Micron rückt mit Rekordzahlen und GM-Deal in den Fokus

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Micron Technology steht Anfang Juli erneut im Mittelpunkt der Speicherchip-Branche. Der US-Konzern hatte am 24. Juni Rekordzahlen für das dritte Quartal seines Geschäftsjahres 2026 vorgelegt. Wenige Tage später folgte ein langfristiger Liefervertrag mit General Motors. Zugleich bewegten Aussagen zu HBM, DRAM und NAND die Märkte, weil Speicherchips für KI-Rechenzentren, Server, Autos und Endgeräte knapper geworden sind.

Rekordquartal mit starkem Ausblick

Micron meldete für das dritte Geschäftsquartal 2026 einen Umsatz von 41,46 Milliarden Dollar. Im Vorquartal waren es 23,86 Milliarden Dollar gewesen, im entsprechenden Vorjahreszeitraum 9,30 Milliarden Dollar. Der GAAP-Nettogewinn lag bei 28,24 Milliarden Dollar, der verwässerte Gewinn je Aktie bei 24,67 Dollar. Beim operativen Cashflow nannte das Unternehmen 25,39 Milliarden Dollar.

Auch der Ausblick fiel deutlich aus. Für das vierte Geschäftsquartal erwartet Micron einen Umsatz von 50,0 Milliarden Dollar, mit einer Spanne von einer Milliarde Dollar nach oben oder unten. Die Bruttomarge soll nach Unternehmensangaben bei etwa 86 Prozent liegen. Beim verwässerten Gewinn je Aktie stellt Micron auf Non-GAAP-Basis 31,00 Dollar in Aussicht, ebenfalls mit einer Spanne von einem Dollar.

HBM, DRAM und NAND treiben das Geschäft

Der zentrale Treiber bleibt die Nachfrage nach Speicher für KI-Infrastruktur. Micron erklärte, HBM4 auf Basis der 1-Beta-DRAM-Technologie befinde sich für die Plattform eines führenden Kunden in hohen Stückzahlen in der Auslieferung. Zudem seien Qualifikationsmuster an mehrere Endkunden gegangen. HBM4E auf Basis der 1-Gamma-DRAM-Technologie sei in Entwicklung, die Volumenproduktion werde für das Kalenderjahr 2027 erwartet.

Die Entwicklung beschränkt sich aber nicht auf HBM. In den vorbereiteten Bemerkungen zur Quartalskonferenz schrieb Micron, die Angebots- und Nachfragebedingungen für DRAM und NAND dürften über das Kalenderjahr 2027 hinaus angespannt bleiben. Für 2026 rechnet das Unternehmen bei DRAM mit einem branchenweiten Bit-Wachstum im niedrigen bis mittleren 20-Prozent-Bereich. Bei NAND erwartet Micron ein Wachstum von etwa 20 Prozent.

GM-Vertrag zeigt Knappheit auch außerhalb der KI

Am 1. Juli meldeten Micron und General Motors einen langfristigen Liefervertrag für Speicher- und Storage-Plattformen in Fahrzeugen. GM will sich damit die Versorgung mit Speicherchips sichern. Micron erklärte, der Vertrag werde durch die wachsende US-Fertigung des Unternehmens unterstützt, darunter die modernisierte Anlage in Virginia. Reuters zufolge ist die Vereinbarung einer von 16 strategischen Kundenverträgen, die Micron im Zusammenhang mit dem dritten Quartal beschrieben hatte.

Der Vertrag zeigt, dass die Nachfrage nach Speicherchips nicht nur Rechenzentren betrifft. Moderne Fahrzeuge benötigen Speicher für Assistenzsysteme, Infotainment und weitere elektronische Funktionen. Nach Angaben von Reuters sind DRAM-Preise seit Dezember deutlich stärker gestiegen als erwartet. GM stellte den Vertrag demnach als vorbeugende Sicherung der Lieferkette dar, nicht als Reaktion auf konkrete Produktionsstörungen.

Aktienkurs reagiert auf KI-Nachfrage

Die Micron-Aktie hatte bereits nach den Zahlen stark reagiert. Reuters berichtete am 25. Juni, Micron sei nach dem Ausblick um mehr als 17 Prozent auf ein Rekordhoch gestiegen. Das Unternehmen habe damit rund 189 Milliarden Dollar an Börsenwert hinzugewonnen und eine Marktkapitalisierung von rund 1,39 Billionen Dollar erreicht.

