er-Marke

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Der deutsche Aktienmarkt ist mit deutlichen Verlusten in das vierte Quartal gestartet. Der DAX schloss am Donnerstag, 1. Oktober 2026, unter der Marke von 25.000 Punkten. Zum Xetra-Handelsschluss lag der deutsche Leitindex laut dpa-AFX um 17.30 Uhr bei 24.939,35 Punkten. Das entsprach einem Tagesverlust von 1,03 Prozent. Am Vortag hatte der DAX noch bei 25.199,19 Punkten geschlossen.

Damit konnte sich der Leitindex trotz einer zwischenzeitlichen Erholung nicht dauerhaft über der runden Marke halten. Belastet wurde der Aktienmarkt von hohen Energiepreisen, gestiegenen Renditen an den internationalen Anleihemärkten und im späteren Handel auch von schwächeren US-Börsen. Der DAX unter 25.000 Punkten steht damit zugleich für einen schwierigen Auftakt in das letzte Quartal des Jahres.

DAX fällt zeitweise bis auf 24.831 Punkte

Der Handelstag verlief ausgesprochen schwankungsreich. Im frühen Geschäft rutschte der DAX bereits unter 25.000 Punkte und fiel zeitweise bis auf rund 24.831 Punkte. Anschließend gelang eine deutliche Erholung. Am Nachmittag näherte sich der Index zeitweise wieder dem Schlussstand des Vortages, bevor die Kurse erneut nachgaben.

Das Tagestief lag damit in einem Bereich, dem Marktteilnehmer aufgrund langfristiger Durchschnittslinien besondere Aufmerksamkeit schenken. Solche technischen Marken sind jedoch keine Garantie für die weitere Kursentwicklung. Entscheidend für den Donnerstag waren vor allem die Entwicklungen an den internationalen Zins und Rohstoffmärkten.

Auch die übrigen europäischen Aktienmärkte standen unter Druck. Der breite europäische Stoxx 600 verlor am Donnerstag 1,3 Prozent und fiel auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Monaten. Besonders stark traf der Rückgang den europäischen Bankensektor.

Anleiherenditen erhöhen den Druck auf Aktien

Ein wichtiger Belastungsfaktor waren die hohen Renditen von Staatsanleihen. In den vergangenen Wochen hatten Anleger weltweit verstärkt Staatsanleihen verkauft. Sinkende Anleihekurse führen im Gegenzug zu steigenden Renditen.

Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen hatte in dieser Woche zeitweise 3,6526 Prozent erreicht. Das war der höchste Stand seit Juni 2009. Auch in anderen großen Volkswirtschaften stiegen die Finanzierungskosten deutlich. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte am Donnerstag im Tagesverlauf sogar den höchsten Stand seit April 2002.

Für Aktienmärkte können höhere Renditen aus mehreren Gründen belastend sein. Unternehmen müssen bei neuen Finanzierungen mit höheren Kosten rechnen. Gleichzeitig werden festverzinsliche Anlagen bei steigenden Renditen im Vergleich zu Aktien attraktiver. Außerdem verstärken hohe Kapitalmarktzinsen die Sorge, dass die Zentralbanken ihre Leitzinsen länger auf einem hohen Niveau halten oder weiter anheben könnten.

Energiepreise halten Inflationssorgen hoch

Zusätzlichen Druck erzeugten die weiterhin hohen Energiepreise. Steigende Kosten für Öl, Kraftstoffe und andere Energieträger können die Inflation antreiben und damit die geldpolitische Lage für die Zentralbanken erschweren.

Diese Sorge hatte bereits am Vortag die europäischen Märkte belastet. Die deutsche Inflation war im September stärker gestiegen als erwartet. Damit rückte erneut die Frage in den Mittelpunkt, wie schnell der Preisdruck im Euroraum zurückgehen kann und welchen Spielraum die Europäische Zentralbank bei ihrer weiteren Zinspolitik hat.

Auch international prägen hohe Energiekosten derzeit die Finanzmärkte. Reuters führte den weltweiten Anstieg der Anleiherenditen unter anderem auf Inflationssorgen infolge hoher Energiepreise zurück. Hinzu kommt eine weiterhin robuste wirtschaftliche Entwicklung in Teilen der Weltwirtschaft. Sie könnte dazu beitragen, dass hohe Zinsen länger notwendig bleiben.

Schwächere Wall Street belastet den späten Handel

Im späteren europäischen Handel kam Gegenwind aus den USA hinzu. Die großen US-Aktienindizes lagen nach Handelsbeginn in New York im Minus. Gleichzeitig hatten neue Daten aus der amerikanischen Industrie auf weiterhin hohen Kostendruck hingedeutet.

Damit verschärfte sich das Umfeld für den DAX noch einmal. Während der Leitindex seine Verluste zwischenzeitlich nahezu aufgeholt hatte, setzte sich zum Börsenschluss wieder die schwächere Tendenz durch.

Der Rückgang betrifft dabei nicht allein den deutschen Aktienmarkt. Weltweit reagieren Aktien, Anleihen und Währungen derzeit empfindlich auf Veränderungen bei Inflation, Energiepreisen und Zinserwartungen. Der Euro geriet am Donnerstag ebenfalls unter Druck, während hohe Renditen von US-Staatsanleihen den Dollar stützten.

DAX startet nach schwachem September mit Verlusten in den Oktober

Der schwache Donnerstag folgt auf einen bereits schwierigen September. Am Mittwoch hatte der DAX bei 25.199,19 Punkten geschlossen. Im September hatte der Leitindex insgesamt rund vier Prozent verloren.

Mit dem Schlussstand von 24.939,35 Punkten am 1. Oktober beginnt nun auch das vierte Quartal mit einem Minus. Die runde Marke von 25.000 Punkten bleibt damit kurzfristig eine wichtige Orientierung für den deutschen Aktienmarkt.

Für die kommenden Handelstage dürften vor allem die Entwicklung der Anleiherenditen, die Energiepreise und neue Konjunktur sowie Inflationsdaten das Marktumfeld prägen. Auch die weitere Entwicklung der US-Märkte spielt für den DAX eine wichtige Rolle. Eine Aussage über die künftige Kursentwicklung lässt sich daraus nicht ableiten.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu