
Microsoft hat zum Auftakt des Geschäftsjahres 2026/27 einen kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg erzielt. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit Cloud-Diensten. Die Azure-Umsätze legten um 48 Prozent zu. An der Börse reagierten Anleger zunächst mit Kursgewinnen auf die Quartalszahlen.
Der US-Technologiekonzern Microsoft hat am Mittwoch, 28. Oktober 2026, nach dem amerikanischen Börsenschluss seine Geschäftszahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 vorgelegt. Im Zeitraum von Juli bis September stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 19 Prozent auf 92,3 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 21 Prozent auf 45,9 Milliarden Dollar.
Der Nettogewinn erreichte nach den amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften 36,6 Milliarden Dollar. Das entsprach einem Anstieg um 32 Prozent. Der verwässerte Gewinn je Aktie erhöhte sich ebenfalls um 32 Prozent auf 4,92 Dollar.
Wichtigster Wachstumstreiber blieb das Cloudgeschäft. Die Umsätze mit der Cloudplattform Azure stiegen im Jahresvergleich um 48 Prozent. Microsoft übertraf damit die eigene Wachstumsprognose von 44 bis 45 Prozent.
Azure stellt Unternehmen unter anderem Rechenleistung, Speicherplatz und Infrastruktur für Anwendungen der künstlichen Intelligenz bereit. Der Geschäftsbereich profitiert damit auch vom steigenden Bedarf an leistungsfähigen Rechenzentren.
Insgesamt erzielte Microsoft mit seinen Cloudangeboten einen Quartalsumsatz von 63,9 Milliarden Dollar. Das entsprach einem Zuwachs um 30 Prozent. Neben Azure umfasst dieses Geschäft weitere Cloudprodukte, darunter die Onlineangebote von Microsoft 365.
Auch der Bestand vertraglich vereinbarter, aber noch nicht als Umsatz verbuchter kommerzieller Leistungen wuchs deutlich. Er erreichte 677 Milliarden Dollar und lag damit 73 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Summe verdeutlicht die Größenordnung bereits abgeschlossener Verträge, bedeutet allerdings nicht, dass die gesamten Einnahmen kurzfristig anfallen.
Parallel zum Wachstum baut Microsoft seine technische Infrastruktur weiter aus. Die Investitionsausgaben einschließlich bestimmter Leasingverpflichtungen beliefen sich im Quartal auf 45,2 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es 34,9 Milliarden Dollar gewesen.
Die Ausgaben fielen damit niedriger aus als die zuvor vom Unternehmen in Aussicht gestellten rund 50 Milliarden Dollar. Nach Angaben von Microsoft gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters waren unter anderem Verzögerungen bei der Bereitstellung von Kapazitäten durch externe Anbieter dafür verantwortlich.
Der freie Cashflow erreichte 18,6 Milliarden Dollar. Damit lag er deutlich über den von Visible Alpha erfassten Analystenerwartungen von rund 8,5 Milliarden Dollar.
Die Entwicklung ist auch für den internationalen Technologiemarkt von Bedeutung. Große Cloudanbieter investieren derzeit erhebliche Summen in Rechenzentren, Spezialchips und die Energieversorgung für KI-Systeme. Microsoft gehört neben Amazon und Google zu den wichtigsten Anbietern solcher Infrastruktur.
Die Microsoft-Aktie reagierte mit Kursgewinnen auf die Veröffentlichung der Ergebnisse. Nach Angaben des Börsendienstes MarketScreener notierte das Papier am Mittwoch, 28. Oktober 2026, um 17:05 Uhr New Yorker Zeit bei 546,05 US-Dollar. Das entsprach einem nachbörslichen Anstieg von 2,83 Prozent gegenüber dem regulären Schlusskurs von 531,01 Dollar.
Im regulären Nasdaq-Handel hatte die Aktie am Mittwoch, 28. Oktober 2026, mit einem leichten Minus von 0,06 Prozent bei 531,01 US-Dollar geschlossen. Die anschließenden Kursgewinne folgten somit auf die Veröffentlichung der Quartalsbilanz. Nachbörsliche Kurse können allerdings stärker schwanken als die Notierungen während der regulären Handelszeiten.
Beim ausgewiesenen Gewinnanstieg spielte auch die Beteiligung an OpenAI eine Rolle. Microsoft verbuchte im aktuellen Quartal einen positiven Ergebniseffekt von 207 Millionen Dollar aus entsprechenden Investitionen.
Im Vorjahresquartal hatten Verluste aus OpenAI-Investitionen das Konzernergebnis dagegen um rund 3,1 Milliarden Dollar belastet. Dieser Unterschied verstärkte den ausgewiesenen Gewinnanstieg im Jahresvergleich.
Ohne die jeweiligen Auswirkungen der OpenAI-Investitionen erreichte Microsoft einen bereinigten Nettogewinn von 36,4 Milliarden Dollar. Das waren 18 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg ebenfalls um 18 Prozent auf 4,89 Dollar.
Während Cloudprodukte und Unternehmenssoftware deutlich zulegten, entwickelte sich das Geschäft mit Endkundengeräten schwächer.
Im Geschäftsbereich Devices and Consumer sank der Umsatz um drei Prozent auf 15,5 Milliarden Dollar. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Windows OEM und Devices aus. Dort lagen die Einnahmen 22 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Die Umsätze mit Xbox-Inhalten und zugehörigen Diensten gingen um zwei Prozent zurück. Dagegen verbuchte Microsoft bei Suchmaschinenwerbung und anderen Werbeangeboten ohne bestimmte Weiterleitungskosten ein Plus von zwölf Prozent.
Der neu zugeschnittene Geschäftsbereich Agents and Infra, zu dem unter anderem die Cloudangebote gehören, steigerte seine Einnahmen um 25 Prozent auf 76,8 Milliarden Dollar.
Mit den aktuellen Zahlen baut Microsoft seine Position als einer der weltweit größten Anbieter von Unternehmenssoftware und Cloudinfrastruktur weiter aus. Besonders das Wachstum von Azure unterstreicht die Bedeutung von Rechenzentren und KI-Anwendungen für das Geschäft.
Gleichzeitig verdeutlichen die Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe, wie kapitalintensiv der Ausbau dieser Technologie geworden ist. Entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns bleibt damit das Verhältnis zwischen steigenden Cloudumsätzen, laufenden Infrastrukturkosten und den daraus erwirtschafteten Zahlungsmittelüberschüssen.
Die Ergebnisse für das Septemberquartal zeigen dabei deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Geschäftsfeldern: Während die Cloudangebote hohe Wachstumsraten erreichten, verzeichneten Teile des Geräte- und Privatkundengeschäfts rückläufige Umsätze.
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