Am Montag, 6. Juli, bewegten sich Speicherwerte erneut. In vorbörslichen US-Daten legten laut Reuters Western Digital, Seagate und Micron zu. Micron wurde dabei mit einem Plus von 3,4 Prozent genannt. Aktuelle Marktdaten zeigten am 6. Juli einen Micron-Kurs von rund 976 Dollar und eine Marktkapitalisierung von etwa 1,12 Billionen Dollar.

Konkurrenz durch Samsung und SK Hynix

Micron steht im Wettbewerb mit Samsung Electronics und SK Hynix. Reuters beschrieb Samsung am 6. Juli als größten Speicherchiphersteller nach Umsatz und berichtete, Analysten erwarteten für das zweite Quartal einen deutlichen Gewinnsprung. Als Gründe wurden die Nachfrage nach KI-Speicher, ein knappes Angebot und steigende Preise für DRAM und NAND genannt.

Auch SK Hynix nutzt die hohe Nachfrage nach KI-Speicher. Das südkoreanische Unternehmen startete am 6. Juli eine US-Platzierung über American Depositary Receipts im Umfang von rund 28,07 Milliarden Dollar. Nach Reuters-Angaben sollen die Mittel für neue Chipfabriken in Südkorea und Ausrüstung, darunter Anlagen von ASML, verwendet werden.

US-Politik und China bleiben Risikofaktoren

Micron ist zugleich Teil der US-Chipstrategie. Das Unternehmen beschreibt seine US-Expansion mit einem Volumen von rund 200 Milliarden Dollar. Dazu gehören zwei Fabriken in Idaho, bis zu vier Fabriken in New York, die Modernisierung und Erweiterung des Standorts Virginia, HBM-Packaging-Kapazitäten und Forschung. Micron nennt als Ziel, langfristig 40 Prozent seiner DRAM-Produktion in den USA herzustellen.

Die Expansion hängt auch mit staatlicher Förderung zusammen. Micron verweist auf bis zu 6,4 Milliarden Dollar an direkter CHIPS-Act-Förderung für Werke in Idaho und New York sowie die Modernisierung und Erweiterung in Virginia. Zusätzlich wurde eine direkte Förderung über 275 Millionen Dollar für den Standort Manassas in Virginia genannt.

Der China-Kontext bleibt sensibel. In einem Quartalsbericht warnte Micron, dass Exportbeschränkungen, Zölle und Handelsmaßnahmen den Verkauf an bestimmte Kunden oder Märkte begrenzen könnten. Das Unternehmen verweist zudem auf die Entscheidung der chinesischen Cyberspace-Behörde aus dem Jahr 2023, wonach Betreiber kritischer Informationsinfrastruktur in China keine Micron-Produkte kaufen dürfen.

Belastbar ist der Nachfrageboom, offen bleibt die Dauer

Belastbar sind die veröffentlichten Quartalszahlen, der Ausblick, die Aussagen zu HBM4, der GM-Vertrag und die Investitionspläne in den USA. Ebenfalls belegt ist, dass Micron in den eigenen Risikohinweisen auf China, Exportkontrollen, Zölle und mögliche Handelsbeschränkungen verweist.

Nicht unabhängig bestätigt ist dagegen der genaue Umfang politischer Lobbyarbeit Microns für strengere Exportkontrollen gegenüber chinesischen Wettbewerbern. Reuters berichtete im April unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, Micron dränge den US-Kongress zu neuen Beschränkungen für Chipausrüstung in China. Micron reagierte demnach nicht auf eine Anfrage. Eine unabhängige Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor.

Unklar blieb zunächst, ob die hohen Speicherpreise die Nachfrage in anderen Bereichen wie PCs, Smartphones oder Fahrzeugen im weiteren Jahresverlauf dämpfen. Ebenfalls offen ist, wie lange die sehr enge Versorgungslage bei DRAM, NAND und HBM anhält. Micron selbst erwartet angespannte Bedingungen über 2027 hinaus. Diese Einschätzung bleibt aber abhängig von Investitionen, Produktionshochläufen und der tatsächlichen Nachfrage der großen KI- und Cloud-Kunden.

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