Friedrich Merz wird in der Ukraine deutlich positiver bewertet

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Bundeskanzler Friedrich Merz wird in der Ukraine deutlich positiver beurteilt als derzeit in Deutschland. Eine am Mittwoch, 26. August 2026, veröffentlichte Erhebung der ukrainischen Rating Group zeigt, dass 64 Prozent der Befragten eine positive Haltung gegenüber dem deutschen Regierungschef haben. Damit gehört Merz neben Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zu den ausländischen Spitzenpolitikern mit den besten Werten in der Ukraine.

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Ein direkter Vergleich mit deutschen Umfragen ist allerdings nur eingeschränkt möglich, weil unterschiedliche Fragen gestellt wurden. Während die Rating Group in der Ukraine nach der allgemeinen Haltung gegenüber internationalen Politikern fragte, wird in deutschen Erhebungen unter anderem nach der Zufriedenheit mit der Arbeit des Bundeskanzlers gefragt. Die Zahlen beschreiben deshalb unterschiedliche Aspekte der öffentlichen Wahrnehmung.

64 Prozent bewerten Friedrich Merz in der Ukraine positiv

Die ukrainische Rating Group führte ihre landesweite Befragung vom 4. bis 9. August 2026 durch. Befragt wurden 2.000 Menschen im Alter von mindestens 18 Jahren. Die Interviews erfolgten telefonisch mit computergestützter Befragung. Grundlage war eine Zufallsstichprobe von Mobilfunknummern. Nicht einbezogen wurden die von Russland besetzten ukrainischen Gebiete sowie Regionen, in denen zum Befragungszeitpunkt kein ukrainisches Mobilfunknetz verfügbar war. Die Stichprobe wurde nach Alter, Geschlecht und Siedlungstyp gewichtet. Die maximale statistische Fehlertoleranz gibt das Institut mit 2,2 Prozentpunkten bei einer Vertrauenswahrscheinlichkeit von 95 Prozent an.

Einen externen Auftraggeber nennt Rating Group in der veröffentlichten Methodik nicht. Die Erhebung wird auf der Internetseite des Instituts als von Rating Group durchgeführte landesweite Untersuchung dargestellt. Ein Auftraggeber sollte deshalb nicht ohne weitere Angaben angenommen werden.

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Unter den abgefragten internationalen Politikern erhielt Emmanuel Macron mit 79 Prozent die höchste positive Bewertung. Friedrich Merz folgte mit 64 Prozent, Recep Tayyip Erdoğan erreichte 61 Prozent. Rating Group verweist außerdem darauf, dass Merz besser bewertet wird als sein Amtsvorgänger Olaf Scholz in einer früheren Erhebung. Scholz war im Februar 2025 von 57 Prozent der Befragten positiv beurteilt worden.

Die Umfrage zeigt zugleich ein insgesamt positives Bild Deutschlands. 77 Prozent der Befragten bezeichneten Deutschlands Haltung gegenüber der Ukraine als freundlich. Rating Group stellte fest, dass sich die Wahrnehmung Deutschlands im Vergleich zu früheren Befragungen verbessert hat.

In Deutschland sind nur 20 Prozent mit Merz zufrieden

Deutlich schwächer fallen die jüngsten Werte für den Bundeskanzler in Deutschland aus. Im ZDF Politbarometer vom August 2026 gaben 20 Prozent der Befragten an, mit der Arbeit von Friedrich Merz als Kanzler zufrieden zu sein. 75 Prozent äußerten sich unzufrieden. Die Forschungsgruppe Wahlen befragte dafür vom 17. bis 19. August 2026 insgesamt 1.319 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch und online. Berücksichtigt wurden Festnetz und Mobilfunk. Der statistische Fehlerbereich liegt laut Forschungsgruppe Wahlen bei Anteilswerten um 40 Prozent bei rund drei Prozentpunkten und bei Werten um zehn Prozent bei rund zwei Prozentpunkten.

Auch der ARD DeutschlandTrend hatte Anfang August niedrige Werte für Merz gemessen. In der Erhebung von Infratest dimap waren 14 Prozent der Wahlberechtigten mit seiner Arbeit zufrieden. Befragt wurden vom 3. bis 5. August 1.297 Wahlberechtigte. Die Schwankungsbreite wurde mit etwa zwei Prozentpunkten bei einem Anteilswert von zehn Prozent und drei Prozentpunkten bei einem Wert von 50 Prozent angegeben.

Die ukrainischen 64 Prozent und die deutschen Werte von 20 beziehungsweise 14 Prozent dürfen dennoch nicht wie Ergebnisse derselben Fragestellung miteinander verrechnet werden. In der Ukraine ging es um eine positive oder negative Haltung gegenüber einem ausländischen Politiker. ZDF und ARD fragen dagegen nach der Bewertung seiner konkreten Regierungsarbeit in Deutschland.

Militärhilfe prägt Deutschlands Bild in der Ukraine

Die hohe Zustimmung für Friedrich Merz in der Ukraine fällt in eine Phase intensiver deutscher Unterstützung für das angegriffene Land. Nach Angaben der Bundesregierung hat Deutschland seit Beginn der russischen Großinvasion im Februar 2022 zivile bilaterale Hilfen von mehr als 43,3 Milliarden Euro geleistet. Die militärische Unterstützung beläuft sich einschließlich bereits zugesagter Mittel für die kommenden Jahre auf rund 57,6 Milliarden Euro.

Unter Merz blieb insbesondere die ukrainische Luftverteidigung ein Schwerpunkt. Bei Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ging es wiederholt um zusätzliche Flugabwehrsysteme und Raketen für Patriot Systeme. Selenskyj dankte Deutschland im Juli ausdrücklich für dessen Rolle bei der Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung und für die Unterstützung bei der Beschaffung knapper Abfangraketen.

Deutschland unterstützte außerdem eine NATO Vereinbarung, nach der für 2026 und 2027 weitere 70 Milliarden Euro an militärischer Hilfe für die Ukraine mobilisiert werden sollen. Die Bundesregierung verweist zugleich auf eine seit April 2026 bestehende strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und der Ukraine.

Merz setzt auf weitere Unterstützung und Druck auf Russland

Auch politisch vertritt Merz gegenüber Russland eine Linie, die sich mit zentralen Forderungen der ukrainischen Regierung überschneidet. Deutschland unterstützt weitere Sanktionen gegen Russland, militärische Hilfe und eine Stärkung der ukrainischen Verteidigungsfähigkeit. Am ukrainischen Unabhängigkeitstag am 24. August bekräftigte die Bundesregierung erneut ihre Unterstützung für das Land. Bei Beratungen der sogenannten Koalition der Willigen standen zusätzliche Luftverteidigung, Zusammenarbeit mit der ukrainischen Rüstungsindustrie, Sanktionen gegen Russland und Hilfen für die Energieversorgung im Mittelpunkt.

Welche einzelnen politischen Entscheidungen ausschlaggebend für die persönliche Bewertung von Merz sind, hat die Rating Group nicht abgefragt. Ein unmittelbarer Ursache Wirkung Zusammenhang zwischen Militärhilfe und seinen 64 Prozent positiven Bewertungen lässt sich aus der Umfrage daher nicht ableiten. Die Ergebnisse zeigen jedoch gleichzeitig eine hohe positive Bewertung von Merz und eine überwiegend freundliche Wahrnehmung Deutschlands.

Damit ergibt sich bei Friedrich Merz in der Ukraine ein deutlich anderes Stimmungsbild als im eigenen Land. Während der Kanzler in Deutschland in aktuellen Befragungen mit ausgeprägter Unzufriedenheit über seine Regierungsarbeit konfrontiert ist, zählt er in der Ukraine derzeit zu den am positivsten wahrgenommenen ausländischen Staats und Regierungschefs.

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